03.04.2006, 18:34
Zitat:niels posteteDie Unsymmetrie entspricht einer remanenten Gleichfeldkomponente und wirkt sich negativ auf den Störabstand der Aufzeichnung aus. Ich denke sie hat mit der SE nichts zu tun, sie ist lediglich ein unerwünschter Anteil der Nutzaufzeichnung.
Welche Rolle spielt die Symmetrie des Bias-Stromes?
Zitat:Wenn ich recht verstehe, entsteht doch während der Aufnahme durchaus eine verbleibende Magnetisierung des Tonkopfes, die durchaus Aufnahmen anlöschen kann?Ja, deshalb sollte man diese "schleichende" Magnetisierung von Zeit zu Zeit auch beseitigen. Die Magnetisierung wirkt sich in erster Linie auf den Störabstand aus, da es durch die Gleichfeldmagnetisierung zu einer gewissen Vor-Sättigung im Kern kommt.
Zitat:Bei der Wiedergabe wird im Kopf eine Spannung induziert, der Stom ist aber vernachlässigbar gering, richtig? Sonst hätte ich noch den Gedanken, dass daher eine Selbstlöschung der Aufnahme stammen könnte.Eine reine Gleichfeldmagnetisierung des Kerns induziert keine Spannung in seiner Spule. Zu einer Induktionsspannung kommt es erst wenn sich das Magnetfeld bewegt. Ein mit einem Gleichfeld magnetisiertes Band induziert nur eine Rauschspannung, weil dieses Feld nicht 100%ig homogen ist.
Würde man während der Wiedergabe einer Aufzeichnung den Hörkopf kurzschließen, so käme es mit Sicherheit durch den daraus resultierenden Kurzschlußstrom zu einer Löschung, bzw. erneuten Aufzeichnung. (Ob das schon einer probiert hat?)
Zitat:Meine große Sorge sind Rillen auf dem Kassettenband, deren Ursache ich noch nicht zufriedenstellend klären konnte.Rillen und Abdrücke quer zur Bandlaufrichtung entstehen oft am Bandanfang bzw.Ende, da sich auf den innersten Bandlagen der unebene Untergrund(Befestigungsnut/Klemmstift ) des Wickelkerns abdrückt.
niels
Rillen, bzw. Kratz-oder Schleifspuren in Längsrichtung des Bandes resultieren von ungeliebten Hindernissen in der Bandlaufzone, welche die magnetisierte Schicht mechanisch beeinflussen bzw. abtragen. Oft sind ungleichmäßig verschlissene oder verschmutzte Tonköpfe die Ursache solcher Spuren. Aber auch verschmutzte und verschlissene Andruckrollen oder falscher, sich veränderter Bandzug kann zu irreparablen Beschädigungen des Bandes führen.
Mechanische Rutschkupplungen haben die negative Eigenart, aufgrund von Verschleiß, ihre Friktionskraft mit den Jahren erheblich zu vergrößern, so daß es zum Herauslaufen des Bandes zwischen Tonwelle und Andruckrolle kommt.
Dieser Effekt wird neben hörbaren Tonhöhenschwankungen auch mit einer umgeknickten Bandkante quittiert. Der Knick kann sowohl an der Bandkantenführung des Kopfes, als auch an der Andruckrolle selbst entstehen.
Die Selbstentmagnetisierung passiert nicht während der Wiedergabe eines Bandes, denn ein frisch aufgezeichnetes Band kann man hundertmal abspielen, ohne einen Verlust festzustellen. Die SE ist ein Effekt, der während der langzeitlichen Lagerung einer Aufzeichnung wirkt. Mir ist auch aus eigener Erfahrung in Erinnerung das sich "Dauermagnete" über die Jahre entmagnetisieren, schwächer werden.
Wer kann dieses Phänomen aufklären?
Bernd
