04.03.2006, 09:50
Mit Deiner Vermutung, daß die Tonköpfe ungenau gefertigt werden, bist Du auf der richtigen Spur. Dabei hört sich das Wort "ungenau" despektierlicher an als es ist. Letztendlich gehört es zum Plan, die Genauigkeit durch eine Justage zu erzielen, und dieser Plan ist sehr plausibel.
Das große Thema des Tonkopfbaus ist der Spalt, der, nur wenige µ breit, genau stimmen muss, auch in Länge, Tiefe und Ausrichtung. Bedenke: Es gibt bei einer Stereo-Maschine 2 Spalte pro Kopf, die zueinander passen müssen. Idealerweise gleichen sich die Köpfe in der laufenden Serie wie ein Ei dem anderen, in der Praxis begnügt man sich mit einer möglichst engen aber vorhanden Serienstreuung. Berücksichtigt man, daß ein Kopf aus vielen einzelnen Blechen zusammengesetzt wird, so sind alleine diese Forderungen schon recht recht anspruchsvoll, erst recht bei kleinen Köpfen. Das hat dazu geführt, das Tonköpfe nicht an jeder Ecke gebaut wurden, sondern von Spezialisten.
Die Präzision, die Du forderst, erstreckt sich über den Spalt hinaus in die Peripherie, wo die Befestigungspunkte sitzen. Ein Kopf wird in der Regel geschraubt. Eine Schraube taugt nicht zum positionieren und zentrieren, sie hat immer etwas Luft. Einen Stift könntest Du genau als Passung fertigen - der sitzt dann "satt" und spielfrei in seiner Bohrung, aber ein Stift befestigt nicht. Also bräuchtest Du eine Kombination Stift-Schraube und bist bei einer der klassischen Befestigungsarten des Maschinenbaus und auch der Feinwerktechnik angelangt. Der Stift kann auch durch einen anderen Formschluss (... form-pass-genaue Einbettung eines Bauteils in einem Gegenstück ...) ersetzt werden. Das sind im allgemeinen die Bearbeitungen, die Geld kosten.
Wir sind jetzt immer noch beim Kopf, bitteschön, und der sitzt auf einem Kopfträger, der ja genauso präzise gefertigt werden müsste, denn was nutzt der genaueste Kopf, wenn die Plattform, auf der er sitzt, nicht präzise ist?
Wenn Du nun vorhast, die Präszision von Anfang an zu erzwingen (... ich hatte das auch immer vor, als ich Anfing zu konstruieren. Hatte zum Glück einen raubauzigen Werkstattmeister, der mich dann immer wieder an der Praxis geerdet hat. Dazu ignorierte er nicht einfach den Stuß, den ich auf die Zeichnung schrieb, sondern er ließ mich antanzen um in einem konstruktiven Kritigespräch das zu zerfleddern, was mir soviel Mühe und Kopfzerbrechen gemacht hatte) dann rechne mal nach:
Der Kopfspalt soll mit einer Genauigkeit von 0,01 sitzen. Wieviele Bauteile zählst Du, vom Kopfspalt ausgehend bis zum Kopfträger einschliesslich diesem? Nehmen wir an, es wären 5 Stück (Schraube, Mutter, Gehäuse des Kopfes, etc.), dann müsste jedes Bauteil innerhalb von 2µ genau stimmen, damit du am Ende im worst case auf ein Hundertstel Fehler kommst. Bei 10 Bauteilen wären es 1µ Toleranz
Und dann kommt noch jemand und meckert: Früher, als man die Köpfe noch einstellen konnte, saßen die genauer. Womit er recht hat.
Es ist in der Fertigung durchaus üblich, über 10 Schritte hinweg fünfe gerade sein zu lassen, um an einer speziellen Stelle die Genauigkeit durch justieren herzustellen. Das damit erreichte Ergebnis übertrifft, wenn es richtig gemacht wird, die präzise Einzelfertigung und deren justagelosen Zusammenbau bei weitem!
Die heute in der industriellen Produktion übliche präzise Einzelfertigung hat sich erst durchgesetzt, als Genauigkeit ab Maschine immer weniger kostete und es wirtschaftlicher war, 10 genau angefertigte Teile einfach zu einem Gebilde ausreichender Genauigkeit (was nicht heisst: hoher Genauigkeit) zusammmen zu bauen, anstatt durch Kunstgriffe und Zeitaufwand einen Spezialisten diese Genauigkeit bei der Montage herbeiführen zu lassen.
Überspitzt formuliert:
Wir fertigen heute z. B. im Stanzwerkzeugbau locker aus dem Handgelenk in einem Genauigkeitsbereich, der für unsere Väter völlig unerreichbar war. Trotzdem ist ein neuzeitliches Werkzeug nicht unbedingt präziser im Schnitt als ein handgefertigtes aus alten Zeiten. Man hat allerdings auch erkannt, daß die Präzision nicht überall auch notwendig war, und die Fertigung passgenauer Ersatzteile, die ohne Nacharbeit eingebaut werden können ist als Vorteil aus heutiger Zeit zu sehen.
Meines Wissens gab es nur bei TFK die Möglichkeit, auf die Einstellung der Bandhöhe (also eines Einstellungsmerkmales zu verzichten), weil die Köpfe entsprechend genau gefertigt waren.
Fehlende Einstellmöglichkeiten sind ein Zeichen dafür, daß man es mit der Tonqualität nicht so genau nimmt. Bei bestimmten Geräten (Diktiergeräten) kann das durchaus sinnvoll sein.
Das große Thema des Tonkopfbaus ist der Spalt, der, nur wenige µ breit, genau stimmen muss, auch in Länge, Tiefe und Ausrichtung. Bedenke: Es gibt bei einer Stereo-Maschine 2 Spalte pro Kopf, die zueinander passen müssen. Idealerweise gleichen sich die Köpfe in der laufenden Serie wie ein Ei dem anderen, in der Praxis begnügt man sich mit einer möglichst engen aber vorhanden Serienstreuung. Berücksichtigt man, daß ein Kopf aus vielen einzelnen Blechen zusammengesetzt wird, so sind alleine diese Forderungen schon recht recht anspruchsvoll, erst recht bei kleinen Köpfen. Das hat dazu geführt, das Tonköpfe nicht an jeder Ecke gebaut wurden, sondern von Spezialisten.
Die Präzision, die Du forderst, erstreckt sich über den Spalt hinaus in die Peripherie, wo die Befestigungspunkte sitzen. Ein Kopf wird in der Regel geschraubt. Eine Schraube taugt nicht zum positionieren und zentrieren, sie hat immer etwas Luft. Einen Stift könntest Du genau als Passung fertigen - der sitzt dann "satt" und spielfrei in seiner Bohrung, aber ein Stift befestigt nicht. Also bräuchtest Du eine Kombination Stift-Schraube und bist bei einer der klassischen Befestigungsarten des Maschinenbaus und auch der Feinwerktechnik angelangt. Der Stift kann auch durch einen anderen Formschluss (... form-pass-genaue Einbettung eines Bauteils in einem Gegenstück ...) ersetzt werden. Das sind im allgemeinen die Bearbeitungen, die Geld kosten.
Wir sind jetzt immer noch beim Kopf, bitteschön, und der sitzt auf einem Kopfträger, der ja genauso präzise gefertigt werden müsste, denn was nutzt der genaueste Kopf, wenn die Plattform, auf der er sitzt, nicht präzise ist?
Wenn Du nun vorhast, die Präszision von Anfang an zu erzwingen (... ich hatte das auch immer vor, als ich Anfing zu konstruieren. Hatte zum Glück einen raubauzigen Werkstattmeister, der mich dann immer wieder an der Praxis geerdet hat. Dazu ignorierte er nicht einfach den Stuß, den ich auf die Zeichnung schrieb, sondern er ließ mich antanzen um in einem konstruktiven Kritigespräch das zu zerfleddern, was mir soviel Mühe und Kopfzerbrechen gemacht hatte) dann rechne mal nach:
Der Kopfspalt soll mit einer Genauigkeit von 0,01 sitzen. Wieviele Bauteile zählst Du, vom Kopfspalt ausgehend bis zum Kopfträger einschliesslich diesem? Nehmen wir an, es wären 5 Stück (Schraube, Mutter, Gehäuse des Kopfes, etc.), dann müsste jedes Bauteil innerhalb von 2µ genau stimmen, damit du am Ende im worst case auf ein Hundertstel Fehler kommst. Bei 10 Bauteilen wären es 1µ Toleranz
Und dann kommt noch jemand und meckert: Früher, als man die Köpfe noch einstellen konnte, saßen die genauer. Womit er recht hat.
Es ist in der Fertigung durchaus üblich, über 10 Schritte hinweg fünfe gerade sein zu lassen, um an einer speziellen Stelle die Genauigkeit durch justieren herzustellen. Das damit erreichte Ergebnis übertrifft, wenn es richtig gemacht wird, die präzise Einzelfertigung und deren justagelosen Zusammenbau bei weitem!
Die heute in der industriellen Produktion übliche präzise Einzelfertigung hat sich erst durchgesetzt, als Genauigkeit ab Maschine immer weniger kostete und es wirtschaftlicher war, 10 genau angefertigte Teile einfach zu einem Gebilde ausreichender Genauigkeit (was nicht heisst: hoher Genauigkeit) zusammmen zu bauen, anstatt durch Kunstgriffe und Zeitaufwand einen Spezialisten diese Genauigkeit bei der Montage herbeiführen zu lassen.
Überspitzt formuliert:
Wir fertigen heute z. B. im Stanzwerkzeugbau locker aus dem Handgelenk in einem Genauigkeitsbereich, der für unsere Väter völlig unerreichbar war. Trotzdem ist ein neuzeitliches Werkzeug nicht unbedingt präziser im Schnitt als ein handgefertigtes aus alten Zeiten. Man hat allerdings auch erkannt, daß die Präzision nicht überall auch notwendig war, und die Fertigung passgenauer Ersatzteile, die ohne Nacharbeit eingebaut werden können ist als Vorteil aus heutiger Zeit zu sehen.
Meines Wissens gab es nur bei TFK die Möglichkeit, auf die Einstellung der Bandhöhe (also eines Einstellungsmerkmales zu verzichten), weil die Köpfe entsprechend genau gefertigt waren.
Fehlende Einstellmöglichkeiten sind ein Zeichen dafür, daß man es mit der Tonqualität nicht so genau nimmt. Bei bestimmten Geräten (Diktiergeräten) kann das durchaus sinnvoll sein.
Michael(F)
