12.02.2006, 16:15
Lieber Gerd,
alles andere als ein Philipsmann erinnerte ich mich eben daran, dass Ulrich Wienforth im Juli 1980 in Heft 7 von 'HiFi exklusiv" (noch mit 'K' geschrieben....; das Heft enthält auch einen instruktiven Bändervergleich) nebeneinander eine Studer A80 und eine, deine Phlilips 4522 durch die qualifizierte Testmangel drehte, wobei die 4522 dabei, hüstel (ich meine das bitter ernst!), sehr, sehr gut aussah... Ob sie allerdings seither durch 25 Jahre einen tonstudiomäßigen Betrieb überstanden hätte wie ihre große Schwester aus der Schweiz, steht auf einem anderen Blatt, hier aber auch nicht zur Debatte. Ich teile das 'nur so' mit, schicke dir aber auch gerne einen Scan beider Tests...., 'nur so' der Vollständigkeit halber, ... Der Test ist frei von Highender-Lyrik.
Prinzipiell trittst du mit deiner Frage letztlich in ein Wespennest aus Pegelrechnung, Messinstrumentenbauart und Messweisen. Wir haben hier im Forum schon zur Aussteuerungsmessung, zum Sinn und Unsinn von VU-Metern, den Vor- und Nachteilen der Spitzenwertmessung (10 ms Integrationszeit) nebst der internationalen Verbreitung der jeweiligen Verfahren diskutiert. Vielleicht interessiert dich der Hintergrund ja anhand des nun dräuenden Ungemachs aus meiner Feder:
Deine Maschine wählt aus obigen Dilemmata den Ausweg, die Messwerke von VU (in deinem Falle definitiv 6 dB Lead, 300 ms Integrationszeit) auf Peak umschaltbar anzulegen und durch jeweils zwei LEDs (+3,5 dBVU, +6,5 dBVU) zu erweitern. Für "Peak" sind hier nach dem genannten Test aber leider nicht die studioüblichen 10 ms Integrationszeit verwendet, sondern eine 'etwas' verkürzte VU-Einschwingzeit von 120 ms. Also ist diese Umschaltung bestenfalls für Musik und 'so ungefähr' zu gebrauchen. Das heißt, man verlässt sich hier für Pegelfestlegungen anhand von Messbändern vielleicht auf die LEDs, bei denen die letzte (wohl rote) bei +6,5 dBVU aufleuchtet (aufleuchten soll, denn die Triggerschwelle -so fürchte ich- kann man wohl einstellen. Und was zu verdrehen ist, wurde in der Regel bei älteren Geräten von irgendeinem Schlauberger auch verdreht), ansonsten aber auf eine klassische, VU-konforme Messung.
Demnach bietet sich in deinem Falle eine Messwerks-Einstellung 'Typ A77/B77/A700' an, bei der
0dBVU mit 514 nWb/m - 6dB, also 257 nWb/m erreicht werden (bei 1 kHz, versteht sich). 514 nWb/ brächten also deine letzte LED gerade noch nicht zum dauerhaften Leuchten (sie wird daher wohl flackern). 320 nWb/m (1 kHz) des Bluthard-Bandes müssten als statischer Ton +6 dBVU - 4,1 dB = +1,9 dBVU auf den Zeigerinstrumenten deiner 4522 unter der Voraussetzung hervorrufen, dass sonst 'alles im Lot' ist.
Das bedeutet, wie Andreas oben schon warnend anmerkte, natürlich nicht, dass band- und geschwindigkeitsunabhängig nun 'draufgebraten' werden könnte, was das Zeug hält, solange eben nur 0dBVU unterschritten bleiben, das VU-Meter 'stimmt ja nun'; genau dies ist schlicht falsch. Ein nicht unprominenter Teil tonmeisterlichen Tuns ist/war die Kontrolle des modulationsabhängig zulässigen Klirrfaktors. Andreas' Warnungen sind daher zu befolgen, selbst wenn das VU-Meter der 4522 offenbar sichernde Nichtlinearitäten besitzt. Zur breitbandigen Pegelmessung (Einmessung) taugt es daher aber nicht!
Demgegenüber weißt du mit obigen Hinweisen, wie du -sicher im Sinne des Herstellers Philips- die Aussteuerungsmesseinrichtung deiner Bandmaschine einzustellen hast/hättest.
Hans-Joachim
P.s.:
Ein habe ich vergessen. Dem oben erwähnten Test entsprechend liegt die Ausgangsspannung der Maschine bei 257 nWb/m um 0,775 V, so dass bei 514 nWb/m tatsächlich 1,55 Volt erreicht werden. 320 nWb/m sollten daher eine Ausgangsspannung (alles offen) von 0,96, also rund 1 Volt hervorrufen. Dies wird bitte mit dem Millvoltmeter gemessen, weil bei üblichen Digi-Voltmetern der Umpolfehler auf höhere Frequenzen zu (oftmals) schon sehr bald nicht mehr zu tolerierende Größenordnungen annimmt.
alles andere als ein Philipsmann erinnerte ich mich eben daran, dass Ulrich Wienforth im Juli 1980 in Heft 7 von 'HiFi exklusiv" (noch mit 'K' geschrieben....; das Heft enthält auch einen instruktiven Bändervergleich) nebeneinander eine Studer A80 und eine, deine Phlilips 4522 durch die qualifizierte Testmangel drehte, wobei die 4522 dabei, hüstel (ich meine das bitter ernst!), sehr, sehr gut aussah... Ob sie allerdings seither durch 25 Jahre einen tonstudiomäßigen Betrieb überstanden hätte wie ihre große Schwester aus der Schweiz, steht auf einem anderen Blatt, hier aber auch nicht zur Debatte. Ich teile das 'nur so' mit, schicke dir aber auch gerne einen Scan beider Tests...., 'nur so' der Vollständigkeit halber, ... Der Test ist frei von Highender-Lyrik.
Prinzipiell trittst du mit deiner Frage letztlich in ein Wespennest aus Pegelrechnung, Messinstrumentenbauart und Messweisen. Wir haben hier im Forum schon zur Aussteuerungsmessung, zum Sinn und Unsinn von VU-Metern, den Vor- und Nachteilen der Spitzenwertmessung (10 ms Integrationszeit) nebst der internationalen Verbreitung der jeweiligen Verfahren diskutiert. Vielleicht interessiert dich der Hintergrund ja anhand des nun dräuenden Ungemachs aus meiner Feder:
Deine Maschine wählt aus obigen Dilemmata den Ausweg, die Messwerke von VU (in deinem Falle definitiv 6 dB Lead, 300 ms Integrationszeit) auf Peak umschaltbar anzulegen und durch jeweils zwei LEDs (+3,5 dBVU, +6,5 dBVU) zu erweitern. Für "Peak" sind hier nach dem genannten Test aber leider nicht die studioüblichen 10 ms Integrationszeit verwendet, sondern eine 'etwas' verkürzte VU-Einschwingzeit von 120 ms. Also ist diese Umschaltung bestenfalls für Musik und 'so ungefähr' zu gebrauchen. Das heißt, man verlässt sich hier für Pegelfestlegungen anhand von Messbändern vielleicht auf die LEDs, bei denen die letzte (wohl rote) bei +6,5 dBVU aufleuchtet (aufleuchten soll, denn die Triggerschwelle -so fürchte ich- kann man wohl einstellen. Und was zu verdrehen ist, wurde in der Regel bei älteren Geräten von irgendeinem Schlauberger auch verdreht), ansonsten aber auf eine klassische, VU-konforme Messung.
Demnach bietet sich in deinem Falle eine Messwerks-Einstellung 'Typ A77/B77/A700' an, bei der
0dBVU mit 514 nWb/m - 6dB, also 257 nWb/m erreicht werden (bei 1 kHz, versteht sich). 514 nWb/ brächten also deine letzte LED gerade noch nicht zum dauerhaften Leuchten (sie wird daher wohl flackern). 320 nWb/m (1 kHz) des Bluthard-Bandes müssten als statischer Ton +6 dBVU - 4,1 dB = +1,9 dBVU auf den Zeigerinstrumenten deiner 4522 unter der Voraussetzung hervorrufen, dass sonst 'alles im Lot' ist.
Das bedeutet, wie Andreas oben schon warnend anmerkte, natürlich nicht, dass band- und geschwindigkeitsunabhängig nun 'draufgebraten' werden könnte, was das Zeug hält, solange eben nur 0dBVU unterschritten bleiben, das VU-Meter 'stimmt ja nun'; genau dies ist schlicht falsch. Ein nicht unprominenter Teil tonmeisterlichen Tuns ist/war die Kontrolle des modulationsabhängig zulässigen Klirrfaktors. Andreas' Warnungen sind daher zu befolgen, selbst wenn das VU-Meter der 4522 offenbar sichernde Nichtlinearitäten besitzt. Zur breitbandigen Pegelmessung (Einmessung) taugt es daher aber nicht!
Demgegenüber weißt du mit obigen Hinweisen, wie du -sicher im Sinne des Herstellers Philips- die Aussteuerungsmesseinrichtung deiner Bandmaschine einzustellen hast/hättest.
Hans-Joachim
P.s.:
Ein habe ich vergessen. Dem oben erwähnten Test entsprechend liegt die Ausgangsspannung der Maschine bei 257 nWb/m um 0,775 V, so dass bei 514 nWb/m tatsächlich 1,55 Volt erreicht werden. 320 nWb/m sollten daher eine Ausgangsspannung (alles offen) von 0,96, also rund 1 Volt hervorrufen. Dies wird bitte mit dem Millvoltmeter gemessen, weil bei üblichen Digi-Voltmetern der Umpolfehler auf höhere Frequenzen zu (oftmals) schon sehr bald nicht mehr zu tolerierende Größenordnungen annimmt.
