20.10.2025, 11:21
(19.10.2025, 14:11)David77 schrieb: Frank hat recht,
ich habe zu Pauschal vor allem was TFK Heimgeräte angeht geantwortet. Die 3000 scheint ja ganz nett zu sein, die Antwort kam aus persönlicher Erfahrung mit diversen Telefunken Blechbüchsen a la M200 u.ä. Die waren m.E. wirklich gruselig. Hier im Münchener Umland war halt Grundig (natürlich!) und für die Geldigeren Tonbandnutzer Uher häufiger zu finden. Es ist halt immer auch persönliche Erfahrung mit in so einer Antwort.
Ich bin ja wirklich ein Grundig Freund, egal was andere sagen. Aber 'ne Grundig würd ich mir mit Ausnahme einer TS1000 nicht mehr hinstellen. Die TS1000 ist halt weder klein noch leicht und das Gehäuse ist so grauselig. Alles andere ist mir zu viel Bastelbude.
Eine schöne Variocord oder RdL wäre denkbar, denke ich. Immerhin 3-Kopf, wobei das rein zur Wiedergabe ja auch egal ist. Und einige Uher Kleingeräte sind ja nach wie vor hoch geschätzt, auch bei mir. Wirklich gestört hat mich bei den Münchnern nur, das ewige Festhalten an Germanium Transistoren - war billiger als die Neuentwicklung, klar. Kann aber heute im Reparaturfall nerven. Die Fürther haben lange an den Glas-FET's gehangen, aber mir ist kein rein Ge Bestücktes Gerät bekannt, Si Transis + Röhre dagegen schon.
Gegen Akai oder Teac spricht aber nichts wenn der Preis passt, die haben immer einen guten Eindruck hinterlassen. Allerdings muss man Zugeben, dass meiner Erinnerung nach alle Europäer Servicefreundlicher waren, dafür ist die Mechanik bei den Dreimotorern aus Fernost einfacher zu warten. Philips nehme ich hier aus, die waren fast perfekt.
ich bin auch Grundig Fan, habe einige Uralt Geräte ( 700, TM9 und TM819 in Truhen bzw. Kombination ), TK600 und TS600, und das erwähnte TK850FM mit passenden Flachboxen. Wenn die Kisten laufen, gibt es nichts auszusetzen, klanglich finde ich sie auch besser als Uher, aber sie sind halt auch ziemlich zickig, wenn sie mal nicht mehr wollen. Ein TS1000 möchte ich irgendwann auch nochmal haben, idealerweise mit allen drei Kopfträgern, aber momentan stimmt das Verhältnis Preis/Zustand nicht wirklich. Nie warm geworden bin ich mit den Grundigs aus der Zeit zwischen der Ära TK5 und der Generation, zu der das TK600 gehört. Auch habe ich bei Grundig oft nicht verstanden, wer die Geräte konzipiert hat - die Vierspurer der TK14x Serie hatten z.B. ALLE die Spurwahlschalter oben auf dem Kopfkasten, nur das TK147 HiFi Stereo hatte die Tasten links, wo man eigentlich noch einen dritten Schieberegler für manuelles Aussteuern hätte hinbauen können.
Den gab es auch, allerdings nur bei den Mono Geräten. Und dann das TK248 - voll mit Trickfunktionen und eigentlich auch ein echtes Dreikopfgerät, aber Hinterbandkontrolle nur in mono, weil man einen kleinen Wiedergabeverstärkerzug mit zwei Transistoren einsparen wollte. Das TK600 wiederum hat vier Vwrstärkerzüge, aber keine Trickfunktionen - und nur einen Aussteuerungsregler trotz zwei VU-Metern. Eigentlich hat es Grundig immer wieder geschafft, eine irre Menge an verschiedenen Modellen auf den Markt zu hauen, von denen aber keins wirklich alles hat. Konzeptionell ist hier wirklich Philips ganz vorne, wenn man z.B. das oben genannte 4419 oder das spätere 4422 nimmt, ist da wirklich alles drin - Tonbandgerät mit Trickfunktionen für Amateure UND vollwertigem Stereoverstärker am Henkel, inkl. leidlich gut klingender Lautsprecher.
Das Telefunken 3000/3002 habe ich eigentlich nur billig und ohne Erwartungen geschossen, um eine Anlage mit dem Receiver Opus 6060 zu komplettieren, und war dann doch massiv überrascht, vor allem vom Klang. Nach allem, was ich bisher an Kleinspulern gehört habe, hat das Gerät den besten Klang, die Überraschung war ähnlich wie der Moment, wo ich das erste Mal ein Telefunken Studio 1 gehört habe. ich frage mich oft, wie es kommt, dass zwischen Image und Wirklichkeit solche Lücken entstehen. Die AKAI Kleinspuler sind z.B. extrem robust, aber auch extrem hässlich, weil man sich nie von dem Roberts Design der 1950iger getrennt hat. Und wenn man se dann doch mal aufmachen muss, weil auch das robusteset Gerät nach über 40 Jahren mal schwächelt, fühle ich mich immer an die japanischen Motorräder der siebziger erinnert, wenn man da den Scheinwerfer öffnen musste, der mit einem Popp nach vorne gesprungen ist, und man aufpassen musste, dass das Glas nicht runterfällt von dem Druck des Kabelverhaus, das in den Scheinwerfer reingestopft war. Ich habe ein AKAI GX630 D-SS, da konnte ich mich bis heute nicht zu einer Revision durchringen, nachdem ich einmal die Rückwand ab hatte. Die Rückwände der Japaner sind ja eigentlich nicht wichtig, haben aber irgendwie schon Symbolwert. Nach vorne riesiges Blingbling, und hinten hat es nichtmal dazu gereicht, eine schwarze Folie auf die Hartfaser zu kleben. Ganz ehrlich, da ist mir jedes TS1000 Plastegehäuse lieber, dem man ansieht, dass es wahrscheinlich aus der Fernsehgeräteproduktion stammt.
@analogi67 - bei aller Liebe zu Philips, aber das N7150 ( und seinen großen Bruder N7300 ) würde ich mal aus der Liste der empfehlenswerten Geräte ausklammern - wieso, darüber ist hier im Forum schon ausgiebig geschrieben worden. Außerdem sind die Kisten zu teuer, wahrscheinlich, weil die Leute noch heute erstmal auf den zur Schau gestellten Protz gucken, und erst dann vielleicht auf die inneren Werte. N7150 und N7300 treffen halt perfekt die Japan Optik der frühen achtziger, und sind deshalb beliebt, auch wenn sie im Kern quasi komplett aus Plastik bestehen.
Gruß Frank
