19.10.2025, 12:13
(18.10.2025, 22:23)David77 schrieb: Ja Andre, die diversen Philips Plastikbomber hatte ich vergessen! Das waren eigentlich schöne Gerätchen, vor allem die früheren wie die N441x Reihe. Die 4417 hatte ich auch, die 4510 ist sexy mit den beleuchteten Knöppen! Technisch bis auf die schwarze Pampe und die übermäßig weichen Köpfe doch eigentlich unauffällig. Die 442x Serie war dann dem Plastik zu viel, wenn auch sehr gut gemacht. Hatte die N4422.i
Ich habe auch eine Schwäche für deutsche Hersteller, nur leider gibt's wenig im Bereich der Kleinspuler, dass meinen Kriterien entsprechen würde: 3-Kopf, 3-Motoren. Mit ASC oder Braun TG1000 hatte ich noch nie Berührung und sonst? Telefunken im Profibereich mein Favorit, kannst im Heimbereich ja auch knicken, gruselige Kisten. Schwamm drüber...
ein paar relativierende Worte eines Fans deutscher Kleinspuler - von der 44xx Reihe von Philips gab es zwei Generationen, sofort erkennbar daran, dass die älteren Modelle vorne untenrum silbern waren und die neueren vorne komplett schwarz. Von der Modellbezeichnung unterschieden sie sich durch die letzte Ziffer, z.B. N4418 alt und N4419 neu. Die N45iger waren dann Decks, die bis auf fehlende Endstufen und Lautsprecher identisch mit den N44xx waren.
Eine beispielhafte Modellreihe: N4418 Koffer mit Verstärker und Lautsprechern "alt", N4419 baugleicher Koffer "neu", N4510 Deck-Version des 4418, N4511 Deck-Version des N4419. Grade bei diesem Gerät hat das Deck etwas absurdes - N4418 und N4419 enthalten einen kompletten HiFi Verstärker mit Eingangswahlschalter und Phono Vorverstärker. Den Vorverstärkerteil hiervon gibt es auch in den Decks N4510 und N4511, aber keinen lautstärkegeregelten Line Out, um z.B. die damals schon erhältlichen MFB-Aktivboxen anschließen zu können.
Der entscheidende Vorteil der neuen Versionen sind die Longlife Köpfe, die ihrem Namen wirklich gerecht werden. Wenn ich mir nur ein Gerät dieser Modellreihe ins Regal stellen würde, dann das N4419 - das hat Longlife Köpfe, beleuchtete Tasten, HiFi Verstärker mit Eingangswähler, der auch mit den eingebauten Lautsprechern deutlich besser klingt als die 4 Watt Verstärker der kleineren Modelle. Das "programmierbare" Zählwerk ist ein lustiges Gadget, und man kann die Kiste mit der großen Fernbedienung des N4450 vollständig fernbedienen. Ich habe das 4450 aus, das kleine 4419 darf seit einigen Tagen als Hilfsverstärker für Schreibtisch-Reparaturen helfen, als Gerät, um am Computer von Mediatheken Musik aufzuzeichnen, alleine schon wegen der integrierten Lautsprecher, und, weil es viel handlicher ist, mag und benutze ich es viel häufiger als das große 4450.
Und Telefunken = knicken ? Auch da hängt viel Klischee dahinter. Das M3000/3002 kann man alles, nur nicht knicken, das würde ich jeder kleinen AKAI vorziehen, und selbst der EInmotorer, der zur Telefunken Acusta gehört, ist viel besser als sein Image. Selbst die ungeliebten Grundigs der späteren siebziger ( ich habe ein TK850FM ) sind vielleicht störanfälliger als die Dreimotorer von AKAI und Philips, machen aber trotzdem Spaß. Vor allem haben die deutschen Kleinspuler, die angeblich nix taugen, einen großen Vorteil - sie sind immer noch spottbillig zu haben. Der billige Preis ist aber auch der Hauptgrund, wieso davon so wenige revidiert werden. Wenn ich das nicht aus persönlicher Zuneigung mache, macht es einfach keinen Sinn. Ein Telefunken 3002 kostet in unrevidiert vielleicht 50 bis 70 Euro, in komplett revidiert mit Originalzubehör gibt es maximal 200 Euro dafür. Noch schlimmer sieht es bei Philips, Grundig und Uher aus - bei Uher schlicht, weil es viel zu viele davon gibt, und bei Grundig hält das Image sogar beim einzigen respektablen Großspuler TS1000 die Preise immer noch unten.
Gruß Frank
