Tach aus Aachen (noch so 'ne RdL)
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Moin,

ich heiße Martin, bin seit einem Jahr verrenteter Ingenieur, immer noch aktiver Musiker (aktuell final-virus.com), vor allem aber nach dem Studium in Aachen als naturalisierter Rheinländer dort hängengebliebener, genetischer Westfale.
Ich lese hier schon länger mit, da meine Schwägerin mir ein geerbtes TK24 zur Reparatur gab, das sie nach Jahrzehnten des Rumliegens "nur mal kurz eingeschaltet" hatte. Als es auf meinen Tisch kam, waren alle Kondensatoren durch, die das Audiosignal von der Anodenspannung entkoppeln sollten ... Die Reparatur endete erfolgreich nach Austausch aller teilweise stark zerbröselten WIMAs, der EL95 sowie eines zweifelhaften Kondensators im Oszillator und dadurch, dass die Spulen eines Woelke Kopfes aus den 70ern tatsächlich in den "Rest" des End-50er-Jahre Woelke Kopf passten. Mein Dank gilt dem Spender und Tipgeber! (liest du hier mit, Freddy?)

Dabei hat mich dann wohl der Tonband-Floh gebissen: Ich habe mich nach Weiterlesen hier für die RdL entschieden und nach wartendem Beobachten in den kleinen Anzeigen eine für kleines Geld in der Nähe gefunden:
  • SN 264 4 90502, Z324 von 11/71, untere Abdeckung von 2/72, Schleiflack weiß, dunkles Bedienfeld
Inzwischen ist sie - nicht zuletzt Dank dieses Forums - wiederhergestellt, wobei durchaus ein paar mehr Dinge zu tun waren als Säubern der Tonköpfe. Elektronische Bauteile - inkl. Elkos - tausche ich nur bei Defekt oder Ankündigung eines solchen, aber es gibt kaum einen Lappen, den ich nicht nach Service Handheft verbogen habe. Dank aus Jugendtagen stammenden Kontakten zu inzwischen halblegalen Dingen konnte ich mir auch eine 1N-Federwaage zum Einstellen des ominösen Bandzugkomparators leihen. Angel  Das zum elektrischen Abgleich nach Service Handheft benötigte NF-Audio-Messzeugs habe ich selber.

Schlimmstes Manko waren auch nach Arbeitspunkteinstellung der Endstufen zerrende Lautsprecher, eine Organspende aus einem rumpelnden Variocord 520 mit harten Gummiteilen half. Ansonsten hatte ich Glück: alles war dran bzw. dabei, Riemen und Gummibeläge waren noch OK bis auf eine nur kleine Delle im Reibrad. Die wurde weggedreht, ein ehemaliger Slotcar-Fahrer weiß, wie man mit Gummirädern umgeht. Kupplungen und Filze sind optisch, haptisch und in Funktion OK, die Bremsen machen ihrem Namen nach "Fahrradschlauch-Erweiterung" wieder alle Ehre. Die Tonköpfe sind optisch noch gut (2-komma-Mitte mm) und mit Musik sowie Messen mit 15kHz Sinus vor und hinter Band auch sonst. Meine Fledermaustage sind vorbei, drüber höre ich eh nichts mehr ...

Sie läuft daher mechanisch gut und "geräuschfrei": Beim Umspulen übertönt das Klacken des Bandzählwerks deutlich alles andere, bei Aufnahme/Wiedergabe ist selbst das weg. Insbesondere rumpelt und surrt gar nichts, Klaviertest erfreut.

Meine Holde erklärt mich nicht zum ersten Mal - wenn es nach mir geht auch nicht zum letzten - für verrückt. Ich aber sage vielen Dank an die kompetenten und weiterverweisenden Forumsmitglieder!

Martin
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Tach aus Aachen (noch so 'ne RdL) - von MartinM - 09.09.2025, 10:16
RE: Tach aus Aachen (noch so 'ne RdL) - von JUM - 09.09.2025, 18:51

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