07.09.2025, 22:22
Von der Mailänder Firma Geloso war hier ja schon die Rede. Ich hatte vor einigen Jahren deren Modell G255 vorgestellt, welches bei seiner Einführung 1955 durch sein ungewöhnliches Erscheinungsbild auffiel. Sein nur aus wenigen Kunststoffteilen bestehendes Gehäuse, der Deckel aus transparentem Kunststoff und die Reihe verschiedenfarbiger Tasten für die Laufwerksfunktionen sollten charakteristisch für etliche nachfolgende Modelle des Hauses werden.
Um einen dieser Nachfolger geht es hier.
Das G255 verfügte über zwei Bandgeschwindigkeiten, 4,75 und 9,5 cm/s, konnte aber nur Spulen bis 8 cm aufnehmen. Mit der Vorstellung der ersten Nachfolger 1959 kam es zu einer Aufspaltung. Es gab einerseits kleine Geräte für 8er-Spulen, jetzt aber nur noch mit 4,75 cm/s laufend, in Gestalt von nacheinander G256, G257, G600. Und es gab für höhere Ansprüche größere Geräte für 13er-Spulen, die auch mit 9,5 cm/s liefen, nämlich G258 und G268.
Ersteres wurde 1959 vorgestellt, letzteres in der Ausgabe Nr. 81 der vierteljährlichen Hauszeitschrift Bollettino Tecnico Geloso vom Sommer 1961. Um dieses G268 geht es hier. Worin der Unterschied 258/268 besteht, ist mir unklar. Bei Erscheinungsbild und Schaltplan sind mir bisher keine Unterschiede aufgefallen.
Das G268 ist ein kompaktes Gerät mit den Abmessungen 34 x 22 x 16 cm (B x T x H) und einem Gewicht von ca. 6 kg. Wie beim Urahn besteht das Gehäuse aus wenigen Kunststoffteilen, einer Boden- und einer Deckplatte sowie zwei Halbschalen, die Front und Rückseite bilden.
An der rechten Seite gibt es die erwähnten verschiedenfarbigen Tasten für Aufnahme, Stop, Wiedergabe und Rücklauf, darunter den Netzschalter sowie Lautstärke- und Klangregler, letzterer als ein Plus, auf das die kleineren Modelle alle verzichten mußten.
Oben zwischen den Spulen sitzt der Geschwindigkeitswähler für 9,5 – 4,75 – 2,38 cm/s. Für die höchste Geschwindigkeit gibt Geloso einen Frequenzumfang von 50 bis 12000 Hz an.
Der Urahn G255 mußte noch ohne Bandlängenzähler auskommen, die Nachfolger bekamen ab 1959 einen spendiert, hier in Gestalt einer Ein-Zeiger-Banduhr.
Auch beim Aussteuern bieten die großen Modelle mehr Komfort dank einer Anzeigeröhre EM 84 statt des winzigen Ausrufezeichens DM 70 der kleinen Geschwister.
An der Rückseite findet man einige Anschlußmöglichkeiten.
Rechts die Anschlüsse für Kontrollkopfhörer und externen Lautsprecher:
Links die Anschlüsse für Fernbedienung und Mikrophon:
An der Vorderseite wird auf die hohe Klangqualität hingewiesen.
An der Unterseite des Koffers sitzt der Spannungswähler.
Soweit das Äußere.
Nach Lösen einiger Schrauben an Deck- und Bodenplatte (eine versteckt sich unter der silbrigen Abdeckung rund um die Anzeigeröhre, weshalb deren drei Schrauben auch gelöst werden müssen), läßt sich das Chassis komplett vom Gehäuse trennen. Der Lautsprecher ist mit dem Chassis über einen Stecker verbunden.
Auf dem Lautsprecher findet man ein Herstellungsdatum desselben, bei Geloso üblicherweise in der Form JJTTMM. Dieser hier stammt also vom August 1960. Das Gerät ist aber etwas jünger, denn die Röhren wurden erst zwischen September und November 1961 bei der belgischen M.B.L.E. und bei Philips in Heerlen gefertigt.
Ein Blick von oben auf das Chassis:
Das Laufwerk kommt mit nur einem Motor und ganz ohne Riemen aus. Ein Reibrad treibt das Schwungrad an, ein zweites den Unterteil des rechten Bandtellers, auf dem der obere auf einem Filzring aufliegt. Ein kleines Gummirad drückt bei Bedarf für den schnellen Vorlauf gegen beide Teile und stellt so den Kraftschluß zwischen unten und oben her. Für den schnellen Rücklauf wird das Reibrad mittels Zugmagnet nach links gedrückt und treibt über ein Zwischenrad den linken Bandteller an.
Der aufmerksame Leser hat vielleicht bemerkt, daß es keine Taste für den schnellen Vorlauf gibt.
Dafür muß man – wie schon beim Urahn G255 – im Wiedergabebetrieb den roten Hebel an der Vorderseite nach links bewegen, wo er einrastet. Damit werden die Andruckrolle von der Tonwelle und die Andruckfilze von den Köpfen abgehoben, gleichzeitig wird besagtes kleines Gummirad gegen den rechetn Bandteller gedrückt und das Band wird halbwegs flott durchgezogen. Mit dem roten Hebel geschieht dies alles rein mechanisch, die Fernbedienung erledigt das über Zugmagnete.
Die Banduhr wird per Getriebe und Welle vom linken Bandteller angetrieben.
Am rechten Bandteller befindet sich dieser Schleppschalter:
Er verhindert, daß beim direkten Umschalten von Rücklauf auf Wiedergabe die Andruckrolle und die Andruckfilze bereits angedrückt werden, während das Band noch in der Rückwärtsbewegung ist. Eine sinnvolle Einrichtung, wenn das G268 als Diktiergerät verwendet wird.
Die beiden Köpfe sitzen – wie schon beim G255 – unter einer gemeinsamen Abschirmung.
Ein seitlicher Blick auf das Chassis:
Nach Lösen weniger Schrauben und einiger Steckverbindungen können Ober- und Unterteil von einander getrennt werden.
Das Oberteil trägt den Tastensatz, den Motor und drei Zugmagnete.
Beim Motor kam Zinkdruckguß zum Einsatz, was zu Problemen führen kann. Dieser hier läuft noch problemlos.
Auf dem Unterteil des Chassis findet man die gesamte Elektronik samt Netztrafo und Übertrager.
Es handelt sich um einen vierstufigen Verstärker mit den Röhren ECC 83, ECC 83, EL 90. Eine der vier Trioden wird nicht zur Verstärkung verwendet. Sie ist als Diode geschaltet (Steuergitter mit Anode verbunden) und richtet das Nf-Signal zur Ansteuerung der Anzeigeröhre gleich, die hier auch im Wiedergabebetrieb Regung zeigt.
Um einen dieser Nachfolger geht es hier.
Das G255 verfügte über zwei Bandgeschwindigkeiten, 4,75 und 9,5 cm/s, konnte aber nur Spulen bis 8 cm aufnehmen. Mit der Vorstellung der ersten Nachfolger 1959 kam es zu einer Aufspaltung. Es gab einerseits kleine Geräte für 8er-Spulen, jetzt aber nur noch mit 4,75 cm/s laufend, in Gestalt von nacheinander G256, G257, G600. Und es gab für höhere Ansprüche größere Geräte für 13er-Spulen, die auch mit 9,5 cm/s liefen, nämlich G258 und G268.
Ersteres wurde 1959 vorgestellt, letzteres in der Ausgabe Nr. 81 der vierteljährlichen Hauszeitschrift Bollettino Tecnico Geloso vom Sommer 1961. Um dieses G268 geht es hier. Worin der Unterschied 258/268 besteht, ist mir unklar. Bei Erscheinungsbild und Schaltplan sind mir bisher keine Unterschiede aufgefallen.
Das G268 ist ein kompaktes Gerät mit den Abmessungen 34 x 22 x 16 cm (B x T x H) und einem Gewicht von ca. 6 kg. Wie beim Urahn besteht das Gehäuse aus wenigen Kunststoffteilen, einer Boden- und einer Deckplatte sowie zwei Halbschalen, die Front und Rückseite bilden.
An der rechten Seite gibt es die erwähnten verschiedenfarbigen Tasten für Aufnahme, Stop, Wiedergabe und Rücklauf, darunter den Netzschalter sowie Lautstärke- und Klangregler, letzterer als ein Plus, auf das die kleineren Modelle alle verzichten mußten.
Oben zwischen den Spulen sitzt der Geschwindigkeitswähler für 9,5 – 4,75 – 2,38 cm/s. Für die höchste Geschwindigkeit gibt Geloso einen Frequenzumfang von 50 bis 12000 Hz an.
Der Urahn G255 mußte noch ohne Bandlängenzähler auskommen, die Nachfolger bekamen ab 1959 einen spendiert, hier in Gestalt einer Ein-Zeiger-Banduhr.
Auch beim Aussteuern bieten die großen Modelle mehr Komfort dank einer Anzeigeröhre EM 84 statt des winzigen Ausrufezeichens DM 70 der kleinen Geschwister.
An der Rückseite findet man einige Anschlußmöglichkeiten.
Rechts die Anschlüsse für Kontrollkopfhörer und externen Lautsprecher:
Links die Anschlüsse für Fernbedienung und Mikrophon:
An der Vorderseite wird auf die hohe Klangqualität hingewiesen.
An der Unterseite des Koffers sitzt der Spannungswähler.
Soweit das Äußere.
Nach Lösen einiger Schrauben an Deck- und Bodenplatte (eine versteckt sich unter der silbrigen Abdeckung rund um die Anzeigeröhre, weshalb deren drei Schrauben auch gelöst werden müssen), läßt sich das Chassis komplett vom Gehäuse trennen. Der Lautsprecher ist mit dem Chassis über einen Stecker verbunden.
Auf dem Lautsprecher findet man ein Herstellungsdatum desselben, bei Geloso üblicherweise in der Form JJTTMM. Dieser hier stammt also vom August 1960. Das Gerät ist aber etwas jünger, denn die Röhren wurden erst zwischen September und November 1961 bei der belgischen M.B.L.E. und bei Philips in Heerlen gefertigt.
Ein Blick von oben auf das Chassis:
Das Laufwerk kommt mit nur einem Motor und ganz ohne Riemen aus. Ein Reibrad treibt das Schwungrad an, ein zweites den Unterteil des rechten Bandtellers, auf dem der obere auf einem Filzring aufliegt. Ein kleines Gummirad drückt bei Bedarf für den schnellen Vorlauf gegen beide Teile und stellt so den Kraftschluß zwischen unten und oben her. Für den schnellen Rücklauf wird das Reibrad mittels Zugmagnet nach links gedrückt und treibt über ein Zwischenrad den linken Bandteller an.
Der aufmerksame Leser hat vielleicht bemerkt, daß es keine Taste für den schnellen Vorlauf gibt.
Dafür muß man – wie schon beim Urahn G255 – im Wiedergabebetrieb den roten Hebel an der Vorderseite nach links bewegen, wo er einrastet. Damit werden die Andruckrolle von der Tonwelle und die Andruckfilze von den Köpfen abgehoben, gleichzeitig wird besagtes kleines Gummirad gegen den rechetn Bandteller gedrückt und das Band wird halbwegs flott durchgezogen. Mit dem roten Hebel geschieht dies alles rein mechanisch, die Fernbedienung erledigt das über Zugmagnete.
Die Banduhr wird per Getriebe und Welle vom linken Bandteller angetrieben.
Am rechten Bandteller befindet sich dieser Schleppschalter:
Er verhindert, daß beim direkten Umschalten von Rücklauf auf Wiedergabe die Andruckrolle und die Andruckfilze bereits angedrückt werden, während das Band noch in der Rückwärtsbewegung ist. Eine sinnvolle Einrichtung, wenn das G268 als Diktiergerät verwendet wird.
Die beiden Köpfe sitzen – wie schon beim G255 – unter einer gemeinsamen Abschirmung.
Ein seitlicher Blick auf das Chassis:
Nach Lösen weniger Schrauben und einiger Steckverbindungen können Ober- und Unterteil von einander getrennt werden.
Das Oberteil trägt den Tastensatz, den Motor und drei Zugmagnete.
Beim Motor kam Zinkdruckguß zum Einsatz, was zu Problemen führen kann. Dieser hier läuft noch problemlos.
Auf dem Unterteil des Chassis findet man die gesamte Elektronik samt Netztrafo und Übertrager.
Es handelt sich um einen vierstufigen Verstärker mit den Röhren ECC 83, ECC 83, EL 90. Eine der vier Trioden wird nicht zur Verstärkung verwendet. Sie ist als Diode geschaltet (Steuergitter mit Anode verbunden) und richtet das Nf-Signal zur Ansteuerung der Anzeigeröhre gleich, die hier auch im Wiedergabebetrieb Regung zeigt.
