BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen
#1
Liebe Tonbandfreunde!
Nach 50 Jahren habe ich mir als BRAUN-Fan der 70er-Jahre endlich meine damaligen Wunschmaschinen gegönnt: Ein BRAUN TG 1000/2 und ein BRAUN TG 1020/2. Beide Maschinen sind in einem wirklich gutem optischen und technischen Zustand und voll funktionsfähig. Früher, als junger Mensch, gehörte ich (auch aus preislichen Gründen) eher der Compact-Cassetten-Fraktion an.

Nun habe ich ein paar grundsätzliche Fragen speziell zu den Bandmaschinen des genannten Typs., die mich persönlich interessieren:

Braun schrieb damals in seinen Prospekten von der Verwendung  sog „geeichter“ Aussteuerungsinstrumenten und spendierte den Geräten für den linken und  rechten Kanal getrennte Pegelregler. Ja, wir sind im Consumerbereich, trotzdem stelle ich mir folgende Fragen:

1. Wenn man sich auch die frühere BRAUN-Werbung für die Geräte oder auch Bilder gebrauchter Maschinen von heute ansieht, fällt mir auf, dass die Zeigerinstrumente in dr Ruhestellung unterschiedliche Zeigerstände haben. Ich will damit sagen, dass z.B. das linke Instrument am Ende der aufgedruckten dB-Skala ruht, das rechte aber noch etwas weiter links davon, also außerhalb des Skalenbereichs ruht. Es sind vllt nur ein oder zwei Milimeter, aber es fällt auf. Vermutlich handelt es sich um unvermeidbare Fertigungstoleranzen und ist vermutlich nur optisch etwas störend.


2. Weil BRAUN aber die Pegelsteller für den linken und rechten Kanal nicht gekoppelt hat, stelle ich mir die Frage, wie ich z.B. bei Stereoaufzeichnungen, eine kanalgetreue Aufzeichnung hinbekomme. Stereosignale haben bekanntlich die Angewohnheit, dass dem linken und rechten Kanal unterschiedliche Signale zugespielt werden. Ich habe mich bisher damit beholfen, das Stereosignal auf Mono zu schalten, um die Ausschläge der Instrumente so aneinander anzugleichen. Dies könnte man sich schenken, wenn die Pegelsteller parallel arbeiten würden, was sie aber bei deinen Geräten nicht tun. Und damit komme ich zum entscheidenden 3. Punkt:

3. Bei gleicher Aussteuerung beider Kanäle muss ich die Pegelsteller unterschiedlich weit Aufdrehen. Beispiel: Bei Vollaussteurung des linken Kanals steht der linke Pegelstelle auf „5“, der rechte aber auf 5,5. Und wirkt sich die am Anfang beschriebene Zeigerdifferenz auch im normalen Aufnahmebetrieb aus.

Meine Fragen an Eure Expertise: 
Ist das alles so normal? Oder wie verfahrt Ihr, um eure Aufnahmen optimale auszusteuern? Natürlich sind die Geräte rund 50 Jahre alt und ich, als ihr neuer Besitzer, noch ein Stück älter. Und klar ist auch, dass elektronische Bauteile altern. Aber war es bei Neugeräten früher wirklich anders? Kann sich vllt jemand von Euch noch daran erinnern oder gibt es aktuell Nutzer dieser Maschinen, bei dem die kanalgleiche Pegelreglereinstellung für eine korrekte Aussteuerung beider Kanäle sorgt. Dazu braucht man nur einen konstanten Sinuston einspielen und auf z.B. 0 dB aussteuern. Stehen Eure Pegelsteller wirklich parallel? Denn das  würde dann für mich bedeuten, dass die Maschinen neu abgeglichen werden müsste.

Vielen Dank für Eure Zeit und den ein oder anderen Kommrntar.

VG Frank
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BRAUN TG 1000/1020: Verständnisfragen - von Frapip - 21.06.2025, 04:22

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