(16.07.2024, 09:47)Vollspurlöschkopf schrieb: Ich wundere mich auch dass ein einstiges Oberklasse-Tonbandgerät derartige Maßnahmen nötig hat. Brummt das wirklich so arg? Ich habe keine Erfahrung mit dem RdL.
VG Stefan
Stefan,
die Situation ist, dass Uher verschiedene Versionen des Netztrafos hatte. In meinem Gerät ist noch ein allseitig offener Trafo verbaut. Außerdem scheinen die Philberth-Bleche nicht fachgerecht geschichtet zu sein, was das externe Streufeld erklärt. Ansonsten ist der Trafo sauber dimensioniert. Man erkennt dies daran, dass er kaum warm wird und folglich wenig Verluste hat!
Diese frühe Geräteausführung dürfte auch in Diciols Test vorgelegen haben, weshalb er den schlechten Brummabstand ja auch bemängelte. Den Brumm kann auch ein ungeübter Hörer heraushören. Die späteren Versionen der RdL hatten einen geänderten Trafo mit Abshirmhauben. Von da aus war vermutlich das Brummproblem bei diesen späteren Geräten nicht mehr so deutlich wahrnehmbar -wenngleich abgeschwächt aber immer noch vorhanden. Die Problematik des Motorstreufeldes erkennt man jedoch erst, wenn man den Trafo aus dem Gerät entfernt bzw. komplett totlegt und dann den Versuch mit Aufnahme auf 2,4 und Wiedergabe auf 19 macht. Schaltet man den Motor in der laufenden Aufnahme ab, so läuft die Schwungmasse noch eine kurze Zeit weiter und auf dem auslaufenden Bandstück wird auch weiter aufgenommen- bis zum Bandstillstand. Ich konnte erkennen, dass in dem Moment, wo der Motor stromlos wurde, auch der Brumm in der Aufnahme verschwand. Das war der Beweis!.
Ohne angeschlossene Tonspannung und bei zugezogenen Eingangsreglern wird man den Brumm im Bandrauschen trotzdem dauernd hören. Dann erst bemerkt man den vom Motor verursachten Brummanteil. Die Streufelder der beiden Komponenten (Trafo und Motor) überlagern sich und man kann am Anfang der "Brummrecherche" nicht sagen, welches Bauteil dafür hauptsächlich verantwortlich ist. Im Verlauf meiner Versuche und Messungen stellte sich auch erst sukzessive heraus, dass eine monokausale Ursache des Brumms ausgeschlossen werden konnte. Der Brumm entstand in realiter durch das Zusammenwirken verschiedener Störquellen. Die Lösung der Aufgabe gelingt nur durch systematische Trennung und separate Untersuchung der als mögliche Ursache erkannten Einzelfaktoren!
Im Übrigen: auch eine A77 und A700 brummt merklich; die frühen Versionen mehr als die späteren. Mit einem frequenzselektiven Voltmeter (oder Spektrum-Analysator) kann man das gut verfolgen! Im Falle der frühen A700 wurde zudem mit einem 1µF-Folienkondensator zwischen Chassis und Schaltungsnull getrickst.
Martin
