18.03.2025, 15:19
(07.07.2024, 20:58)al3x135 schrieb: Servus zusammen,Halte ich für äusserst fragwürdig, denn:
der YouTube-Kanal VWestlife dürfte einigen von euch hier schon bekannt sein, aber falls jemand den Kanal oder das neueste Video darauf noch nicht kennt / gesehen hat, möchte ich das hier mal teilen.
Hier wurde ein einem Experiment getestet, in wie fern Schallplatten denn bei Verwendung von Einsteiger- und Mittelklassetonabnehmersystemen auf Dauer nun wirklich verschleißen:
...
Ich fand das ganz interessant, gerade weil ja häufig behauptet wird, dass gerade preiswertere Geräte mit ihren Abnehmersystemen für einen deutlich merkbaren Verschleiß nach nur wenigen Abspielvorgängen sorgen.
1. eine konische Nadel taucht natürlich nicht so tief in die Rille ein wie schärfere Schliffe. Deshalb:
2. je schärfer ein Schliff, desto genauer muss die Justage sein, die zudem:
a) abhängig ist von der Dicke einer Schallplatte (auch Verwellung)
b) abhängig von der Presszeit und vom Pressort ist, z.B. USA, UK, Deutschland, DDR, Ungarn, Frankreich
c) ob eine Schallplatte durchgehört wird, d.h. beide Seiten, da sich Vinyl während des Abspielens erhitzt und sogar verformt.
Je mehr Kontakt der Schliff zu den Rillenflanken hat, desto mehr Wärme = Verformung
Werden also Seiten mehrmals, u.U. sogar statt 33rpm mit 45rpm abgespielt (alleine das macht schon mehr Hitze), ist der Verschleiss bei schärferen Schliffen viel hochgradiger!
Wenn nun noch nicht korrekt justiert, verstärkt dies den Verschleiss nochmals deutlich
3. Ältere Platten, z.B. Decca SXL und alte US Living Stereos etc. haben weniger Stücke pro Seite, der Abstand zwischen den Rillen ist grösser, da damals noch für konische oder höchstens elliptische Schliffe gepresst. Auch da ist die Erwärmung + Verschleiss geringer.
Die beim Test verwendeten Plattenspieler erlauben kaum Justage, da ist gerade mal Überhang, Auflage und Antiskating möglich.
Für die meisten, die einfach nur Musik geniesen wollen, völlig in Ordnung.
Nur ist das in etwas dasselbe, als wenn man einen normalen Sonntags-Radfahrer auf professionelles Rennrad setzt.
Damit ist er völlig überlastet.
Bei Smartphones ist das etwas anderes, da mit viel KI im Einsatz können gute davon heutzutage zumindest für den Laien erstaunlich "gute" Ergebnisse zeitigen.
So erlebt es auch der Durchschnittshörer mit Analog vs. Digital.
U.U. klingt für den MP3 misswöhnten Dauerhörer eine Schallplatte auf einem gut eingestellten Thorens so ungewohnt als dass der den Klang so richtig schlecht empfindet. Wenn dann noch gewohnt, dass künstliche Bässe wie in manchen PKWs dröhnen und
knallen, dann ist Analog aber sowas von langweilig.
Das sind nur einige Faktoren.
Insoweit ist dieser Test eine Art Milchmädchenrechnung, die so vermute ich mal auf viel Nichtwissen basiert.
Hinzu kommt, dass je einfacher ein Nadelschliff ist, je kürzer die Lebensdauer einer solchen Nadel.
Ich habe gerne z.B. mit dem Denon DL103 Musik gehört, verwende es für ältere Scheiben von Decca, RCA etc.
Modernere Scheiben mit zudem mehr Rillen pro LP-Seite klingen eindeutig mit schärferen Schliffen besser.
Will man nun nicht mit entweder Wechseltonarmrohren (die zumindest auch eine VTA Einstellungsänderung benötigen)
oder mit 2 bis 3 Tonarmen (was so richtig ins Geld geht), dann muss man eben einen entsprechenden Kompromiss finden.
