EQ Einstellung bei ReVox B77 und im allgemeinen!
#2
Zitat:Gyrator postete

Bei meiner B77HS CCIR gibt es da nicht mehr viel zu regeln, da schon die minimalste Pegelanhebung schon zwischen 1-2dB liegt.
Ist das Normal?

Thomas
Hallo Thomas,

die B77 besitzt leider jeweils nur einen Regler für EQ Slow und Fast.

Die Frequenzgänge der Aufnahmeverstärker sind so fixiert, daß durch Einpegeln (bei -20dB) bei einem Bezugspunkt (Frequenz) von 12kHz innerhalb 0...+1dB gegenüber 1kHz, ein linearer Frequenzgang über alles resultiert.

Sollte sich dieser Wert nicht einstellen lassen, da sich der Regler bereits, wie in Deinem Falle, am Minus-Anschlag befindet, so ist mit Sicherheit der für die verwendete Bandsorte eingestellte BIAS-Wert, zu niedrig gewählt.

Bei der anschließenden Frequenzgangkontrolle "über Band" wird dieser Fehler dann deutlich.
Bei Verwendung einer Bandsorte, für die der empfohlene Delta-U(dB)-Wert für die Maschine nicht zur Verfügung steht, muß der optimale Wert für den Vormagnetisierungsstrom nach erfolgter Grobeinstellung, emphierisch ermittelt werden.
Dazu sollte der EQ-Regler auf Mittelstellung stehen und die Frequenzgangeinstellung (0...+1dB) bei 12kHz mit dem BIAS-Regler erfolgen.
Da Maschine und Band eine komplexe Einheit bilden, ist ein optimaler, linearer und symmetrischer "Frequenzgang-Feinabgleich" wird nur durch wechselweises Verstellen von EQ und Bias möglich. Mit angeschlossenem Wobbelgenerator und Oszi, bzw. einem Spectrumanalizer kann man die Änderungen sofort sichtbar machen.

Die empfohlenen Bezugspunkte (Frequenzen) für den Abgleich des Frequenzganges sind natürlich vom Hersteller und der verwendeten Bandgeschwindigkeit abhängig.
Z.B. empfiehlt STUDER für seine Maschinen bei 9,5cm/8kHz;19cm/10kHz;
38cm/12,5kHz;76cm/16kHz.

Die leichte Höhenanhebung innerhalb 2dB ist bei den späteren Bandmaschinen gewollt (Symmertrie zum Tiefenabfall), da in diesem Bereich allgemein die Schwächen von Bandmaschinen liegen, der Klang dadurch sehr durchsichtig wird (ähnlich der konkurrierenden CD) und später an dieser Stelle von selbst die ersten Verluste (Pegelabsenkungen) auftreten.

Frequenzgänge von Bandmaschinen werden möglichst linear und symmetrisch eingestellt, d.h.die systembedingten Abweichungen vom Sollwert sollten in der Praxis zu gleichen Beträgen im positiven wie im negativen Bereich der -20dB-Linie zu liegen kommen.

Gruß Bernd
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[Kein Betreff] - von Gyrator - 30.09.2005, 08:37
[Kein Betreff] - von capstan - 30.09.2005, 11:12
[Kein Betreff] - von Gyrator - 04.10.2005, 10:59
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