Vergleich EMTEC LPR35 zu Quantegy 457/ReVox641
#11
Zitat:Gyrator postete
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Es könnte natürlich auch sein das die Sache mit dem Einmessen nach Spezifikation des Bandmaterialsherstellers völlig überbewertet wird.
Ich habe da vor allem die lockeren Einmessverfahren des Herstellers ASC vor Augen. Z.B. ReVox und Braun geben konkrete delta dB Werte zum Einmessen auf bestimmte Bandtypen vor. ASC juckt das alles nicht, hier wird der VM einfach über ein Pegelmaximum auf linearen Frequenzgang innerhalb großzügig vorgegebener Grenzen justiert.

Gruß
Thomas
Lieber Thomas,

genau da sehe ich (bei Dir) das Problem angesiedelt: Zwischen Pfusch ("ASC juckt das alles nicht") und Erbsenzählerei (das war einer meiner Ausstiegsgründe bei Schieschkes, als das ein Wirrkopf 10kHz K3-Klirraktormessungen über Band auf seine Messstrippen schrieb und ein anderer um 4,5 oder 5,7 dB delta S10 bei einem (m.M.nach besch...) Quantegy-Band rumhackte). Zwei Dinge sind wesentlich seit Anbeginn: geringe Verzerrungen und gerader Frequenzgang. Punkt.

Das Rauschen ist immer weit genug weg, wenn Du "hoch henug" aussteuerst. Leider sind nun mal diese beiden Zielvorgebanen nicht nur von VM und EQ-Einstellung (und dem absoluten Aufsprechstrom) abhängig, sondern von dem vielzitierten Zusammenwirken aller Beteiligten: Bandlauf, Bandzug (!), Bandgeschwindigkeit, Bandmaterial, und und und.

Wenn Du, nach so vielen Jahren B-77 Besitz und Benutzung, immer noch glaubst, der "Profi" würde da ausschließlich nach irgendwelchen Vorgaben / Vorschriften arbeiten, dann hast Du was Wesentliches am magnetischen Aufzeichnungsvorgang nicht begriffen. Die "Werte" brauchst Du, um unterschiedliche Materialien (Bandtypen) gegeneinander einschätzen zu können, eine grobe Zuordnung ihrer Tauglichkeit und Einsetzbarkeit OHNE LANGWIERIGE EXPERIMENTE treffen zu können. Es sind auch Garantiedaten, also: vom Hersteller garantierte Daten...

Hast Du dann ein konkretes Band vor Dir liegen, dann wird EBEN DARAUF EINGEMESSEN und Schluß. Im Rahmen der Einmess-Methodik, orientiert an den Delta's, die im Datenblatt stehen. Du willst ja nicht den bekannten Arbeitspunkt des Bandes Ermitteln, sondern möglichst bald nach Beginn der Einstellarbeiten Benutzen! Erreichst Du dann die beiden "Hauptziele": glatter Frequenzgang und Klirr-Minimum-Kompromiss, dann ist der Vor-Hinterband Unterschied am Minimalsten und so soll das sein. Dann ist auch alles andere "in Ordnung", sofern keine Defekte vorliegen... Es gibt die Universalkompatibilitätseierlegendewollmilchsaueinstellung für 4,75-76 nicht.

Bei Friedrichs Beitrag war es schon mal angedeutet: es kann (in diesem Sinne: pro ASC-Gejucke...) gut sein, daß bei zwei verschiedenen Bandsorten, die ein unterschiedliches delta S10 wollen, der zugehörige, vom Sprechkopf abzugebende Vormagnetisierungsstrom durchaus der gleiche ist. Also gleiche "Potistellung". Also eigentlich, zumindest in diesem Punkt: Kompatibilität / Austauschbarkeit OHNE ÄNDERUNG. Dennoch mußt Du, beim Einmessen des einen oder anderen Bandes den unterschiedlichen Wert berücksichtigen, um dann letztlich zu derselben Vormagnetisierungseinstellung zu kommen...

Vergiß aber bitte nicht, daß Du ja immer an mehr als einer Schraube drehst, wenn Du eine "Betriebseinmessung" machst. Das Ziel hab' ich nun schon zweimal erwähnt. Daher ist es letzlich egal, wo am Ende die absoluten Werte stehen bleiben, ob bei x, y oder z delta S10, und je nach Kopfverschleiß / Bandlauf (sehr schön an einem "digitalen Poti" wie in einer A-810 / 812 / 8210 ablesbar) sind die auch noch leicht unterschiedlich (ASC läßt grüßen...)

So betrachtet, schadet es also sicher nicht, da eigene EXPERIMENTE nachzuschieben (Versuch macht kluch, immernoch meine Meinung), aber die Erkenntnisse liegen alle vor. Geheimnisse gibt's keine mehr. Es geht ums Nachvollziehen. Oder ums "richtige Anwenden". Die ha'm das 40 Jahre lang schon richtig gemacht... meistens... Und im Amateursektor wurde 40 Jahre lang "viel geglaubt", offenbar auch heute noch...

Ich laß das jetzt mal so stehn,

Pit

P.S.: ich sehe, daß MichaelF. gerade schon was über die Freunde von überm Teich nachgeschoben hat, ich spar mir meine diesbezüglichen bissigen Kommentare. Geradlinig und sachlich korrekt solls ja sein...

zur Entstehung der A-810: S.2 ff im ersten SwissSound von 1982
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