01.09.2005, 16:16
Also, liebe Mitdiskutierer,
die Erfahrung lehrt: wer ein Datenblatt erklären will, muss einen kompletten Kurs in Magnetbandtheorie mitliefern - aber so weit soll es hier nicht kommen.
MichaelB: den Beurteilungen der Agfa bzw. der BASF lagen ausschließlich Messungen zugrunde, wobei bei wichtigeren Vergleichen (z.B. Audio professional) immer Kurvenscharen aufgenommen wurden, in den letzten Jahren in München sogar (teil-) automatisiert. Die jeweiligen Meßverfahren sind in IEC 94 standardisiert; dass sie nach Möglichkeit praxisrelevant sein müssen, war ein wesentlicher Gesichtspunkt ihrer Definition (also der fachlichen Kompetenz der Arbeitsgruppen-Mitglieder). Anders dürfte ein einigermaßen objektiver Vergleich nicht möglich sein.
In meinem obigen Beitrag habe ich versehentlich einen wichtigen Umstand "unterschlagen", und zwar das Referenzleerband, gewissermaßen das "Urmeter" für Tonbänder eines bestimmten Anwendungsbereichs - für den Bereich Heimton war das BASF DP 26 Charge C 264 Z. Das LPR 35 entspricht genau diesem Referenzleerband (plus-minus Fertigungstoleranzen). Wenn in dem Ampex-Datenblatt ein anderes Band genannt ist, kann dieses Datenblatt nicht (oder nur mit Einschränkungen) zur Nachprüfung der Aussage "BASF kompatibel mit Ampex" benutzt werden. Es ist nämlich durchaus vorstellbar, dass Band X seinen Arbeitspunkt dS10 = -5 db BEI DERSELBEN STROMSTÄRKE erreicht wie Band Y den seinen mit dS10 = -4 dB. Bei Agfa-und BASF-Datenblättern ist "0 dB" (der waagerechten Achse) immer der Arbeitspunkt des jeweiligen Referenzleerbandes.
Gyrator-Thomas, deine "obigen" Fragen ließen sich nur beantworten, wenn unter identischen Bedingungen gemessene Kurvenscharen der beiden Bänder vorliegen würden. Wollte ich jetzt spekulieren, brächte das keine sicheren Ergebnisse.
Also: was tun? Ich würde den AP nach LPR 35 bestimmen, per Aufnahmeentzerrung auf möglichst linearen Frequenzgang einstellen und dann sehen, wie sich das "Fremdband" verhält - würde mich nicht wundern, wenn nur ein paar Zehntel dB Unterschied herauskämen.
Hans-Joachim: danke für die sorgfältig-mühselige Recherche. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Am bzw. Qu sich immer noch nicht in der Lage sehen, ein IEC-konformes Datenblatt zu machen. d.h., sich beispielsweise an dort vorgeschriebene Bezugspegel usw. zu halten. Letzlich, fürchte ich, ist das mal wieder den (von mir innig gehassten!) Anzeige-Eigenschaften der VU-Meter zu verdanken, die anscheinend in reichlich vielen Studios zum Einmessen herhalten müssen und damit heillos überfordert sind - es sind halt Lautheits-Abschätzhilfen und keine ernstzunehmenden Messgeräte (aber das - bitte, bitte - möchte ich hier nicht noch einmal diskutieren müssen, zumal ich nach sieben Jahren Abstinenz auf diesem Gebiet schon gleich gar nicht mehr sattelfest bin).
Noch was: nachdem die Längeneinheit hierzulande das Meter ist, haben die "pWb/mm" ausgedient - nach dem "Gesetz für Einheiten und Messwesen" (o.ä.) gibt man also "nWb/m" an. Erfreulicherweise sind die Maßzahlen gleich (schließlich geht es jeweils um den Faktor 1000).
Friedrich
die Erfahrung lehrt: wer ein Datenblatt erklären will, muss einen kompletten Kurs in Magnetbandtheorie mitliefern - aber so weit soll es hier nicht kommen.
MichaelB: den Beurteilungen der Agfa bzw. der BASF lagen ausschließlich Messungen zugrunde, wobei bei wichtigeren Vergleichen (z.B. Audio professional) immer Kurvenscharen aufgenommen wurden, in den letzten Jahren in München sogar (teil-) automatisiert. Die jeweiligen Meßverfahren sind in IEC 94 standardisiert; dass sie nach Möglichkeit praxisrelevant sein müssen, war ein wesentlicher Gesichtspunkt ihrer Definition (also der fachlichen Kompetenz der Arbeitsgruppen-Mitglieder). Anders dürfte ein einigermaßen objektiver Vergleich nicht möglich sein.
In meinem obigen Beitrag habe ich versehentlich einen wichtigen Umstand "unterschlagen", und zwar das Referenzleerband, gewissermaßen das "Urmeter" für Tonbänder eines bestimmten Anwendungsbereichs - für den Bereich Heimton war das BASF DP 26 Charge C 264 Z. Das LPR 35 entspricht genau diesem Referenzleerband (plus-minus Fertigungstoleranzen). Wenn in dem Ampex-Datenblatt ein anderes Band genannt ist, kann dieses Datenblatt nicht (oder nur mit Einschränkungen) zur Nachprüfung der Aussage "BASF kompatibel mit Ampex" benutzt werden. Es ist nämlich durchaus vorstellbar, dass Band X seinen Arbeitspunkt dS10 = -5 db BEI DERSELBEN STROMSTÄRKE erreicht wie Band Y den seinen mit dS10 = -4 dB. Bei Agfa-und BASF-Datenblättern ist "0 dB" (der waagerechten Achse) immer der Arbeitspunkt des jeweiligen Referenzleerbandes.
Gyrator-Thomas, deine "obigen" Fragen ließen sich nur beantworten, wenn unter identischen Bedingungen gemessene Kurvenscharen der beiden Bänder vorliegen würden. Wollte ich jetzt spekulieren, brächte das keine sicheren Ergebnisse.
Also: was tun? Ich würde den AP nach LPR 35 bestimmen, per Aufnahmeentzerrung auf möglichst linearen Frequenzgang einstellen und dann sehen, wie sich das "Fremdband" verhält - würde mich nicht wundern, wenn nur ein paar Zehntel dB Unterschied herauskämen.
Hans-Joachim: danke für die sorgfältig-mühselige Recherche. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Am bzw. Qu sich immer noch nicht in der Lage sehen, ein IEC-konformes Datenblatt zu machen. d.h., sich beispielsweise an dort vorgeschriebene Bezugspegel usw. zu halten. Letzlich, fürchte ich, ist das mal wieder den (von mir innig gehassten!) Anzeige-Eigenschaften der VU-Meter zu verdanken, die anscheinend in reichlich vielen Studios zum Einmessen herhalten müssen und damit heillos überfordert sind - es sind halt Lautheits-Abschätzhilfen und keine ernstzunehmenden Messgeräte (aber das - bitte, bitte - möchte ich hier nicht noch einmal diskutieren müssen, zumal ich nach sieben Jahren Abstinenz auf diesem Gebiet schon gleich gar nicht mehr sattelfest bin).
Noch was: nachdem die Längeneinheit hierzulande das Meter ist, haben die "pWb/mm" ausgedient - nach dem "Gesetz für Einheiten und Messwesen" (o.ä.) gibt man also "nWb/m" an. Erfreulicherweise sind die Maßzahlen gleich (schließlich geht es jeweils um den Faktor 1000).
Friedrich
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