Qualitätsunterschiede bei Streamingdiensten
#7
Hi Moritz,
der von dir zitierte c't-Artikel überrascht mich. Denn genau diese Zeitschrift hat vor einigen Jahren Streamingdienste getestet und dabei festgestellt, dass jeder Streamingsdienst die von der Industrie angelieferten Dateien mit eigenen Algorithmen "mastered" (falls das nicht schon nach Konzernvorgaben geschehen ist - Stichwort: "Mastered for Apple Music" etc.). Das führt dazu, dass man den Klang der verschiedenen Anbieter nämlich gar nicht mehr vergleichen kann - ungeachtet der technisch möglichen Qualität des Streamingformats.

Für mich bedeutet das: Streaming ist eine feine Sache. Aber nur, wer den Original-Tonträger hat (und zwar möglichst aus der Zeit der Erstveröffentlichung) kann sich ggf. ein Bild davon machen, wie sich Künstler und Tontechniker das Ergebnis vorgestellt haben. Dass bei alten Tonträgern andere Probleme dazukommen, ist uns ja ohnehin allen klar.

Noch ein Gedanke: die Industrie liefert in der Regel die Dateien an. Mir ist aufgefallen, dass die Qualität da schon variiert, bis hin zu offensichtlichen Fehlern (Drop outs oder unterschiedliche Pegel zwischen Tracks, die die Algorithmen der Player der Streaminganbieter eigentlich ausgleichen sollten usw.). Und da ich Spotify, Deezer und Napster ausgiebig, Apple Music und Amazon Music sporadisch getestet habe, kann ich sagen: das Problem liegt beim Zulieferer, nicht beim Streaminganbieter. Ich müsste noch einmal reinhören, ob die Dateien mittlerweile getauscht wurden. Auffällig war z.B. ein Album von David Lee Roth (ich meine, "Skyskraper").

Ich benutze Streaming, wenn ich nebenbei höre oder in etwas reinhören möchte. Das ist eine tolle Sache. Auch unterwegs streame ich und beruflich sowieso. Aber wenn ich zuhause genussvoll hören möchte, dann nicht. Wenn ich das wollte, würde ich vielleicht tatsächlich mal Tidal usw. ausprobieren. Mir würde dann aber das Auswahl-Ritual vor dem Platten-, CD-Schrank oder Tonbandarchiv fehlen...

Ich würde mir an deiner Stelle nicht allzu viel von den Brot-und-Butter-Streaminganbietern versprechen. Wenn man so an die Sache rangeht, ist man doch meistens überrascht, dass man gestreamte Musik ganz gut hören kann. Auch wenn sie vermutlich mit dem "Original" (s.o.) nicht mehr so viel zu tun hat.

p.s. Nachsatz zur schlechten Qualität von Amazon Music: wir haben hier mehrere Fire TV-Sticks und wenn man darüber Musik mit Amazon Music hört(e) (der Ton läuft ja dann auch digital über die HDMI-Schnittstelle), ist (oder war) der Klang tatsächlich überraschend mies. Da wir Sticks aus mehreren Generationen haben und die Geräte, denen die Sticks zuspielen, auch unterschiedlich sind, das Ergebnis aber immer ähnlich verwaschen**, vermute ich ein Problem mit der App. Die Sticks selbst liefern nämlich mit den Web-Radio-Apps und auch über die Film-App grandiosen Ton*. Vielleicht ist auch das behoben (das Problem bestand aber sicherlich mehrere Jahre). Ich nutze das deshalb nämlich schon sehr lange nicht mehr. Aber: über die Browser-App beispielsweise habe ich immer guten Sound gehabt! Deshalb vermute ich die FireTV-App als Problem...


* der Ton kommt natürlich nicht vom Stick, ist mir klar. Aber der digitale Datenstrom ist offensichtlich fehlerfrei.
** der Ton klingt, als ob er eine zu geringe Datenrate habe oder eine Datei mehrfach hin und her gewandelt wurde
Liebe Grüße
Thomas
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RE: Qualitätsunterschiede bei Streamingdiensten - von Darwin - 11.03.2023, 01:14

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