Hallo Finn,
Zuerst ein Nachtrag (stand noch nicht in Deinem vorletzten Beitrag, als ich geantwortet habe):
Wie ich befürchtet hatte - in RTM-Datenblättern geht leider einiges durcheinander. Ich glaube, letztmalig gemessen wurden sie wirklich noch zu EMTEC-Zeiten, danach wurden nur noch existierende Grafiken herumkopiert und in ein neues Layout gebracht. Das gezeigte Datenblatt sieht aus wie ein SM900, und nicht wie ein SM911 - siehe Anhänge.
An Deiner Stelle würde ich auch mit dem PEM268 weitermachen - das SM911 ist ein Standard-Band und damit dicker, als es Heimgeräte normalerweise mögen. Gerade bei Viertelspur ist es gut, wenn das Band etwas dünner und schmiegsamer ist. Technisch sind beide etwa auf gleichem Entwicklungsstand.
Deine Schlussfolgerung, dass die Akai das SM911 nicht richtig Biasen kann, teile ich noch immer nicht. Der Arbeitspunkt liegt ziemlich ähnlich wie beim LPR35. Auch wenn es ein SM900 wäre (wie in Deinem Datenblatt), sollte der Bias-Strom nicht das Problem sein. Aber sei es drum - Pfade reduzieren und zum Ziel kommen.
Zum neuen Beitrag:
Beim absoluten Pegel geht es darum, ob Du gerade bei 320 nWb/m oder 20 dB darunter, also bei 32 nWb/m unterwegs bist. Das kann man zweifelsfrei nur mit einem Messband feststellen, das Du gerade nicht hast. Behelfsweise hätte ich unterstellt, dass wahrscheinlich 0 dB am VU-Meter ganz grob irgendwas zwischen 150 und 300 nWb/m sind. Aber das ist jetzt auch erstmal dahin, wenn Du schon an der Wiedergabelautstärke gedreht hast.
Egal. Wichtig ist der Grundsatz: Frequenzgang-Messungen, wie Du sie gezeigt hast, niemals bei Bezugspegel, sondern immer 20 dB darunter zu machen, sonst läuft man in die falsche Richtung. Das gleiche gilt für die ΔS-Methode - immer ca. 20 dB unter Bezugspegel. Vielleicht gehst Du nochmal 5-10 dB von Deinem jetzigen "Versuchspegel" zurück, dann könnte es so etwa passen.
Ich würde Dir immernoch raten, die pragmatische Einmessmethode "gleicher Pegel bei 400 Hz und 10 kHz" wie oben beschrieben zu wählen. Natürlich wieder ca. 20 dB unter Bezugspegel (kommt auf 5 dB mehr oder 10 dB weniger nicht an). Damit kommst Du am schnellsten zu einem Arbeitspunkt, mit dem Du weitermachen kannst. Wenn er Dir gefällt, bleib dort. Wenn nicht, nimm den Bias etwas zurück und versuch es nochmal.
Die Alternative ist die ΔS-Methode: Nach Deinem Datenblatt sind es ca. 5 dB 10 kHz-Abfall vom Maximum, um das Klirrminimum zu finden. Ebenfalls ausprobieren, hören, von dort weiter experimentieren.
Ja, ich denke schon. Wenn die Sättigung weit über dem Bezugspegel liegt, dann ist der Klirr bei Bezugspegel geringer.
Nein, eigentlich nicht. Die nötigen Bias-Ströme liegen bei den meisten Bändern einer Generation etwa in der gleichen Größenordnung. Deswegen glaube ich auch nicht, dass Deine Akai mit dem SM911 ein Problem hätte.
Nein, wie gesagt, das stimmt so nicht.
Also, dann probiere einfach beide genannten Einmess-Methoden (Pegelgleichheit und ΔS) einmal aus. Mit dem, was Du schon gemacht und durchdacht hast, sollte das eine schnelle Übung sein.
Viele Grüße
Andreas
Zuerst ein Nachtrag (stand noch nicht in Deinem vorletzten Beitrag, als ich geantwortet habe):
Wie ich befürchtet hatte - in RTM-Datenblättern geht leider einiges durcheinander. Ich glaube, letztmalig gemessen wurden sie wirklich noch zu EMTEC-Zeiten, danach wurden nur noch existierende Grafiken herumkopiert und in ein neues Layout gebracht. Das gezeigte Datenblatt sieht aus wie ein SM900, und nicht wie ein SM911 - siehe Anhänge.
An Deiner Stelle würde ich auch mit dem PEM268 weitermachen - das SM911 ist ein Standard-Band und damit dicker, als es Heimgeräte normalerweise mögen. Gerade bei Viertelspur ist es gut, wenn das Band etwas dünner und schmiegsamer ist. Technisch sind beide etwa auf gleichem Entwicklungsstand.
Deine Schlussfolgerung, dass die Akai das SM911 nicht richtig Biasen kann, teile ich noch immer nicht. Der Arbeitspunkt liegt ziemlich ähnlich wie beim LPR35. Auch wenn es ein SM900 wäre (wie in Deinem Datenblatt), sollte der Bias-Strom nicht das Problem sein. Aber sei es drum - Pfade reduzieren und zum Ziel kommen.
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(12.11.2022, 13:53)SevenTeaLights schrieb: Die VU-Meter stehen gegenwärtig immer sehr weit unterhalb der 0dB Linie, da ich mit dem RTM SM911 klangliche Effekte heraushörte, die ich zuvor beim Austesten der Sättigungsgenze in der Ausgangsstufe der Elektronik bemerkt hatte. Daraufhin habe ich die Trimmer für den Wiedergabepegel um ca. 10,5 dB zurückgenommen. Die VU-Trimmer könnte ich dann ja mal anpassen, wenn ich meinen bevrozugten Bandtyp gefunden habe, aber sie werden für meinen späteren Arbeitsablauf ohnehin nicht benötigt.
Beim absoluten Pegel geht es darum, ob Du gerade bei 320 nWb/m oder 20 dB darunter, also bei 32 nWb/m unterwegs bist. Das kann man zweifelsfrei nur mit einem Messband feststellen, das Du gerade nicht hast. Behelfsweise hätte ich unterstellt, dass wahrscheinlich 0 dB am VU-Meter ganz grob irgendwas zwischen 150 und 300 nWb/m sind. Aber das ist jetzt auch erstmal dahin, wenn Du schon an der Wiedergabelautstärke gedreht hast.
Egal. Wichtig ist der Grundsatz: Frequenzgang-Messungen, wie Du sie gezeigt hast, niemals bei Bezugspegel, sondern immer 20 dB darunter zu machen, sonst läuft man in die falsche Richtung. Das gleiche gilt für die ΔS-Methode - immer ca. 20 dB unter Bezugspegel. Vielleicht gehst Du nochmal 5-10 dB von Deinem jetzigen "Versuchspegel" zurück, dann könnte es so etwa passen.
Ich würde Dir immernoch raten, die pragmatische Einmessmethode "gleicher Pegel bei 400 Hz und 10 kHz" wie oben beschrieben zu wählen. Natürlich wieder ca. 20 dB unter Bezugspegel (kommt auf 5 dB mehr oder 10 dB weniger nicht an). Damit kommst Du am schnellsten zu einem Arbeitspunkt, mit dem Du weitermachen kannst. Wenn er Dir gefällt, bleib dort. Wenn nicht, nimm den Bias etwas zurück und versuch es nochmal.
Die Alternative ist die ΔS-Methode: Nach Deinem Datenblatt sind es ca. 5 dB 10 kHz-Abfall vom Maximum, um das Klirrminimum zu finden. Ebenfalls ausprobieren, hören, von dort weiter experimentieren.
(12.11.2022, 13:53)SevenTeaLights schrieb: Habe ich das richtig verstanden, dass mindestens tendenziell je höher die Aussteuerbarkeit eines Bandtyps umso geringer das K3 Minimum (weil der Bezugspegel, bei dem die K3 Kurve ermittelt wird, weiter unterhalb der Sättigung des Bandtyps liegt)?
Ja, ich denke schon. Wenn die Sättigung weit über dem Bezugspegel liegt, dann ist der Klirr bei Bezugspegel geringer.
(12.11.2022, 13:53)SevenTeaLights schrieb: Bei dem Zusammenhang zwischen Aussteuerbarkeit/MOL und Bias möchte ich nochmal nachfragen. Ich hatte das genau andersherum gedacht: Zeigen Bandtypen mit höherem MOL grundsätzlich die Tendenz, dass diese Bandtypen höheren (absoluten) Bias-Pegel benötigen?
Nein, eigentlich nicht. Die nötigen Bias-Ströme liegen bei den meisten Bändern einer Generation etwa in der gleichen Größenordnung. Deswegen glaube ich auch nicht, dass Deine Akai mit dem SM911 ein Problem hätte.
(12.11.2022, 13:53)SevenTeaLights schrieb: (Als konkretes Beispiel: Wenn meine Maschine das AGFA PEM 268 gerade noch bedienen kann und das AGFA PEM 268 einen MOL von 7dB über dem Bezugspegel (320nWb/m) hat, kann ich dann davon ausgehen, dass die gleiche Maschine einem anderen Bandtyp mit einem MOL von 10dB über demselben Bezugspegel Schwierigkeiten haben könnte, weil der andere Bandtyp aufgrund des noch höheren MOL einen noch höheren Bias-Pegel benötigen wird?)
Nein, wie gesagt, das stimmt so nicht.
(12.11.2022, 13:53)SevenTeaLights schrieb: Ob ich sobald ich "meinen" optimalen Bandtyp gefunden habe, mit dem dann tatsächlich noch auf viel Sättigung abzielen werde? Ich hatte das anfänglich so gesehen, dass ich das Band insbesondere für die Begrenzung von Dynamikspitzen (Drums) nutzen wollte. Aber mittlerweile nehme ich Aufzeichnungen mit einem echten, analogen Band eher wie einen eigenen Klangraum war, also deutlich weniger als bloßes Dynamik- oder Klangfärbungs-Werkzeug als noch vor wenigen Wochen.
Also, dann probiere einfach beide genannten Einmess-Methoden (Pegelgleichheit und ΔS) einmal aus. Mit dem, was Du schon gemacht und durchdacht hast, sollte das eine schnelle Übung sein.
Viele Grüße
Andreas
