02.05.2021, 12:18
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.05.2021, 21:29 von Ferrograph.)
Hallo zusammen,
letzte Woche war ich auf kleiner Einkaufstour, eigentlich um eine Ersatzmaschine für meine T221 zu erhalten.
Neben dieser bekannten Maschine brachte ich faktisch als Beifang eine T222 oder RFZ-Bezeichnung R722 mit nach Hause.
Die R722 ist eine transportable Koffermaschine und seltener zu finden als die stationären Truhenmaschinen (T221 oder T211)
Transportabel ist sie natürlich nur zu zweit; mit 56 kg ist sie kein Leichtgewicht.
Im Gegensatz zu den stationären Maschinen gibt es in der Motorsteuerung einige Unterschiede.
Der Tonmotor ist ein bürstenloser Gleichstromumwandler welcher mit Hochfrequenz über eine Lochscheibe und 3 HF-Erkennungsspulen im Motor eine im Regelteil erzeugte proportionale Steuergleichspannung zum Antrieb nutzt.
Die Drehzahlregelung erfolgt mittels Frequenzvergleiches der Umdrehungszahl der Schwungmasse zu einer Referenzfrequenz.
Je nach Abweichung wird die Drehzahl des Gleichstrommotors dann über eine separate Wicklung mit einer Steuerspannung positiv oder negativ beeinflusst.
Die interne Referenzfrequenz kann an einer Klinkenbuchse unterbrochen und an dieser Stelle eine variable externe Referenz über einen Tongenerator eingespeist werden.
So kann auch falls benötigt eine Variospeed Funktion mit der R722 realisiert werden.
Auch bei den Wickelmotoren gibt es einige Besonderheiten.
Die Wechselstrommotore liegen in einer geregelten Brückenschaltung und können zusätzlich dazu mit Thyristoren beeinflusst werden. Es ist Rangierbetrieb möglich, dazu werden Vor und Rücklauf gleichzeitig betätigt.
Über ein Rangierpotentiometer mit Knebel kann die Drehzahl und Richtung stufenlos eingestellt werden.
Dazu wird intern der Zündwinkel (-zeitpunkt) der Thyristoren mittels diesen Potentiometers verstellt.
Gebremst wird wartungsfrei mit variabler Gleichspannung, es gibt also keine mechanischen Teile wie Bremsbänder oder Bremsklötze.
Die Aufnahme- und Wiedergabeentzerrer entsprechen denen im Truhenmodell T2221 verwendeten.
Die gesamte Steuerung ist mit vielen einzelnen Leiterkarten sowohl im zentralen Einschub aber auch dezentral an den entsprechenden Aktoren wie den Magneten und Motoren realisiert.
Und genau hier liegen aus meiner Sicht einige Schattenseiten; eine Fehlersuche an den vielen einzelnen Leiterplatten ist ungemein aufwendig, teilweise muss man Funktionsblöcke auseinander schrauben um an Meßpunkte zu gelangen.
Das liegt aber unter anderem auch daran, daß man Mitte der 1970er Jahre vieles noch diskret mit Transistoren und Dioden gelöst hat, es sind einige Platinen mit TTL-Schaltkreisen bestückt, auch Operationsverstärker wurden bereits eingesetzt.
Anfang der 1980er Jahre wurde dann das Nachfolgemodell R722/1 herausgebracht, dort wurde mehr auf die zentralen Leiterplatten integriert und das Gerät ist weniger mit verteilter Elektronik verziert.
Meine Maschine hatte einige elektrische Macken denen ich bisher auf die Spur gekommen bin, momentan warte ich noch auf einen Antriebsriemen, das magentafarbene Provisorium fällt regelmäßig von der Riemenscheibe.
Ohne daß die Maschine die korrekte Solldrehzahl des Capstan meldet, lässt sie sich nämlich nicht vernünftig bedienen.
Den Verstärker- und Entzerrerzug konnte ich bisher noch nicht testen.
Gleichfalls brauche ich noch die DDR-typischen 7-poligen Gefell-Stecker und Kupplungen für Ein und Ausgang.
Hier noch einige Ansichten, es gibt eine Servicestellung da kommt man überall ordentlich in die Maschine.
Die Motore sind auch sehr robust und unkaputtbar gebaut.
Die Kopfbrücke ist mit nagelneuen Ferrit Stereo Rundfunkköpfen versehen, der gute Stoff von Goldpfeil aus Hartmannsdorf.
Hier steckt aber noch einiges an Arbeit drin, es wird nicht langweilig.
Gruß, Jan
letzte Woche war ich auf kleiner Einkaufstour, eigentlich um eine Ersatzmaschine für meine T221 zu erhalten.
Neben dieser bekannten Maschine brachte ich faktisch als Beifang eine T222 oder RFZ-Bezeichnung R722 mit nach Hause.
Die R722 ist eine transportable Koffermaschine und seltener zu finden als die stationären Truhenmaschinen (T221 oder T211)
Transportabel ist sie natürlich nur zu zweit; mit 56 kg ist sie kein Leichtgewicht.
Im Gegensatz zu den stationären Maschinen gibt es in der Motorsteuerung einige Unterschiede.
Der Tonmotor ist ein bürstenloser Gleichstromumwandler welcher mit Hochfrequenz über eine Lochscheibe und 3 HF-Erkennungsspulen im Motor eine im Regelteil erzeugte proportionale Steuergleichspannung zum Antrieb nutzt.
Die Drehzahlregelung erfolgt mittels Frequenzvergleiches der Umdrehungszahl der Schwungmasse zu einer Referenzfrequenz.
Je nach Abweichung wird die Drehzahl des Gleichstrommotors dann über eine separate Wicklung mit einer Steuerspannung positiv oder negativ beeinflusst.
Die interne Referenzfrequenz kann an einer Klinkenbuchse unterbrochen und an dieser Stelle eine variable externe Referenz über einen Tongenerator eingespeist werden.
So kann auch falls benötigt eine Variospeed Funktion mit der R722 realisiert werden.
Auch bei den Wickelmotoren gibt es einige Besonderheiten.
Die Wechselstrommotore liegen in einer geregelten Brückenschaltung und können zusätzlich dazu mit Thyristoren beeinflusst werden. Es ist Rangierbetrieb möglich, dazu werden Vor und Rücklauf gleichzeitig betätigt.
Über ein Rangierpotentiometer mit Knebel kann die Drehzahl und Richtung stufenlos eingestellt werden.
Dazu wird intern der Zündwinkel (-zeitpunkt) der Thyristoren mittels diesen Potentiometers verstellt.
Gebremst wird wartungsfrei mit variabler Gleichspannung, es gibt also keine mechanischen Teile wie Bremsbänder oder Bremsklötze.
Die Aufnahme- und Wiedergabeentzerrer entsprechen denen im Truhenmodell T2221 verwendeten.
Die gesamte Steuerung ist mit vielen einzelnen Leiterkarten sowohl im zentralen Einschub aber auch dezentral an den entsprechenden Aktoren wie den Magneten und Motoren realisiert.
Und genau hier liegen aus meiner Sicht einige Schattenseiten; eine Fehlersuche an den vielen einzelnen Leiterplatten ist ungemein aufwendig, teilweise muss man Funktionsblöcke auseinander schrauben um an Meßpunkte zu gelangen.
Das liegt aber unter anderem auch daran, daß man Mitte der 1970er Jahre vieles noch diskret mit Transistoren und Dioden gelöst hat, es sind einige Platinen mit TTL-Schaltkreisen bestückt, auch Operationsverstärker wurden bereits eingesetzt.
Anfang der 1980er Jahre wurde dann das Nachfolgemodell R722/1 herausgebracht, dort wurde mehr auf die zentralen Leiterplatten integriert und das Gerät ist weniger mit verteilter Elektronik verziert.
Meine Maschine hatte einige elektrische Macken denen ich bisher auf die Spur gekommen bin, momentan warte ich noch auf einen Antriebsriemen, das magentafarbene Provisorium fällt regelmäßig von der Riemenscheibe.
Ohne daß die Maschine die korrekte Solldrehzahl des Capstan meldet, lässt sie sich nämlich nicht vernünftig bedienen.
Den Verstärker- und Entzerrerzug konnte ich bisher noch nicht testen.
Gleichfalls brauche ich noch die DDR-typischen 7-poligen Gefell-Stecker und Kupplungen für Ein und Ausgang.
Hier noch einige Ansichten, es gibt eine Servicestellung da kommt man überall ordentlich in die Maschine.
Die Motore sind auch sehr robust und unkaputtbar gebaut.
Die Kopfbrücke ist mit nagelneuen Ferrit Stereo Rundfunkköpfen versehen, der gute Stoff von Goldpfeil aus Hartmannsdorf.
Hier steckt aber noch einiges an Arbeit drin, es wird nicht langweilig.
Gruß, Jan
