27.02.2021, 13:33
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.2021, 13:37 von Magnettonmanni.)
Hallo Frank, hallo in die Runde,
dieser schöne sehr sorgfältig durchkonstruierte Bandmarkierungsstempel paßt direkt auf M10-Laufwerke, deren Alu-Abdeckplatte bei den Gummiandruckrollen einen kleinen Poller aufgenietet haben. In diesen kleinen Poller greift die auf dem mittleren Bild am Markierungsstempel unten/vorne zu erkennende kleine bewegliche Gabel ein. Die dadurch möglichen geringen seitlichen Auslenkungen waren geeignet, den Markierungsstempel präzise auf den Wiedergabekopfspalt auszurichten. Wenn der kleine Poller nicht aufgenietet war, mußte eine kleine Schraube entsprechend bearbeitet werden.
Diese Markierungsstempel waren sehr selten anzutreffen. Vermutlich wurde mit dem Stempel auch die passende Abdeckplatte geliefert mit an der Unterseite fest angebrachten beschußfesten Gewindeverstärkungsplatten (siehe Abbildungen von zwei verschiedenen Geräten mit und ohne Bandstempel, das Gerät ohne Stempel hat keinerlei Bohrungen für einen Stempel in der Abdeckplatte).
Ich nehme an, daß selbst an die Telefunken-Studiopreise gewöhnte Einkäufer diesen Stempel nur zögerlich bestellt haben werden, weil die raffinierte Mechanik zusammen mit der Abdeckplatte sich in einem Preis ausgedrückt haben dürften, der mir den Ausruf " Ich will doch keine Aktien-Mehrheitsbeteiligung an Telefunken erwerben" entlockt hätte.
Auch das Nachfüllen der Stempelfarbe war sehr zeitaufwendig und endete nicht selten in einer ziemlichen Sauerei; und die Stempel hielten auch nicht ewig. Alles in Allem war die Benutzung eines weichen (HB oder weicher) Bleistiftes vom gesamten Zeitaufwand her auch nicht schlechter und dazu noch präziser (s. a. Peter Ruhrberg a.a.O.) .
Und nicht zu vergessen, meistens waren hübsche Damen an den Schnittgeräten und man stelle sich vor, die haben plötzlich Stempelfarbe an den zarten Fingern oder als Katastrophe an der Bluse oder am Kleid (ohauohauoha). Kittel trugen die Damen nur in den Anfangstagen, als noch mit Lösungmitteln naß geklebt werden mußte. (Es war eigentlich kein Kleben, sondern bei den Actylzellulose-Bändern war es ein Schweißvorgang). Aber auch ein mit Stempelfarbe verhunzter Kittel ist für ein hübsches Mädchen sogar nach dem Krieg auf Dauer nicht tragbar.
Für M10/M10A Sammler ist so ein Original-Zubehör-Stempel eigentlich ein unabdingbares Muß.
Man kann den Stempel auch mit der einen Schraube hinreichend fest und genau positionieren und eine Gegenmutter unter der Alu-Abdeckung reicht allemal aus.
Mit den besten Grüßen
Manfred
dieser schöne sehr sorgfältig durchkonstruierte Bandmarkierungsstempel paßt direkt auf M10-Laufwerke, deren Alu-Abdeckplatte bei den Gummiandruckrollen einen kleinen Poller aufgenietet haben. In diesen kleinen Poller greift die auf dem mittleren Bild am Markierungsstempel unten/vorne zu erkennende kleine bewegliche Gabel ein. Die dadurch möglichen geringen seitlichen Auslenkungen waren geeignet, den Markierungsstempel präzise auf den Wiedergabekopfspalt auszurichten. Wenn der kleine Poller nicht aufgenietet war, mußte eine kleine Schraube entsprechend bearbeitet werden.
Diese Markierungsstempel waren sehr selten anzutreffen. Vermutlich wurde mit dem Stempel auch die passende Abdeckplatte geliefert mit an der Unterseite fest angebrachten beschußfesten Gewindeverstärkungsplatten (siehe Abbildungen von zwei verschiedenen Geräten mit und ohne Bandstempel, das Gerät ohne Stempel hat keinerlei Bohrungen für einen Stempel in der Abdeckplatte).
Ich nehme an, daß selbst an die Telefunken-Studiopreise gewöhnte Einkäufer diesen Stempel nur zögerlich bestellt haben werden, weil die raffinierte Mechanik zusammen mit der Abdeckplatte sich in einem Preis ausgedrückt haben dürften, der mir den Ausruf " Ich will doch keine Aktien-Mehrheitsbeteiligung an Telefunken erwerben" entlockt hätte.
Auch das Nachfüllen der Stempelfarbe war sehr zeitaufwendig und endete nicht selten in einer ziemlichen Sauerei; und die Stempel hielten auch nicht ewig. Alles in Allem war die Benutzung eines weichen (HB oder weicher) Bleistiftes vom gesamten Zeitaufwand her auch nicht schlechter und dazu noch präziser (s. a. Peter Ruhrberg a.a.O.) .
Und nicht zu vergessen, meistens waren hübsche Damen an den Schnittgeräten und man stelle sich vor, die haben plötzlich Stempelfarbe an den zarten Fingern oder als Katastrophe an der Bluse oder am Kleid (ohauohauoha). Kittel trugen die Damen nur in den Anfangstagen, als noch mit Lösungmitteln naß geklebt werden mußte. (Es war eigentlich kein Kleben, sondern bei den Actylzellulose-Bändern war es ein Schweißvorgang). Aber auch ein mit Stempelfarbe verhunzter Kittel ist für ein hübsches Mädchen sogar nach dem Krieg auf Dauer nicht tragbar.
Für M10/M10A Sammler ist so ein Original-Zubehör-Stempel eigentlich ein unabdingbares Muß.
Man kann den Stempel auch mit der einen Schraube hinreichend fest und genau positionieren und eine Gegenmutter unter der Alu-Abdeckung reicht allemal aus.
Mit den besten Grüßen
Manfred
