22.04.2005, 13:29
Lieber Frank,
so dramatisch sollte man es eigentlich trotzdem nicht sehen, denn ich sprach von der Aussteuerbarkeit und nicht unbedingt von der Aussteuerung. Natürlich hängt das miteinander zusammen, denn das, was das Band nicht ertragen will, bekomme ich nicht drauf und damit auch nicht wieder herunter. Man bescheidet sich also immer ein wenig, fährt ein Band normalerweise nicht bis zum 'Stehkragen' aus.
Noch 1969 ging das ZDF von einem Vollaussteuerungspegel von 100 pWb/mm aus, und als Jugendlichem fielen mir etwa 1967 (vor der DOLBY-Zeit) auf den Lichtzeigern der BR-Aufnahmewagen rote Folien oberhalb der -10-dB-Marke auf, was auf eine weiter verbreitete Gültigkeit jener 100 nWb/m hindeutet. Außerdem war ja das mir neulich untergekommene 77 cm/s-Band aus Bukarest (Juni 1959) auch (und in diesem Falle sicher wegen der heftig verbogenen Entzerrung) nur zu 100 pWb/mm ausgesteuert, weshalb der Ausgangspegel der verwendeten A810 angehoben werden musste.
Nichtsdestoweniger: Ein Agfa-Urband von 1951 (Bezugsband) in meinem Besitz offerierte bei Wiedergabe einen 1-kHz-Bezugspegel von 320 pWb/mm.
Auf jene 100 pWb/mm bezog ich mich bei meiner Aussage, denn SM900 besitzt einen 10-kHz-Sättigungsegel von 12 dB über 320 pWb/mm und damit 22 dB über 100 pWb/mm. Die wirklich universell nutzbaren 514 pWb/mm liegen aber immerhin auch schon 14 dB über 100 pWb/mm, und das bei hörbar niedrigerem Klirrfaktor.
Natürlich bleibt man im praktischen Bertrieb im Sinne klanglicher Hochwertigkeit und betrieblicher Sicherheit deutlich unter den Sättigungsgrenzen, weshalb älteren Aufnahmen insbesondere auf fix gepegelten Kopieranlagen mitunter durchaus per Nachverstärkung aufs Fahrrad geholfen werden muss. Ein 19-cm/s-Band von 1963, das ich neulich für unseren Forenkollegen Friedrich digitalisierte, durfte ich aber kaum 3 dB anheben, um nicht die aufgezeichneten Spitzen an die Quantisierungsgrenze zu setzen.
Hier erleichtern die 'digitalen Wände' natürlich die Kopiererei erheblich ...
Hans-Joachim
so dramatisch sollte man es eigentlich trotzdem nicht sehen, denn ich sprach von der Aussteuerbarkeit und nicht unbedingt von der Aussteuerung. Natürlich hängt das miteinander zusammen, denn das, was das Band nicht ertragen will, bekomme ich nicht drauf und damit auch nicht wieder herunter. Man bescheidet sich also immer ein wenig, fährt ein Band normalerweise nicht bis zum 'Stehkragen' aus.
Noch 1969 ging das ZDF von einem Vollaussteuerungspegel von 100 pWb/mm aus, und als Jugendlichem fielen mir etwa 1967 (vor der DOLBY-Zeit) auf den Lichtzeigern der BR-Aufnahmewagen rote Folien oberhalb der -10-dB-Marke auf, was auf eine weiter verbreitete Gültigkeit jener 100 nWb/m hindeutet. Außerdem war ja das mir neulich untergekommene 77 cm/s-Band aus Bukarest (Juni 1959) auch (und in diesem Falle sicher wegen der heftig verbogenen Entzerrung) nur zu 100 pWb/mm ausgesteuert, weshalb der Ausgangspegel der verwendeten A810 angehoben werden musste.
Nichtsdestoweniger: Ein Agfa-Urband von 1951 (Bezugsband) in meinem Besitz offerierte bei Wiedergabe einen 1-kHz-Bezugspegel von 320 pWb/mm.
Auf jene 100 pWb/mm bezog ich mich bei meiner Aussage, denn SM900 besitzt einen 10-kHz-Sättigungsegel von 12 dB über 320 pWb/mm und damit 22 dB über 100 pWb/mm. Die wirklich universell nutzbaren 514 pWb/mm liegen aber immerhin auch schon 14 dB über 100 pWb/mm, und das bei hörbar niedrigerem Klirrfaktor.
Natürlich bleibt man im praktischen Bertrieb im Sinne klanglicher Hochwertigkeit und betrieblicher Sicherheit deutlich unter den Sättigungsgrenzen, weshalb älteren Aufnahmen insbesondere auf fix gepegelten Kopieranlagen mitunter durchaus per Nachverstärkung aufs Fahrrad geholfen werden muss. Ein 19-cm/s-Band von 1963, das ich neulich für unseren Forenkollegen Friedrich digitalisierte, durfte ich aber kaum 3 dB anheben, um nicht die aufgezeichneten Spitzen an die Quantisierungsgrenze zu setzen.
Hier erleichtern die 'digitalen Wände' natürlich die Kopiererei erheblich ...
Hans-Joachim
