Grundig CF 7500 korrekten Level für Einmessung einstellen
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Also wenn man die Test/CAL Taste los lässt beginnt das Gerät den Einmessvorgang, die Balken verändern sich dann, erst Level, dann Bias, dann wird Level noch mal gegen gecheckt und wenn das Deck zufrieden ist hält es an und spult das Band zurück. Während des Vorgangs sieht man wie sich die Balken verändern. Solang man die Test/CAL Taste gedrückt hält misst das Deck nicht ein sondern zeigt nur an, wo die Balken auf Grundeinstellung bei der eingelegten Cassette stehen, in der Zeit werden die Messtöne aufs Band aufgenommen, aber nicht angeglichen, erst wenn man los lässt beginnt der eigentliche Einmessvorgang, er wird aber - laut Anleitung - je länger man Test fest hält genauer, speziell wenn ein Band schon nicht mehr so ganz frisch ist und schwankt. Am Ende hält das Deck dann an und spult an den Punkt zurück, wo man die Einmessung begonnen hat.

Die Pegelanzeige selbst bringt bei der Aufnahme, wenn man an Werten auf dem Band interessiert ist wenig, denn die zeigt sowohl bei Source als auch bei Tape immer nur den Pegel Vorband an und nicht den, auf der Cassette, man hört die Differenz dann nur, bzw. sieht sie erst auf der Anzeige, wenn man die Cassette hinterher abspielt, denn dann wird der Bandpegel angezeigt. Auf die 2 dB komme ich, weil ich das Deck beim Einmessen an meiner Akai GX 747 angeschlossen habe und die habe ich dann auf Source gestellt, den Pegel an der Akai habe ich so verstellt, dass 2 rote Segmente am lauteren Kanal des Grundig Decks angezeigt werden, damit ich einen Bezugspunkt habe. Vorher habe ich per Messton von der PC Soundkarte links und rechts so eingepegelt, dass beide LED Bänder der Akai exakt gleichen Pegel anzeigen. Dann habe ich das Tapedeck an den Line In der 747 angeschlossen und die mit dem GX75 aufgenommene Messcassette in das Grundig eingelegt. Vorher habe ich noch den Azimut Des Grundigs mit Stereo Tool und diversen Cassetten, die ich im GX75 aufgenommen hatte eingestellt, damit es da keine Pegelverluste Oder Abweichungen gibt.

Dann habe ich die Messcassette im Grundig abgespielt und fest gestellt, dass der rechte Kanal leiser als der Linke war (sowohl in der Pegelanzeige des Tapedecks, als auch auf der Anzeige der Akai), dann habe ich den Wiedergabepegel rechts so abgeglichen, dass die LED Ketten der Akai das Gleiche anzeigten und natürlich auch geschaut, dass es am Grundig genau so ist.

Und genau daher habe ich die 2 dB Differenz Vor und Hinterband, denn das Grundig zeigt sie per Hinterbandkontrolle zwar nicht an, die Akai aber schon, die hat ja pro dB eine LED, insofern ist das schon recht genau. Und ohne Einmessung kann ich den Pegel zwar auf die eingelegte Cassette so einstellen, dass es 100%ig passt, aber nach der Einmessung sind dann wieder 2 dB weniger. Und wenn ich am Aufsprechpegel nach Einmessvorgang drehe kann ich das für diesen Moment ausgleichen, spätestens nach Öffnen des Cassettenfachs geht die Einmessung aber verloren und der Spaß beginnt von vorn. Erhöhe ich also den Aufsprechpegel oder verändere den Bias verändert sich nur der Toleranzbereich des Einmesscomputers, er misst aber immer um 2 dB zu wenig ein. Natürlich kann man das dann auch so verkurbeln, dass der Computer einige Bänder nicht mehr eingemessen bekommt. Mit einer TDK SA, BASF Ferro Extra oder so Standardbändern kann man aber schon einen recht „mittigen“ Wert ohne Einmessung stellen, wodurch man einen sinnvollen Toleranzbereich erhält, der sinnvoll ist. Mit Ferro Extra war ich bei den „unverkurbelten“ Werkseinstellungen beim Level ein Segment drüber und beim Bias ein Segment darunter, da kann man davon ausgehen, dass es mit TDK D relativ exakt passt und die TDK Standardbänder mehr oder weniger als Referenz nehmen. Da nimmt man dann halt Ältere aus den 80ern und kommt dann auch ziemlich nah an die damalige IEC Referenz.

Gedreht habe ich also am Wiedergabepegel, am Aufsprechpegel und am Bias. Am zweiten CF 7500 habe ich den Löschstrom leicht erhöht, weil auf einer Typ IV Cassette, die im ersten CF 7500 einwandfrei gelöscht wurde (Fuji Metal Z, etwa 1995, im guten Zustand), im zweiten Gerät Spuren der alten Aufnahme blieben, das konnte ich so beheben.

Man muss also dem Einmesscomputer irgendwie sagen können wo die Schwelle ist, wo er sagt „Hier ist es perfekt“. Beim CF 7500 ist das normalerweise immer eher 1 bis 2 dB drüber sowohl im Level als auch Inder Brillianz, Hinterband müsste also eigentlich minimal lauter und nicht leiser sein. Ich denke mal das ist extra so gemacht worden, Weil man wusste, dass Echtchrom ja im Laufe der Zeit 2 dB verliert und damit Dolby dann auch nach dem Verlust trotzdem noch funktioniert (wäre jetzt so meine Vermutung, weil Grundig ja auch ein deutsches Unternehmen ist und die deren gelabelte Cassetten zu der Zeit von BASF kamen).

Der Tipp mit dem CF 7500 Reparaturbericht ist ja schon mal ganz interessant und könnte zielführend sein, das lese ich mir die Tage mal durch und melde mich dann.

Dass das Alles nicht 100%ig so ist, wie es mit professionellem Equipment wahrscheinlich wäre, ist mir klar, aber ich komme schon sehr nah dran und für ein Zweitgerät ist das für mich völlig ausreichend, trotzdem stören mich eben diese 2 dB. Die Aufnahmen werden trotzdem hervorragend, aber sie könnten eben noch besser sein, zumal Dolby dann auch nicht ganz perfekt funktioniert, auch wenn ich damit eigentlich keine Aufnahmen mache, mag ich es, wenn ich weiß, dass ich es könnte. Manchmal nutze ich die Anlage aber tatsächlich für Timeraufnahmen. Da ist noch so ein Timer im HiFi Maß von Fisher angeschlossen, um schnell mal ein Radiospecial aufzunehmen ist das wunderbar, allerdings ist da die Einmessung eigentlich wieder egal, weil die - sobald das Gerät stromlos ist - sowieso gelöscht wird und die Timeraufnahme nur mit Grundeinstellung gemacht wird. Ich dachte erst da wäre irgendein Puffer kaputt, aber offenbar ist das bei diesen Geräten normal.

LG Tobi
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[Kein Betreff] - von andreas42 - 11.07.2020, 09:33
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