Upcycling
#5
Hallo Manni,

vielen Dank,

das Tapedeck ist angekommen und das Projekt beginnt:

   

Aus dem Tapedeck soll also ein Medienplayer werden, der digitale Musikquellen abspielt. Dabei soll die originale Optik und das "touch and feel" erhalten bleiben.

Dazu gehören zum Beispiel:

- keine eingelegte Cassette -> keine Wiedergabe
- Cassettenende = Wiedergabe stoppt bis zum Umdrehen und Play
- Zählwerk läuft mit
- Bei allen Trackaktionen wird entsprechend kurz vor-/Rücklauf geschaltet
- Die Originaltasten sollen in Funktion bleiben
- Die Schalter unter den Zappelzeigern bekommen andere Funktionen - z.B. nächste Playlist, Shuffle, ...

neue Features des Players:

- Web-Frontend zur Bedienung mit PC/Tablet/Mobiltelefon
- (wird hier nicht umgesetzt, wäre aber möglich: Anschluss eines 7" Touchscreens. Das könnte ich mir z.B. als Lösung für ein Beosystem3000 vorstellen, bei dem das CD-Laufwerk fubar ist).
- Ist kein Netzwerkanschluss vorhanden, so soll der Player ein eigenes WLAN anbieten.
- Musiksammlung soll auf interner HDD gespeichert werden und anderen Geräten im Netz als Shares/UPNP zur Verfügung gestellt werden.

Für die Umsetzung werde ich in folgenden Schritten vorgehen:

- Herstellung des eigentlichen Players aus einem RaspberryPi2 mit HifiberryDAC+ und einer geeigneten Playersoftware
- Programmierung eines Arduinos zur Abfrage der Tasten/Schalter und zur Steuerung der "Originalkomponenten" - z.B. einen Motor, der das Zählwerk antreibt. Wichtig: Bei "Power Off" muss der Raspi vor Unterbrechung der Stromversorgung noch heruntergefahren werden.
- Einbau in das entkernte Tape-Gehäuse
- Einbau einer Stromversorgung mit Eignung für Raspi, Arduino und HDD - über Originalstromkabel
- Anschluss an die Vorhandenen DIN- und Chinchbuchsen
- Anschluss Zappelzeiger incl. LED-Peakmeter
- Anschluss der Schalter unterhalb der Zappelzeiger
- Anschluss der Bedienschalter für das Laufwerk - Hier muss vermutlich der eine oder andere Microschalter den Zustand der Mechanik abtasten.
- Das Walzenzählwerk kann entweder mir der aufwickelnden Spule gekoppelt bleiben oder es kann eine Schrittmotorsteuerung bekommen um dann z.B. bei Wechsel der Playlist die Nummer anzuzeigen...

Umsetzung:

Der Streaming- Client

Für viele Euronen gibt es reichlich Stremingclients zu kaufen - z.B. den Sonos. Allerdings erfolgt die Bedienung über propriätäre Softwareund die Kombination mit Produkten anderer Hersteller ist schwer bis unmöglich.

Die gleiche Klangqualität für ganz kleines Geld erreicht man durch einen Eigenbau. Es bietet sich die Minicomputer "RaspberryPi" an. Hier reicht die Version2 völlig aus. Die Version 3 hätte noch WIFI und Bluetooth serienmäßig, das kann aber bei der Version 2 - wenn benötigt - durch einen USB-WLAN/Bluetooth-Stick nachgerüstet werden.

Ich habe hier noch einen 2er in der Grabbelkiste, sonst hätte ich wohl einen 3er genommen. Inzwischen gibt es auch die vierte Generation, das wäre aber völlig übertrieben und das würde ich die Mehrkosten nicht aufwenden wollen. Wer allerdings das Projekt nachbauen möchte und den Pi gleich noch als Server für andere Dienste verwenden will (FHEM als Smart-Home oder einfach eine NAS-Funktion), der ist mir dem 4er besser bedient. Auch würde ich den 4er nehmen, wenn ich ein 7"-Touchscreen anschliessen wollte.

Natürlich ginge auch jede andere Touchscreengröße - dann muss das Display aber händisch eingebunden werden. Es gibt einen "offiziellen" 7", bei dem sämtliche Einrichtungsarbeiten obsolet sind.

Bei den DACs - also den "Soundkarten" für den Pi gibt es natürlich eine Riesenauswahl, die sich wenig in der Qualität und erheblich im Preis unterscheiden. Ich habe für mich beschlossen, dass für mein 50-jähriges Gehör ein HifiBerry DAC+ angemessen ist.

   


Nach der Hardwareauswahl bedarf es einer geeigneten Software. Payware tut nicht not, wenn es ausreichend geeignete Softwareprojekte gibt. Bisher habe ich mit Runeaudio ganz gut leben können. Das Projekt schein mit den Jahre allerdings etwas eingeschlafen zu sein - eine kleine Recherche und Vergleich der Projekte brachte mich dann zu Moode . Das Projekt gefiel mir so gut, dass ich auch gleich unseren Wohnzimmerclient darau umgestellt habe.

Wer noch nie einen Streamingclient aufgesetzt hat wird hier vielleicht ein paar Berührungsängste haben - die sind aber unbegründet. Die Installation ist relativ einfach und schnell erledigt und auf der HP auch sehr gut erklärt.

Die Kurzfassung:

- Software herunterladen
- Mit Hilfe einer Software (z.B. ApplePiBakery bei MAC) aufspielen (auf eine SD-Karte, die dann einfach in den Raspi gesteckt wird).
- Konfigurieren

So sieht es aus, wenn am Mac die Software auf die SD-Karte kopiert wird:

   

Anschliessend kommt die SD-Karte in den Raspi und dieser wird an Strom und Netzwerk angeschlossen. Dann wird auf dem heimischen PC einfach der Browser geöffnet und die Adresse http://moode.local eingegeben - im Webfrontend kann das System dann ganzleicht konfiguriert und bedient werden.

Moode ist Allesfresser - egal ob flac, mp3 oder 4, wav, ... es gehen alle gängigen Formate. Zusätzlich kann man ihn auch als AirPlay-Empfänger etc. freigeben. Dann kann man z.B. Musik vom Mobiltelefon über das Moode auf der Anlage abspielen. Natürlich können auch Webradiosender als Quelle gewählt werden. Netzbasierte Musikanbieter wie Spotify gehen natürlich auch.

Dann muss Moode einmal wissen, für welchen DAC ihr Euch entschieden habt - bei mir der Hifiberry

   


Dann - der Schönheit halber - einen Netzwerknamen vergeben:

   


Jetzt kann entweder ein USB-Stick mit Musik (oder eine USB-HDD) angeschlossen werden oder Moodle wird einfach mit einer Netzwerkfreigabe oder einem Internetradiostream verbunden.

Ab jetzt kann Musik mit dem Player abgespielt werden. Gehr man auf die Webseite des Players, so finden sich dort die Bedienelemente und die Information zur Playlist/Titel, ...

(Ich habe mich etwas doof angestellt, die Musikbibliothek zu finden. Man muss einfach im Player auf die "Albumart" - also auf das Bild des aktuellen Titels klicken).


   


Bis das Bedienfeld des Kassettendecks angeschlossen ist, ist dieses der einzige Weg, den Player zu steuern. Wer Alexa benutzt kann seinem Player natürlich auch eine Sprachsteuerung "spendieren".

Ich werde die Fortsetzung liefern, so bald der Raspi im Gehäuse sitzt...
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
Upcycling - von GBoris - 18.05.2020, 23:37
[Kein Betreff] - von The_Wayne - 19.05.2020, 07:23
[Kein Betreff] - von Moppedmanni - 19.05.2020, 07:37
[Kein Betreff] - von GBoris - 19.05.2020, 09:23
Umbau eines Tapedecks zum Streamingclient - Teil 1 - von GBoris - 04.06.2020, 17:15
[Kein Betreff] - von Moppedmanni - 04.06.2020, 17:43
[Kein Betreff] - von dynamike - 04.06.2020, 19:40
Teil 2: Ab ins Gehäuse! - von GBoris - 05.06.2020, 17:08
Teil 3 - Es zappelt - von GBoris - 06.06.2020, 21:50
[Kein Betreff] - von egon - 06.06.2020, 22:07
[Kein Betreff] - von egon - 06.06.2020, 22:21
[Kein Betreff] - von GBoris - 06.06.2020, 23:00
[Kein Betreff] - von GBoris - 06.06.2020, 23:05
[Kein Betreff] - von Zelluloid - 07.06.2020, 09:13
[Kein Betreff] - von egon - 07.06.2020, 09:41
[Kein Betreff] - von GBoris - 08.06.2020, 12:15
[Kein Betreff] - von andreas42 - 09.06.2020, 11:08
[Kein Betreff] - von kaimex - 09.06.2020, 11:49
[Kein Betreff] - von egon - 09.06.2020, 12:06
[Kein Betreff] - von GBoris - 10.06.2020, 13:14
[Kein Betreff] - von egon - 10.06.2020, 14:14

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste