29.03.2020, 11:48
Ja, die niedrigen Preise damals waren schon hefitg. Entgegen der allgemeinen Inflation wurde Bandmaterial mit der Zeit immer billiger. Das begann schon in den 80er Jahren, als der Standardpreis für eine gute Typ II C-90 von anfangs 7-8 Mark erst auf 6, dann auf 5 und schließlich auf 4 Mark rutschte. Es gipfelte dann in den 90er Jahren mit Discounter-Angeboten wie z.B. bei Aldi: Das 2er-Pack SA 90 fing bei 6 Mark an, dann 5, dann benannte man sie vorsichtshalber in Super CDing um und verlangte nur noch 4 Mark. Aus dem 2er- wurde ein 3er-Pack für 5 Mark, am Ende auch nur noch 4 Mark, der absoulte Tiefstpreis waren dann glaube ich 1,99 Euro für 3 Stück. Bei Lidl das gleiche Spiel, zuerst mit BASF CSQ, dann Raks, dann als Maxell getarnte Raks. Das sind 66 Cent je Cassette! Dementsprechend haben wir sie auch konsumiert, immer griffbereit als Quengelware an der Kasse.
Auch 2006 waren die Stückzahlen noch in ganz anderen Größenordnungen im Vergleich zu heute. Die Produktion war billig, es wurden einfach alte Maschinen weitergefahren, bis sie entweder von Fluten und Erdbeben verschluckt wurden, wirklich endfertig waren, oder der Hersteller in Konkurs ging. Die Fälle, in denen Bandhersteller aus freien Stücken aufgehört haben, waren gar nicht so zahlreich, wenn man mal von klassischen Auslagerungen der Produktion an OEMs absieht. Weiterentwicklung am Bandmaterial fand seit spätestens 1998 keine mehr statt, die letzte TP II/Reference Master sowie die letzte UX-Pro dürften das letzte Wort gewesen sein. Also fielen auch für Forschung und Entwicklung keine Kosten mehr an.
Die Produzenten, welche seit 2018 wieder Cassettenbänder herstellen, haben ganz andere Voraussetzungen: Man muß erstmal wieder einen Maschinenpark dafür aufbauen, Bandrezepturen entwickeln, testen und vor allem konsistent produzieren können, neue Vertriebskanäle finden: Einst sichere Großabnehmer wie Aldi und Lidl sind nicht mehr interessiert, und auch das Geschäft mit Pancakes für Kopierwerke ist größeren Schwankungen unterworfen als früher, und all dies bei wesentlich geringeren Stückzahlen. RTM und ATR hilft dabei, daß sie teilweise auf Know-How und Technik von Emtec bzw. Quantegy zurückgreifen können, Splicit hatte wohl Glück, daß bei Greencorp die Maschinen noch nicht abgebaut waren - und NAC ging mit bewundernswertem Enthusiasmus daran, alles neu aufzubauen, und legte mit dem Produkt leider eine ziemliche Bauchlandung hin.
Unter all den Voraussetzungen ist es eigentlich eher erstaunlich, daß heute eine Fox C60 gemessen an der Kaufkraft auch nicht mehr kostet als 1982 eine LH-E I 60. 3,95 DM war da glaube ich der Standardpreis im Kaufhaus.
Viele Grüße,
Martin
Auch 2006 waren die Stückzahlen noch in ganz anderen Größenordnungen im Vergleich zu heute. Die Produktion war billig, es wurden einfach alte Maschinen weitergefahren, bis sie entweder von Fluten und Erdbeben verschluckt wurden, wirklich endfertig waren, oder der Hersteller in Konkurs ging. Die Fälle, in denen Bandhersteller aus freien Stücken aufgehört haben, waren gar nicht so zahlreich, wenn man mal von klassischen Auslagerungen der Produktion an OEMs absieht. Weiterentwicklung am Bandmaterial fand seit spätestens 1998 keine mehr statt, die letzte TP II/Reference Master sowie die letzte UX-Pro dürften das letzte Wort gewesen sein. Also fielen auch für Forschung und Entwicklung keine Kosten mehr an.
Die Produzenten, welche seit 2018 wieder Cassettenbänder herstellen, haben ganz andere Voraussetzungen: Man muß erstmal wieder einen Maschinenpark dafür aufbauen, Bandrezepturen entwickeln, testen und vor allem konsistent produzieren können, neue Vertriebskanäle finden: Einst sichere Großabnehmer wie Aldi und Lidl sind nicht mehr interessiert, und auch das Geschäft mit Pancakes für Kopierwerke ist größeren Schwankungen unterworfen als früher, und all dies bei wesentlich geringeren Stückzahlen. RTM und ATR hilft dabei, daß sie teilweise auf Know-How und Technik von Emtec bzw. Quantegy zurückgreifen können, Splicit hatte wohl Glück, daß bei Greencorp die Maschinen noch nicht abgebaut waren - und NAC ging mit bewundernswertem Enthusiasmus daran, alles neu aufzubauen, und legte mit dem Produkt leider eine ziemliche Bauchlandung hin.
Unter all den Voraussetzungen ist es eigentlich eher erstaunlich, daß heute eine Fox C60 gemessen an der Kaufkraft auch nicht mehr kostet als 1982 eine LH-E I 60. 3,95 DM war da glaube ich der Standardpreis im Kaufhaus.
Viele Grüße,
Martin

