05.01.2005, 19:01
Lieber Thomas,
obwohl ich derzeit nicht zuhause bin, vielleicht doch vom fremden Rechner aus einige Hinweise:
Du hast da ein paar Fehler begangen, die wir diskussionsmäßig an sich schon abgehakt hatten, die man aber nochmals ansprechen sollte: Die Frequenzgangmessung/-erfassung muss, je niedriger die Bandgeschwindigkeit ausfällt, um so konsequenter bei -20 dB unter Vollaussteuerung ausgeführt werden; andernfalls übersteuerst du wegen der ausgeprägten Nichtlinearitäten des analogen Magnetbandaufzeichnungssystemes die Aufnahme- bzw. Wiedergabeverstärker. Genau das ist dir passiert, wie ich aus deinen Ergebnisbeschreibungen (mit den herumtanzenden Tönen) ableite. Denn du sagst ja sonst nichts zu Aufsprechpegel, Bandmaterial und Bandgeschwindigkeit, die ich eher bei 9,5 cm/s als bei 76,2 cm/s ansiedle.
Auch die Vormagnetisierung ist grundsätzlich nur bei -20 dB und dann auch allein im ersten Arbeitsschritt bei 1 kHz einzustellen. Der zweite erfolgt dann mit 10 kHz und erst recht bei -20 dB unter VA.
Deine Beobachtung zu den Reproduktionseigenschaften treffen im Wesentlichen so zu, wie du sie gemacht hast, und sollte dich, die pathologischen Analogies und Digitalos gleichermaßen nachdenklich stimmen. Übrigens war das auch Thema, als ich einmal mit Mark Levinson zusammentraf, der meines Wissens Cellist und weniger Physiker oder Ingenieur und auch kein Tonmeister ist, weshalb ihm Sprünge zwischen den einzelnen Fachbereichen in seinem heutigen Genre etwas schwer zu fallen scheinen. Andererseits sieht ein Amerikaner immer darauf, sein Markting wirkungsvoll unter die Leute zu kriegen; das vielleicht zu seinem A80-Verschnitt, der auch hier im Forum seinen Niederschlag gefunden hat.
Man lernt bei der Beschäftigung mit jenen Reproeigenschaften bezüglich der Zulänglichkeiten und der Unzulänglichkeiten des menschlichen Gehöres immens dazu. Diese nämlich sind in bestimmten Bereichen extrem hoch und in anderen extrem niedrig zugleich, worüber man sich Klarheit verschaffen sollte, denn das ist seit teilweise mehr als 70 Jahren (!) sehr zutreffend beschrieben worden. Man lese dazu die "Angewandte Akustik" Walter Webers von 1935/36, dessen Hf-Vormagnetisierung in diesem Frühjahr 65 Jahre alt wird.
Von dem angesprochenen Verhalten des Gehörssinnes machen Plattenspieler und analoges Bandgerät, digitale und analoge Bearbeitungstechnik, die Instrumentations-/Instrumentierungstechniken eines Max Reger oder Johann Sebastian Bach, neuzeitliche (??) Effekte in der Popmusik zum Teil geradezu gerissen und vor allem gleichermaßen Gebrauch!
Grundlegend beim Bandgerät aber ist die einwandfreie Einstellung auf die Betriebsmittel, damit jene Kompromisse so geschoben werden können, dass sie im den grenzen dieses Mediums breitflächig das Ohr am besten zufrieden stellen.
Das, was du mit den 'klackenden Geräuschen' beschreibst, dürften die sog. Polterstellen sein, die auf die tieffrequenten Anteile des Modulationsrauschens, mitunter aber auch ganz profan auf Fingerabdrücke auf dem Band zurückzuführen sind. Gehört zur analogen Aufnahme dazu.
Es soll Kollegen gegeben haben, die ihre Masterbänder nur mit weißen Baumwollhandschuhen schnitten, wozu ich mich trotz der Wahrnehmung entsprechender klanglicher Unerfreulichkeiten nie bereitfinden konnte. Heute besitze ich dank des Trolltesters Aktivitäten jene weißen Handschuhe (aus EMTEC-besitz), schneide meine Aufnahmen aber im Computer.... (ohne die auch nicht mehr existenten Fettpratzen...) Ja, die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. (Karl Valentin)
Hans-Joachim
@Frank (darklab): Deine postalische Adresse steht zur Ableistung gewisser Versprechnugnen meinerseits noch immer aus, oder hat sich 'das' inzwischen erledigt?
obwohl ich derzeit nicht zuhause bin, vielleicht doch vom fremden Rechner aus einige Hinweise:
Du hast da ein paar Fehler begangen, die wir diskussionsmäßig an sich schon abgehakt hatten, die man aber nochmals ansprechen sollte: Die Frequenzgangmessung/-erfassung muss, je niedriger die Bandgeschwindigkeit ausfällt, um so konsequenter bei -20 dB unter Vollaussteuerung ausgeführt werden; andernfalls übersteuerst du wegen der ausgeprägten Nichtlinearitäten des analogen Magnetbandaufzeichnungssystemes die Aufnahme- bzw. Wiedergabeverstärker. Genau das ist dir passiert, wie ich aus deinen Ergebnisbeschreibungen (mit den herumtanzenden Tönen) ableite. Denn du sagst ja sonst nichts zu Aufsprechpegel, Bandmaterial und Bandgeschwindigkeit, die ich eher bei 9,5 cm/s als bei 76,2 cm/s ansiedle.
Auch die Vormagnetisierung ist grundsätzlich nur bei -20 dB und dann auch allein im ersten Arbeitsschritt bei 1 kHz einzustellen. Der zweite erfolgt dann mit 10 kHz und erst recht bei -20 dB unter VA.
Deine Beobachtung zu den Reproduktionseigenschaften treffen im Wesentlichen so zu, wie du sie gemacht hast, und sollte dich, die pathologischen Analogies und Digitalos gleichermaßen nachdenklich stimmen. Übrigens war das auch Thema, als ich einmal mit Mark Levinson zusammentraf, der meines Wissens Cellist und weniger Physiker oder Ingenieur und auch kein Tonmeister ist, weshalb ihm Sprünge zwischen den einzelnen Fachbereichen in seinem heutigen Genre etwas schwer zu fallen scheinen. Andererseits sieht ein Amerikaner immer darauf, sein Markting wirkungsvoll unter die Leute zu kriegen; das vielleicht zu seinem A80-Verschnitt, der auch hier im Forum seinen Niederschlag gefunden hat.
Man lernt bei der Beschäftigung mit jenen Reproeigenschaften bezüglich der Zulänglichkeiten und der Unzulänglichkeiten des menschlichen Gehöres immens dazu. Diese nämlich sind in bestimmten Bereichen extrem hoch und in anderen extrem niedrig zugleich, worüber man sich Klarheit verschaffen sollte, denn das ist seit teilweise mehr als 70 Jahren (!) sehr zutreffend beschrieben worden. Man lese dazu die "Angewandte Akustik" Walter Webers von 1935/36, dessen Hf-Vormagnetisierung in diesem Frühjahr 65 Jahre alt wird.
Von dem angesprochenen Verhalten des Gehörssinnes machen Plattenspieler und analoges Bandgerät, digitale und analoge Bearbeitungstechnik, die Instrumentations-/Instrumentierungstechniken eines Max Reger oder Johann Sebastian Bach, neuzeitliche (??) Effekte in der Popmusik zum Teil geradezu gerissen und vor allem gleichermaßen Gebrauch!
Grundlegend beim Bandgerät aber ist die einwandfreie Einstellung auf die Betriebsmittel, damit jene Kompromisse so geschoben werden können, dass sie im den grenzen dieses Mediums breitflächig das Ohr am besten zufrieden stellen.
Das, was du mit den 'klackenden Geräuschen' beschreibst, dürften die sog. Polterstellen sein, die auf die tieffrequenten Anteile des Modulationsrauschens, mitunter aber auch ganz profan auf Fingerabdrücke auf dem Band zurückzuführen sind. Gehört zur analogen Aufnahme dazu.
Es soll Kollegen gegeben haben, die ihre Masterbänder nur mit weißen Baumwollhandschuhen schnitten, wozu ich mich trotz der Wahrnehmung entsprechender klanglicher Unerfreulichkeiten nie bereitfinden konnte. Heute besitze ich dank des Trolltesters Aktivitäten jene weißen Handschuhe (aus EMTEC-besitz), schneide meine Aufnahmen aber im Computer.... (ohne die auch nicht mehr existenten Fettpratzen...) Ja, die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. (Karl Valentin)
Hans-Joachim
@Frank (darklab): Deine postalische Adresse steht zur Ableistung gewisser Versprechnugnen meinerseits noch immer aus, oder hat sich 'das' inzwischen erledigt?
