11.08.2012, 09:50
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Als ich schon im zweiten oder dritten Jahr war, bekamen wir "Nachschub", ein neuer Lehrling namens Engel. Wegen seines runden Gesichts bekam er schon am ersten Tag den Spitznahmen Posaunenengel. Warum der eingestellt wurde, blieb unklar, er war ein echter Schussel, etwas trottelig und ungeschickt bis zum Gehtnichtmehr. So wurde er geschickt die Frequenzbürste zu holen oder den Kupfermagneten; was sich "erfahrene" Lehrlinge eben so ausdenken. Auch aufgeladene Elkos, die man ihm zuwarf, fing er immer wieder auf.
Eines Tage kam ihm eine Idee: Aus zwei Röhrenradios wollte er eine Stereoverstärker bauen, aber aus Platzgründen die Empfangsteile weglassen. Irgendjemand meinte, das sei kein Problem, er solle einfach die Hälfte des Chassis absägen. Es gab sogar noch Hilfestellung, indem man auf dem Chassis anzeichnete, wo er zu sägen habe.
Und tatsächlich, in einer Mittagspause machte er sich ans Werk und begann ohne Rücksicht auf Verdrahtung und Bauteile mit der Metallsäge das Empfangsteil zu entfernen. Leider hat der Meister das Schauspiel beendet- wir hatten uns schon auf die Inbetriebnahme gefreut :teufel2:...
Ein anderes Highlight war der Versuch, ein Farbfernsehgerät alleine zu tragen- einen Philips Goya, K7 Chassis, der vor der Auslieferung an den Kunden eingestellt werden sollte. Heute für Jüngere kaum noch vorstellbar, aber damals, Anfang der 1970er Jahre war der Verkauf eines Farbfernsehers noch etwas Besonderes. Und die Geräte wogen über 40 Kilo und waren -es gab nur 90° Bildröhren- sehr voluminös. Nachdem er das Gerät aus dem Regal gezogen hatten, übermannte ihn der Philips, Gerät und Posaunenengel wurden Opfer der Schwerkraft. Der Fernseher war nicht mehr zu gebrauchen; der Lehrling auch nicht.
Kurz darauf verließ diese Unterhaltungsfachkraft dann die Firma.
Als ich schon im zweiten oder dritten Jahr war, bekamen wir "Nachschub", ein neuer Lehrling namens Engel. Wegen seines runden Gesichts bekam er schon am ersten Tag den Spitznahmen Posaunenengel. Warum der eingestellt wurde, blieb unklar, er war ein echter Schussel, etwas trottelig und ungeschickt bis zum Gehtnichtmehr. So wurde er geschickt die Frequenzbürste zu holen oder den Kupfermagneten; was sich "erfahrene" Lehrlinge eben so ausdenken. Auch aufgeladene Elkos, die man ihm zuwarf, fing er immer wieder auf.
Eines Tage kam ihm eine Idee: Aus zwei Röhrenradios wollte er eine Stereoverstärker bauen, aber aus Platzgründen die Empfangsteile weglassen. Irgendjemand meinte, das sei kein Problem, er solle einfach die Hälfte des Chassis absägen. Es gab sogar noch Hilfestellung, indem man auf dem Chassis anzeichnete, wo er zu sägen habe.
Und tatsächlich, in einer Mittagspause machte er sich ans Werk und begann ohne Rücksicht auf Verdrahtung und Bauteile mit der Metallsäge das Empfangsteil zu entfernen. Leider hat der Meister das Schauspiel beendet- wir hatten uns schon auf die Inbetriebnahme gefreut :teufel2:...
Ein anderes Highlight war der Versuch, ein Farbfernsehgerät alleine zu tragen- einen Philips Goya, K7 Chassis, der vor der Auslieferung an den Kunden eingestellt werden sollte. Heute für Jüngere kaum noch vorstellbar, aber damals, Anfang der 1970er Jahre war der Verkauf eines Farbfernsehers noch etwas Besonderes. Und die Geräte wogen über 40 Kilo und waren -es gab nur 90° Bildröhren- sehr voluminös. Nachdem er das Gerät aus dem Regal gezogen hatten, übermannte ihn der Philips, Gerät und Posaunenengel wurden Opfer der Schwerkraft. Der Fernseher war nicht mehr zu gebrauchen; der Lehrling auch nicht.
Kurz darauf verließ diese Unterhaltungsfachkraft dann die Firma.
Frank
Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
