Sony TC-D5: Riementausch wie? Rutschkupplung?
#2
So, da ja hier so viele Antworten kamen Wink, habe ich mir das Gerät heute vorgenommen.
An die Mechanik kommt man in der Tat von der Unterseite heran. Man muss die Platine lösen und hochklappen, nachdem man alle in Schlaufen verlegten und mit Filzklebestreifen fixierten Drähtchen gelöst hat. Ebenso muss man zwei dickere Drähte (gelb und schwarz) am Spannungswandler neben dem Batteriefach ablöten.
Zwei der drei Riemchen ließen sich einigermaßen problemlos wechseln, der dritte nicht. Da er in gutem Zustand war, habe ich ihn gelassen, wo er war.
Die Friktion für die Aufwickelseite lässt sich sicher irgendwie ausbauen und reinigen — gesehen habe ich sie! — aber ich glaube, da reichen meine feinmechanischen Fähigkeiten nicht ganz. Ich wollte nicht riskieren, das praktisch neuwertige Gerätchen hinterher in die Tonne zu werfen...

Also alle erreichbaren Gummibeläge auf diversen Rädchen mit Benzin und Wattestäbchen geputzt und die Platine wieder drauf.

Natürlich habe ich versäumt, von der ganzen Aktion Fotos zu machen, wie fast immer. Man ist so in die Arbeit vertieft, dass einem das immer erst hinterher einfällt >Sad

Die Fummelei mit den bewussten Lötbrücken, um die Vormagnetisierung "einzustellen", war mir schon beim WM-D6C ein Gräuel. Und geändert werden musste da was, denn mit der von mir bevorzugten Kassettensorte TDK SA klang das Ganze ziemlich höhenarm. Ich sann also auf Abhilfe, sprich, eine Möglichkeit die Biaseinstellung ohne Lötkolben zu vollziehen.

Die Lösung bestand aus zwei SMD-Trimmern 6,5...35 pF (oder in der Größenordnung). Bei meinem Exemplar des TC-D5M waren von der werksseitigen Einmessung her jeweils die Kapazitäten 15 und 18 pF parallel geschaltet, rechts zusätzlich 2,2 pF.
Ich unterbrach die Lötbrücke für 18 pF, reinigte die Lötstellen und lötete je einen der winzigen Kapazitätstrimmer über die Lötpads. Fertig. Natürlich hätte ich genauso gut eins der unbenutzten Pads dafür nehmen können, nachdem die 18 pF aufgetrennt waren. Wurscht :grins:

Nun konnte ich nach der Anleitung im SM die VM so einstellen, dass bei -20 dB Pegel die Frequenzen 1 und 10 kHz auf 0,5 dB den gleichen Pegel ergaben.
Nachdem ich noch kleine Korrekturen an den Pegeltrimmern vorgenommen hatte, denn der linke Kanal wurde ca. 2 dB leiser aufgenommen, war ich mit dem erzielten Ergebnis voll und ganz zufrieden!
Im Vergleich mit meinem noch im Auslieferungszustand befindlichen Pioneer-Deck CT-959 stellte ich fest, dass die VU-Meter beim Sony ca. 4 dB Vorlauf haben. Der auf dem TC-D5 auf genau 0 dB gepegelte 1 kHz-Sinus ergibt auf dem stationären Deck also -4 dB. Die Peak-LED des Sony leuchtet bei ca. +6dBu auf. Wenn man so aussteuert, dass die LED ab und zu flackert, erzielt man eine gute, aber nicht zu reichliche Aussteuerung. Auf dem Pioneer gehen die FL-Anzeigen dann bis etwa +3 oder 4 dB.

Übrigens habe ich als zweites TC-D5 die ProII-Version. Diese hat im Gegensatz zur Normalversion einen Ferritkopf. Der nutzt sich zwar praktisch nicht ab, ermöglicht aber nicht so hohe Pegel! Es werden bereits Verzerrungen hörbar, wenn man bei diesem Recorder die Peak-LEDs allzu häufig aufblinken lässt.
Als nachteilig empfinde ich bei der Profiversion auch die Tatsache, dass er keine Netzteilbuchse besitzt und die XLR-Mikrofonbuchsen männlich sind. Man muss sich also erst passende Kabel löten, die an beiden Enden Weibchen haben.
Spätere Exemplare hatten dann die korrekte Buchsenbauart! Praktisch ist dagegen die Möglichkeit, die XLR-Eingänge per Schalter parallel zu schalten, so dass man mit einem Mono-Mikro auf beiden Spuren aufnimmt. Beim "M" muss man sich dazu wiederum einen Y-Adapter basteln...

Hier ein Foto. Der kleine Trimmer ist so flach, dass er problemlos unter den Deckel passt, der zudem von innen mit einer Folie isoliert ist. Den zweiten, für den linken Kanal, sieht man oben links in der Ecke.

[Bild: P1000232klein.jpg]

Auch eine Gesamtansicht des nun hervorragend klingenden Portis soll nicht fehlen:

[Bild: P1000249klein.jpg]

Gruß
Holgi
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[Kein Betreff] - von hannoholgi - 14.06.2012, 19:31
[Kein Betreff] - von hannoholgi - 15.06.2012, 20:13
[Kein Betreff] - von kesselsweier - 16.06.2012, 17:00
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