Tesla B116-B115 Laufgeräusche
#7
Hallo Werner,

meine Vorredner haben ja bereits gute Tipps gegeben.

Um maximale Leistung aus diesen hier verwendeten Plattenspieler-Spaltpolmotoren herauszuholen, hat man die Induktion bis an die magnetische Sättigungsgrenze getrieben, was sich darin auswirkte, daß sie neben Geräuschen und Vibrationen nach längerer Betriebszeit viel zu heiß wurden und somit recht bald das Öl aus den Lagern flüchtete.
Bei den späteren Geräten hat man aus genanntem Grund diesen zusätzlichen Lüfter auf die Rotorwelle gesteckt, was aber nicht zur Lösung dieses Problems führte.
Andererseits wird das obere Sinterlager durch den relativ starken Zug der Peese in eine Richtung belastet, was irgenwann zu dessen Verschleiß führte.

Da die Lager aus Geräusch-, Vibrations- und Fluchtungsgründen zusätzlich in Gummi gepuffert sind, lassen sie sich relativ einfach ausbauen.
Somit kann man die Lager untereinander oder mit einem anderen Motor leicht tauschen.
Auch ich habe die Lager im Laufe eines Motorlebens öfter untereinander tauschen müssen und so eingesetzt das das geringste Radialspiel in die Belastungsrichtung zeigte.
Da durch die einseitige Zugbelastung aus der oberen anfangs runden Lagerbohrung mit der Zeit ein "Langloch"wird, ist es am wirkungsvollsten,
die Lager nur um jeweils 90° zu drehen und so wieder einzusetzen, da sie in dieser jetzt neuen Belastungsrichtung noch am wenigsten verschlissen sind.

Da zu Hause eine Vakuumtränkanlage selten vorhanden ist, kann man behelfsweise die reinen Sinterbuchsen in einem kleinen Gefäß mit Sinterlageröl
auf der Kochplatte mäßig erhitzen, so daß die Luft aus den Poren des Lagers entweicht und beim Abkühlen neues Öl in diese gesaugt wird, was dann wesentlich länger der Schmierung zur Verfügung steht.
Anders bekommt man den Schmierstoff nie wieder in das Innere eines trockenes Sinterlagers hinein, sondern nur noch an dessen Öberfläche.

All diese Probleme gab es mit den älteren Vorgängermodellen der B4-Reihe noch nicht.
Hier wurde noch ein hochwertiger, klassischer Asynchron- Außenläufermotor mit einem mächtigen zentralen Stehlager mit eigenem Ölreservoir eingesetzt.
Man konnte unten einen abgedichteten Deckel öffnen und Öl in relativ großer Menge nachfüllen.
Diese bewährten Motoren (Philips-Lizens) waren wahrscheinlich später ökonomisch leider nicht mehr vertretbar?

Gruß

Bernd
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[Kein Betreff] - von Werner Holt - 25.02.2012, 18:17
[Kein Betreff] - von esla - 25.02.2012, 19:21
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[Kein Betreff] - von Werner Holt - 04.03.2012, 21:10

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