22.05.2011, 13:21
Der Abriß des Sendesaals (der übrigens über eine sehr gute Akustik verfügt haben soll) ist de facto eine Folge dessen, daß der MDR das Leipziger Radio-Funkhaus verlassen mußte. Das wiederum war eine Entscheidung der Politik- und Verbandsvertreter etc. im MDR-Rundfunkrat vom 27.4.1992.
Im Staatsvertrag über den MDR von 1991 hatten die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nämlich bestimmt:
"Ein möglichst in sich geschlossener Direktionsbereich nebst den dazu gehörenden Produktionskapazitäten wird in Halle angesiedelt mit dem Ziel, dort etwa ein Viertel des Zentralbereichs zu konzentrieren." (§ 2 II Satz 2).
Aufgrund dessen wurden die MDR-Hörfunkprogramme "Kultur", "Life" und "Info" 1999 aus dem komplett funktionstüchtigen (und dem MDR gehörenden) Leipziger Funkhaus Springerstraße in die (nur geleaste) neue "Hörfunkzentrale" in Halle verlegt. (Einen Sendesaal gibt es in Halle nicht mehr.)
Die Kosten für den Umzug und für das Leasing des neuen Hauses wurden in damaligen Pressemeldungen jenseits von 100 Mio. DM vermutet.
Vertreter des MDR konnten auf die Regelung im Staatsvertrag offenbar keinen unmittelbaren Einfluß nehmen. (Jedenfalls deutet alles auf das Gegenteil hin. MDR-Stimmen hätten sich sicherlich gegen den Umzug ausgesprochen; denn kaum jemand läßt seinen Arbeitsplatz gern von einer der schönsten Städte Deutschlands - Leipzig
- nach Halle verlegen.) Vermutlich war die Klausel im Staatsvertrag mitsamt der Entscheidung des Rundfunkrates das Resultat effektiver sachsen-anhaltinischer Lobbyisten-Arbeit in den Landtagen und Staatskanzleien von Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Michael
Im Staatsvertrag über den MDR von 1991 hatten die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nämlich bestimmt:
"Ein möglichst in sich geschlossener Direktionsbereich nebst den dazu gehörenden Produktionskapazitäten wird in Halle angesiedelt mit dem Ziel, dort etwa ein Viertel des Zentralbereichs zu konzentrieren." (§ 2 II Satz 2).
Aufgrund dessen wurden die MDR-Hörfunkprogramme "Kultur", "Life" und "Info" 1999 aus dem komplett funktionstüchtigen (und dem MDR gehörenden) Leipziger Funkhaus Springerstraße in die (nur geleaste) neue "Hörfunkzentrale" in Halle verlegt. (Einen Sendesaal gibt es in Halle nicht mehr.)
Die Kosten für den Umzug und für das Leasing des neuen Hauses wurden in damaligen Pressemeldungen jenseits von 100 Mio. DM vermutet.
Vertreter des MDR konnten auf die Regelung im Staatsvertrag offenbar keinen unmittelbaren Einfluß nehmen. (Jedenfalls deutet alles auf das Gegenteil hin. MDR-Stimmen hätten sich sicherlich gegen den Umzug ausgesprochen; denn kaum jemand läßt seinen Arbeitsplatz gern von einer der schönsten Städte Deutschlands - Leipzig
- nach Halle verlegen.) Vermutlich war die Klausel im Staatsvertrag mitsamt der Entscheidung des Rundfunkrates das Resultat effektiver sachsen-anhaltinischer Lobbyisten-Arbeit in den Landtagen und Staatskanzleien von Dresden, Magdeburg und Erfurt.Michael
