30.10.2004, 16:04
Lebensdauerangaben in Betriebsstunden halte ich für sinnlos - in "km vorbeigelaufenes Band" wäre das richtiger. Unsicherheitsfaktor ist dann immer noch: In unterschiedlichen Geräten herrschen unterschiedliche Bandzüge, unterschiedliche Bänder haben unterschiedlich rauhe Oberflächen und leisten damit unterschiedlich hohen Abtrag. Die Kopfkonstruktionen sind ebenfalls different: Der eine Kopf verträgt sehr gut einen breiten Kopfspiegel, beim andern kansst Du nach kurzer Zeit schon die innenliegenden Spulen von aussen streicheln.
Fazit: Nix genaues kann man nicht sagen nicht.
Nun werden den Technikern genau diese Fragen gestellt. Vertriebsleute haben es gerne einfach und simpel und ignorieren, daß die Technik nicht einfach und simpel sein kann. Wenn nun der Techniker einen Haufen Zeit verschwendet, um zu erklären, warum man diese Frage nicht so einfach mit einer Zahl beantworten, nicht einmal mit ein paar Zahlen, dann hört der Vertrieb erstens nicht zu und meint zweitens: Der Techniker ist schlecht, der blickt's auf keinem Auge.
Also geben Techniker Antworten auch dann, wo sie eigentlich schweigen müssten. Sie geben die Antworten so, daß sie für die schlimmste anzunehmende Situation passen. Man muss dem Rundfunk garantieren, wie lange die Köpfe halten. Das will er wissen, damit er die Wartung planen kann und damit er mit anderen Herstellern vergleichen kann. Der Rundfunk arbeitet mit 38 oder 19, also gibt man an: 1000 Stunden, meint damit 1000 Stunden bei 38 und hat dabei Reserven drin. So ist sicher gestellt, daß nie ein Kopf vor 1000 Stunden Betriebsdauer Grätsche macht. Daß reihenweise noch gut verwendbare Köpfe im Eimer landeten, muss den Hersteller der Maschinen ja nicht interessiert haben.
Wo kommen denn die ganzen Köpfe her, die als gebraucht, aber noch gut angeboten werden? Sicher zum großen Teil aus Schlachtgeräten, aber mancher dieser Köpfe wurde vorbeugend getauscht, weil man 3 mm Kopfspiegel als zuviel ansah. Daß es ruhig auch mal 5 sein dürfen, sieht man in Amateuerkreisen erst jetzt. Daß der Weg von 3 nach 5 mm erheblich länger dauert als der Weg von 1 nach 3 mm ist logisch. So betrachtet, wurde im Rahmen der an sich gut gedachten Pflege, Wartung & Prophylaxe massenweise potentielle Laufzeit vernichtet, der wir heute hinterhertrauern. Heutige E-Teile-Preise angesetzt, käme ein nettes Sümmchen zustande.
Deine Rechnung kann man auch von anderer Seite betreiben: Eine 4-Spur-26er speichert 3 Stunden Musik. Wenn man 1500 Stunden Lebensdauer ansetzt, was ich bei glatten HiFi-Bändern und den im Amateurbereich üblichen niedrigen Bandzügen für recht realistisch halte (als Mindestwert, bitte!), so wären das 500 Banddurchläufe. Ein Archiv mit oft nur 10 - 20 Bändern würde also 25 bis 50 Durchläufe pro Band erfordern, ganze Durchläufe wohlgemerkt! Es gibt Maschinen, die waren dieser Belastung sicher nicht ausgesetzt. Und selbst wenn, so ist der Kopf nicht zwingend am Ende.
Wenn Du jetzt wieder tonbandeln willst, so wirst Du das Gerät auch nicht unbedingt 10 Stunden am Tag stressen. Wenn die Köpfe Spuren tragen, sich das Gerät aber immer noch einmessen lässt, so hast Du noch eine ganze Weile Freude dran. Klar - mit Akai hast Du diese Probleme nicht, bei Revox lassen sie sich mit Geld lösen. Das ist so. Und wenn Du ein Gerät zum benutzen kaufst, sind das Argumente.
Den Sammler kümmert das weniger. Da verteilt sich die Last auf mehrere Geräte, man muss ja nicht die mit den seltensten Köpfen am meisten stressen.
Fazit: Nix genaues kann man nicht sagen nicht.
Nun werden den Technikern genau diese Fragen gestellt. Vertriebsleute haben es gerne einfach und simpel und ignorieren, daß die Technik nicht einfach und simpel sein kann. Wenn nun der Techniker einen Haufen Zeit verschwendet, um zu erklären, warum man diese Frage nicht so einfach mit einer Zahl beantworten, nicht einmal mit ein paar Zahlen, dann hört der Vertrieb erstens nicht zu und meint zweitens: Der Techniker ist schlecht, der blickt's auf keinem Auge.
Also geben Techniker Antworten auch dann, wo sie eigentlich schweigen müssten. Sie geben die Antworten so, daß sie für die schlimmste anzunehmende Situation passen. Man muss dem Rundfunk garantieren, wie lange die Köpfe halten. Das will er wissen, damit er die Wartung planen kann und damit er mit anderen Herstellern vergleichen kann. Der Rundfunk arbeitet mit 38 oder 19, also gibt man an: 1000 Stunden, meint damit 1000 Stunden bei 38 und hat dabei Reserven drin. So ist sicher gestellt, daß nie ein Kopf vor 1000 Stunden Betriebsdauer Grätsche macht. Daß reihenweise noch gut verwendbare Köpfe im Eimer landeten, muss den Hersteller der Maschinen ja nicht interessiert haben.
Wo kommen denn die ganzen Köpfe her, die als gebraucht, aber noch gut angeboten werden? Sicher zum großen Teil aus Schlachtgeräten, aber mancher dieser Köpfe wurde vorbeugend getauscht, weil man 3 mm Kopfspiegel als zuviel ansah. Daß es ruhig auch mal 5 sein dürfen, sieht man in Amateuerkreisen erst jetzt. Daß der Weg von 3 nach 5 mm erheblich länger dauert als der Weg von 1 nach 3 mm ist logisch. So betrachtet, wurde im Rahmen der an sich gut gedachten Pflege, Wartung & Prophylaxe massenweise potentielle Laufzeit vernichtet, der wir heute hinterhertrauern. Heutige E-Teile-Preise angesetzt, käme ein nettes Sümmchen zustande.
Deine Rechnung kann man auch von anderer Seite betreiben: Eine 4-Spur-26er speichert 3 Stunden Musik. Wenn man 1500 Stunden Lebensdauer ansetzt, was ich bei glatten HiFi-Bändern und den im Amateurbereich üblichen niedrigen Bandzügen für recht realistisch halte (als Mindestwert, bitte!), so wären das 500 Banddurchläufe. Ein Archiv mit oft nur 10 - 20 Bändern würde also 25 bis 50 Durchläufe pro Band erfordern, ganze Durchläufe wohlgemerkt! Es gibt Maschinen, die waren dieser Belastung sicher nicht ausgesetzt. Und selbst wenn, so ist der Kopf nicht zwingend am Ende.
Wenn Du jetzt wieder tonbandeln willst, so wirst Du das Gerät auch nicht unbedingt 10 Stunden am Tag stressen. Wenn die Köpfe Spuren tragen, sich das Gerät aber immer noch einmessen lässt, so hast Du noch eine ganze Weile Freude dran. Klar - mit Akai hast Du diese Probleme nicht, bei Revox lassen sie sich mit Geld lösen. Das ist so. Und wenn Du ein Gerät zum benutzen kaufst, sind das Argumente.
Den Sammler kümmert das weniger. Da verteilt sich die Last auf mehrere Geräte, man muss ja nicht die mit den seltensten Köpfen am meisten stressen.
Michael(F)
