Was ist besser: Alu- oder Kunsstoff-Spulen?
#1
Hallo,

da es zwischen Aluspulen beim Spulen zu Entladungen kommen kann und Aluspulen ja auch schwerer als Kunsstofspulen sind und somit ja mehr Kraftaufwand für den Motor erfordern, stellt sich doch die Frage, was ist besser...

Grade in Bezug auf Gleichlaufschwankungen und Geschwindigkeitsabweichungen.

Für eine Antwort wäre ich dankbar, da sie davon abhängt, ob ich nun eine Aluspule kaufen muss oder mit Kunststoff "fahre".
Ich frage mich auch, was sich die Hersteller dabei dachten Aluspulen einzusetzen. Nur wegen der Optik? Wäre da nicht heller Kunsstoff auch gegangen?

LG

reel-to-reel
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#2
Zitat:reel-to-reel postete
...
Für eine Antwort wäre ich dankbar, da sie davon abhängt, ob ich nun eine Aluspule kaufen muss oder mit Kunststoff "fahre".
Ich frage mich auch, was sich die Hersteller dabei dachten Aluspulen einzusetzen. Nur wegen der Optik? Wäre da nicht heller Kunsstoff auch gegangen?
...
Hallo,

dass sich eine Aluspule auf den Gleichlauf auswirkt, habe ich bisher noch
nicht vernommen (weder selbst gehört noch je gelesen). Lediglich
Philips hat für ein bestimmtes Modell 26,5er Kunststoffspulen empfohlen -
sicher vor dem Hintergrund des Funkenfluges und des Gewichtes. Dabei
ist´s gar nicht mal die Spule an sich (die ist nicht so viel schwerer, als
die Kunststoff-Spule) aber der Adapter schlägt mit einigen Gramm zu
Buche. Dass dadurch dann die Motorlager etwas mehr belastet werden,
erscheint mir logisch, ob´s aber messbar mehr Verschleiss bringt wird
wohl seriös nicht beantwortet werden können.

Was dachten sich die Hersteller? - Ehrlich: keine Ahnung, ich habe mit
keinem Hersteller je darüber gesprochen.Wink
Meine Vermutung: neben der Optik stelle ich im Alltagsgebrauch fest, dass
gerade die grossen 26,5er Aluspulen weniger oft in axialer Richtung "eiern"
(sofern sie immer richtig behandelt wurden). Dies wohl, weil ihre
Seitenwände etwas stabiler sind als die der Kunststoff-Spulen. Bei der
18 cm Spule kommt dieser Vorteil nicht so deutlich zum tragen, da
steht ja bei leerer Spule nicht so viel Material "frei im Raum" (der Hebel
der Spulenscheiben ist halt kürzer).

Zu Deiner Frage "warum nicht heller Kunststoff?" - doch ja, hat es gegeben.
Philips 26,5er sind aus hellem Kunststoffmaterial gewesen. Im Gegenzug
hat Philips (und auch Grundig) 18er Kunststoffspulen im Alu-Look gehabt
(die waren schlichtweg lackiert).

Zu dem Thema haben wir hier im Forum aber auch schon einmal rege
diskutiert (...habe nur gerade den Thread nicht parat...), andere wissen
aber sicher noch mehr dazu zu sagen.


Gruss

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#3
´
Na ja, so ein Adapter ist nicht wirklich schwer. Die Kunststoffausführung bringt schlappe 40 Gramm auf die Waage, die Studioausführung mit Alukrone grade mal 140 Gramm. Eine Kunststoffspule (RMG) bringt es auf 180 Gramm, eine Aluspule auf 260 Gramm.

Es wird immer wieder argumentiert, dass Aluspulen die Lager der Wickelmotoren übermäßig belasten. Aber wie häufig sind denn Lagerschäden in der Praxis? Und wer hat je einen Flottentest gemacht und genaue Vergleiche angestellt? Den Maschinenherstellern war klar, dass Aluspulen zum Einsatz kommen würden und haben die Lager entsprechend dimensioniert.

Ich glaube nicht daran, dass Aluspulen großen Einfluß auf die Haltbarkeit der Lager haben
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
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#4
Lieber r2r, eine Alu-Spule "musst" du nicht kaufen. Darfst du aber. Es empfiehlt sich in der Tat auf Aluspulen nur Bandmaterial mit leitfähiger (!) Rückseitenbeschichtung zu verwenden, um statische Aufladungen zu vermeiden. (LPR 35, XL I, Zonal 840 ...)

Es mag sein, dass die Motorlager durch Metallspulen stärker belastet werden, jedenfalls haben die Bremsen mehr zu tun, um eine Metallspule aus voller Fahrt abzubremsen.

Meinem Gefühl nach sind Metallspulen etwas stabiler gegenüber seitlichem Druck, sie bieten daher etwas mehr Sicherheit gegen das Umknicken vorstehender Windungen.

niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
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#5
Hallo Frank,

...natürlich sind diese Überlegungen rein "akademisch" und in der
Praxis kaum nachzuweisen (zumal unsere alten Schätzchen eine
zum Teil unbekannte Vorgeschichte haben, die Motoren also uU
schon ganz anderes mitgemacht haben). aber trifft die schwere
Nachweisbarkeit nicht auf einige technische Gegebenheiten zu?

Und die höheren Massen (in Kombination mit anderen Hebelarmen)
sind nun mal Fakt! Für eine Philips N4450 (...das ist die von mir
zitierte Ausnahme) gibt es jedenfalls m.E. keine serienmässigen
NAB-Adapter - die Kiste war wohl definitiv nicht für die Aluspulen
vorgesehen.

Dass den Maschinenherstellern allerdings klar war, dass die Geräte
mit Aluspulen und NAB-Adaptern betrieben werden, würde ich erstmal
hinterfragen. Hier wäre es wirklich mal interessant zu erfahren, seit
wann überhaupt Aluspulen in Verb. mit den Adaptern grossflächig
vertrieben wurden. Eine frühe A77 hat da sicher keine Probleme mit
aber gab es 1967 tatsächlich schon Bänder auf Aluspulen mit NAB-Kern?

Gruss

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#6
´
Die Aluspule ist eine amerikanische Erfindung, was bei uns der AEG- Kern samt seiner Aufnahme ist, ist bei den Amis eben NAB. Die Bezeichnung leitet sich von einem Normenausschuß der Vereinigung der dortigen Sender namens " National Association of Radio and Television Broadcasters" -NARTB, später dann gekürzt auf NAB.

Diese Bauform dürfte ab Mitte / Ende der 1950er Jahre zumindest dort und im Studiobereich verwendet worden sein.

Wann die Aluspulen in Europa populär wurden, entzieht sich meiner Kenntnis, allerdings waren Bänder, Spulen und Adapter schon zu Zeiten der ersten A77 im Lieferprogramm von Studer, der Bänder von Scotch verwendete. Ob die Spulen damals auch aus den USA kamen oder von Posso gefertigt wurden, kann ich nicht sagen.
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
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