Bänder ausmessen
#1
Hallo in die Runde,

Zur Zeit bin ich damit beschäftigt angeschwemmte Bänder zu prüfen. Zunächst prüfe ich auf einem alten Spulenknecht die mechanische Tauglichkeit der Bänder durch Spulen und durchlaufen lassen. Wenn das in Ordnung ist, stellt sich dann die Frage, ob dieses Band überhaupt für eine meiner Maschinen tauglich ist. Bei Maxell auf einer GX-77 usw dürfte das ziemlich klar sein. Aber beispielsweise bei älteren BASF-Typen bin ich mir da nicht so sicher. Man könnte ja einfach eine Aufnahme mit einem bekannten Musikstück machen und das Gehör ins Vertrauen ziehen. Wie könnte man sowas aber schnell messtechnisch machen. Meine Idee wäre

a) Wiedergabequalität

PC als Tongenerator nehmen, der ein definiertes Spektrum an Tönen erzeugt, diese dann auf der möglichen Zielmaschine aufnehmen und das Spektrum bei Wiedergabe wieder messen. Frage wäre hier mit welcher Software.

b) Zustand des Bandes

PC erzeugt einen oder mehrere Töne, diese werden über die gesamte Bandlänge aufgenomen und die störenden Ereignisse (z.B. Droppouts) wieder mit einem PC gemessen,gezält. Frage wäre auch hier mit welcher Software.

Mit geeignetem Equipment (2PCs) könnte man die Messungen doch direkt via Hinterbandkontrolle-

Wie weit daneben liege ich mit meinen Ideen ???

VG
Michael
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#2
Hallo Michael,

prinzipiell eine gute Idee...

a) ...kann man ja eigentl. mit Audacity machen und die beiden
(bzw. 4) Kurven untereinander legen und vergleichen (visuell).
Dann siehst Du auch direkt die Dropouts, wenn Du die Kurvendarstellung
weit genug spreitzen würdest. Ist aber ein bisserl Arbeit...

b)...automatisch DropOuts erkennen - geben tut´s da sicher was,
kenne es aber nicht und mutmasse auch hohe Kosten, da spezielle
Messtechnik. Wenn man die Kurven in Absolutwert-Reihen in einem
.CSV-file speichern könnte, dann liesse sich so eine Messpunktreihe
ganz einfach mit Excel auswerten. Die Frage ist, welche Aufzeichnungs-
software lässt den Daten-Export zu. (audacity ist dafür sicher nicht
gedacht...). Dafür müssen allerdings die Vor/Nachband-Kurven auch
miteinander verglichen werden. Schliesslich kann man m.E. nicht davon
ausgehen, dass ein Drop-Out direkt einen "O"-Pegel liefert. Ein schwacher
Pegel kann also durchaus im Quellmaterial dem Original entsprechen - woher
soll die SW das wissen. Es braucht also den Vergleich, wie ich meine.

Ich persönlich halte die selbsterstellte Probeaufnahme mit Hörvergleich
für gebrauchtes Bandmaterial immer noch für die schnellste Methode.
2, 3 prägnante Stellen ausgesuchter Musikstücke, ein Bischen "Pink
Noise", das war´s - dann weis ich in der Regel, ob das Band auf
der Maschine verwendet werden kann (bzw. nicht sogar direkt in
die Tonne gehört).

Gruss

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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#3
Hallo Michael,

Zitat:PC als Tongenerator nehmen, der ein definiertes Spektrum an Tönen erzeugt, diese dann auf der möglichen Zielmaschine aufnehmen und das Spektrum bei Wiedergabe wieder messen.
Das enspricht einer normalen Frequenzgangmessung. Ich mach das immer mit audiotester, so wie hier beschrieben: http://www.elektronikschmiede.de/frequen...essen.html.
Gemessen wird hier mit einer Folge von Einzeltönen. Die Messung dauert daher etwas bis alle Meßpunkte durchgefahren sind. Dropouts in der Messdauer sind als Einbrüche im Frequenzgang zu sehen.

Für einen schnellen Überblick ginge es aber auch, weißes Rauschen einzuspeisen und sich das Antwortspektrum anzuschauen. Das geht auch mit audiotester und einer Reihe anderer Meßprogramme. Die sehr kurze Meßdauer hätte den Vorteil, daß das Spektrum relativ unbeeinflußt von droputs bleibt (weil man sofort sieht ob das Signal gestört ist).

Dies geht bei Maschinen mit Hinterbandausgang. Bei Kombiköpfen wird es schwierig / umständlich. Bei Bedarf hätte ich aber dazu einen link.

Grüße

Peter
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