Bearbeiten von alten Bändern am PC
#1
Servus,

Gruss von dieser Stelle aus vom blutigen Anfänger.

Ich hätt da mal ein paar Fragen an euch *fingerindiehöhestreck*...

1) Was brauche ich um die alten Bänder am PC zu bearbeiten um den Klangverlust
so gering wie möglich zu halten??

2) Was muss ich mit den Bändern bzw. bei der Maschine machen

3) Welches Programm am PC empfiehlt sich

4) Sind alle 1/4" Bänder für mein Fostexgerät kompatibel?

5) Kabel austauschen???

Wäre euch sehr verbunden mir eine lückenlose Schritt für Schritt-Lösung zu geben, da ich zwar blutiger Anfänger aber versuche meine Sache so gut wie möglich zu machen...Vielen Dank im voraus...

Gruss
MC GAudibuiz´n.
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#2
Zitat:GAudibuizn postete
1) Was brauche ich um die alten Bänder am PC zu bearbeiten um den Klangverlust
so gering wie möglich zu halten??
Vor allem eine gute Soundkarte. Viele schwören auf externe USB-Lösungen. Mit einer guten internen PCI-Karte sind aber m.E. auch zufriedenstellende Digitalisierungen möglich. Nicht empfehlenswert sind die gängigen Onboard-Soundchips.

Daneben brauchst Du natürlich auch noch das passende Kabel, normalerweise 2 x Cinch (sofern Deine Fostex Cinch-Ausgänge hat) auf 3.5 mm-Klinke.

Zitat:2) Was muss ich mit den Bändern bzw. bei der Maschine machen
Spiel' sie einfach ganz normal ab und nimm das Signal mit dem PC auf.

Zitat:3) Welches Programm am PC empfiehlt sich
Zum Aufnehmen und Schneiden sollte Audacity reichen, das gibt's kostenlos für die meisten gängigen Betriebssysteme.

http://www.audacity.de

Zitat:4) Sind alle 1/4" Bänder für mein Fostexgerät kompatibel?
Geht es um Bänder (also die reine "Hardware") oder Aufnahmen? Im ersten Fall: Ja, fast alle. Nur selten anzuteffende Typen wie EE und FeCr solltest Du nicht verwenden. Aufnahmen: Nein. Deine Fostex ist wahrscheinlich eine Halbspurmaschine. Wenn ein Band mit einem anderen Gerät bespielt wurde, dann möglicherweise im Viertelspurformat. Diese Aufnahme lässt sich dann mit Deinem Gerät nicht abspielen.

Zitat:5) Kabel austauschen???
?

Wenn das eine Frage war, solltest Du sie etwas präziser formulieren.
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#3
erstmal vielen herzlichen Dank für die schnelle Antwort...Smile
Ergänzend hätte ich noch ein paar Fragen...


1) Empfiehlt es sich das Multiface zwischen dem PC noch zusätzlich
vorzuverstärken um ein besseres Signal zu bekommen??

2) es handelt sich bei der Maschine um den recht beliebten FostexR8 8-Tracker..
Das meinst du sicherlich mit Halbspur, Viertelspur, oder??

2.1. wenn das Halbspur kein Viertelspur, kann dann ein Achtelspur ein
Viertelspur??

2.2. Interessieren würden mich vor allem Aufnahmen aus den Siebzigern und
Achzigern, ist die Methodik der 1/4" Achtspurmaschinen schon so lange
im Gebrauch?

3) Kabel tauschen??? Mit dieser Frage meinte ich ob ich die Kabel nach fast 20
Jahren nicht doch besser austauschen sollte, damit das Signal besser
kommt???

4) Muss ich alte Bänder vor dem Gebrauch reinigen???
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#4
Hallo !!!

Hier sozusagen ein Programmtip, läuft ab 2Ghz.

http://www.heise.de/software/download/rillenputz/50008

Ansonsten gibts von Waves Restaurationssofware, ( soll die beste sein) ist teuer aber nicht besser. Läuft aber auch nicht allein, sondern benötigt ein Editorprogramm wo diese Softw. eingebunden werden kann. (VST usw)

Hier wieder: http://www.audacity.de/ Audacity lässt sich auch zum VST-Editor aufrüsten. Hinweise u. Downloads gibts auch auf der website.
VST= Virtual Sound Studio

Je nachdem wie stark eine Software verwendet wird, gibt es immer Artefakte.
Also die restauration von Tonmateriel ist immer ein Kompromiss.
Vor allem der wegfall des Rauschens ist gewöhnungsbedürftig.
Oft wird noch etwas künstliches Rauschen hinzugemischt um das Klangbild reichhaltiger an hohen Frequenzen erscheinen zu lassen.
Abhilfe schaffen noch Obertongeneratoren, die hier aus vorhandenen Frequenzen noch Obertöne generieren.
Aber alles hat seine Grenzen, aus Telefonsound aber, noch etwas rauszuholen sollte in richtung Hifiqualität unmöglich sein
Klobürsten werden wieder wie neu, wenn man sie mit in die Spülmaschine gibt.
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#5
Zitat:GAudibuizn postete
1) Empfiehlt es sich das Multiface zwischen dem PC noch zusätzlich
vorzuverstärken um ein besseres Signal zu bekommen??
Mit einer Verstärkung verbessert sich die Qualität nicht. Eventuelle Störgeräusche wie Rauschen werden ja mitverstärkt. Zumal harmoniert das Line-Signal einer Bandmaschine so wie es ist am besten mit dem Line-Eingang einer Soundkarte. Mit einer Vorverstärkung riskierst Du Übersteuern und möglicherweise sogar Hardwareschäden.

Zitat:2.1. wenn das Halbspur kein Viertelspur, kann dann ein Achtelspur ein
Viertelspur??
Nein.

Wobei manche Geräte zusätzliche Wiedergabeköpfe für andere Spurlagen haben (die Halbspur-Maschinen von Teac/Tascam und Otari haben z.B. teilweise auch einen Viertelspur-Wiedergabekopf). Ich kenne die Fostex R8 nicht, aber möglicherweise ist das da auch der Fall.

Zitat:2.2. Interessieren würden mich vor allem Aufnahmen aus den Siebzigern und
Achzigern, ist die Methodik der 1/4" Achtspurmaschinen schon so lange
im Gebrauch?
Wenn, dann sehr, sehr selten. Der weit überwiegende Teil der 1/4"-Bandmaschinen aus den 70ern und 80ern dürften Halbspur- und Viertelspur-Stereo-Geräte sein. Viertelspur-Quattro ist dann schon ziemlich selten.

Zitat:3) Kabel tauschen??? Mit dieser Frage meinte ich ob ich die Kabel nach fast 20
Jahren nicht doch besser austauschen sollte, damit das Signal besser
kommt???
Kabel altern wenig bis überhaupt nicht, das dürfte sich nicht lohnen.

Zitat:4) Muss ich alte Bänder vor dem Gebrauch reinigen???
Eigentlich nicht. Wenn ein Band wirklich sichtlich verschmutzt ist, kann es mitunter Sinn machen, aber ohne zwingenden Grund würde ich es nicht tun.
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#6
Super!

Eure Antworten sind ja richtig informativ...da kann ich ja wirklich was damit anfangen.Smile

Ich werde jetzt auf alle Fälle losziehen und mir ein Multiface erstehen um die alten Bänder die dem Gerät beilagen zu digitalisieren und am PC zu bearbeiten.

Besten Dank
MC GAudibuiz´n.
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#7
´
Von Fostex gab es eine ganze Reihe von Geräten, auch ein Viertelzoll- 8- Spur Maschinchen, um das es sich hier zu handeln scheint.

Damit sollten sich eigentlich alle Spurformate abspielen lassen, wenngleich ich befürchte, die Qualität könnte im Verhältnis zu mit den der Aufnahme entsprechenden Spurlage etwas abfallen. Es ist vermutlich so, dass bei vorbespielten Viertelspur- Bändern die Spuren nicht genau von den Köpfen der Fostex erwischt werden bzw. auch noch etwas von unbespielten Stellen erwischen. Da kommt dann nur Rauschen.

Da kommst Du nicht daran vorbei, auszuprobieren welche Spuren den besten, sprich rauschärmsten Ton liefern.

Bei Halbspur Stereo wird es wohl am einfachsten sein, da würde ich an der Fostex die Spuren 1-3 und 5-8 wiedergeben. Dann hören, ob es besser oder schlechter wird, wenn man die Spuren 3 und 5 wegschaltet. Bei Viertelspur ist es etwas aufwändiger, aber prinzipiell gleich.

Über Kabel und deren Klang wird viel und meist ergebnislos diskutiert. Nimm einfach handelsübliche Ware, wichtig ist nur eine gute Abschirmung. Die Wirkung von linksdrehenden, sauerstoffarmen Kupferatomen in am Hexensabbat verlöteten Kabeln ist selbst nach tagelangem Einspielen mit Sphärenklängen nicht wissenschaftlich belegt.
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
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#8
Falls Du Windoofs Vista auf Deinem Rechner hast, kann es bei der Anschaffung von externen USB-Teilen recht schwierig werden; die meisten der alten und bewährten Gerät laufen nur unter XP einwandfrei, an Vista Treiber ist wohl vorerst nicht zu denken.

Ich habe mir jetzt ein Terratec DMX 6Fire USB-Interface gekauft, DAS geht auch mit Vista! (Ist mit ca. 200 Euro nicht ganz billig - funktioniert aber einwandfrei).

Ausserdem benutze ich bei Bandüberspielungen noch einen Behringer Composer PRO-XL. Im Wesentlichen nutze ich den dort integrierten Limiter, der schützt gerade bei alten, unbekannten Aufnahmen vor plötzlichen Übersteuerrungen, die gerade im digitalen Bereich "tödlich" sind. Die Geräte muss exakt eingestellt werden - Knopf drücken alles alles geht wie von selbst IST NICHT !

Abschließend noch etwas Eigenwerbung:

Auf meiner Homepage www.tonkopie.de findest Du vielleicht noch einige nützliche Hinweise.

Ansonsten viel Spaß und Erfolg beim Digitalisieren.

Reiner
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#9
Hallo Reiner,

was mich interessieren würde: Funktioniert der Limiter tatsächlich ? Ich habe einen Microvorverstärker von Behringer mit "Limiter", aber das Ding funktioniert gerade bei Impulsspitzen nicht, haut also Pegel raus, die die Aufnahme rigoros übersteuern...

Gruß,
Werner
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#10
Hallo Werner,
der Limiter funktioniert wirklich. Ich setzte ihn schon mal bei unbekannten Bandaufnahmen ein. Häufig sind solche Bänder am Anfang schwach ausgesteuert und irgendwann kommen dann die fetten Stellen. Bisher waren die Ergebnisse ok. Ich habe einen ähnlichen Soundprozessor von Euphonic, der schlägt bei wirklichen Spitzen in den roten Bereich aus.

Wenn ich mal Zeit habe, werde ich den Behringer mal absichtlich mit ultrakurzen Signalspitzen quälen, mal sehen, was dann wird.

Beste Grüße - Reiner
www.tonkopie.de
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#11
Hallo und einen gutenTag !!!

Ich besitze seit Jahren für meine Ausseneinsätze einen Sony TC-D 5M.
Dieser "Sony Tapecorder" besitzt einen eingebauten schaltbaren Limiter mit genügend langer Rücklaufzeit.
Der kann in den Signalweg eingeschliffen werden, die threshold ergibt sich dabei aus Eingangspegel und Aussteuerungspegel und bewahrt somit vor Überraschungen. Wenn noch stärker geregelt wird, wird das teil sogar zum Kompressor. Also etwas Fingerspitzengefühl, aber dies ist ohnehin notwendig.
Also wer noch so ein Teil besitzt mag es vielleicht einmal probieren, die Marantzrecorder konnten das übrigens auch ganz gut.

Hier noch ein Link zu jemandem der schon lang auf diese Idee kam (Punkt.11):
http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/...tm#limiter


Ich persönlich nehme mir aber lieber die Zeit und mache die kritischen Stellen im Vorfeld ausfindig um vorbereitet zu sein, mache Notizen wann wo was kommt und regele in einem Kompromiss zwischen in etwa vorher eingestelltem mittelhohem Pegel um dann bei den kritischen Passagen nachzuregeln,
ganz Bio sozusagen.

Der rest läuft unter Software. Dort würde ich ganz behutsam mit dem Material umgehen. Na ja , die Geschmäcker sind ja verschieden,aber bei einer Überspielung einer alten Heintje-Aufnahme ist so manches zu verschmerzen nicht nur die verstaubte Klangqualität. ( Hab ich übrigens auch die LP, die mit MAMMA drauf, ähähähä...)

Die Limitier-Lösung ist ohnehin nur für die nicht ganz grossen Pegelsprünge zu empfehlen. Aber auch notorisch untersteuertes Digitalequipment soll ja so manche klanglichen tücken besitzen.
Klobürsten werden wieder wie neu, wenn man sie mit in die Spülmaschine gibt.
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#12
Hallo hier habe ich noch etwas gefunden was ergänzend interessieren könnte:

http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/ton-digital.htm

Insbesondere die Tandemlösung ist erwähnenswert, oder ???
Klobürsten werden wieder wie neu, wenn man sie mit in die Spülmaschine gibt.
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#13
Zitat aus dem von Laetitia verlinkten Aufsatz:

"Archivieren und retten tut not.
Deshalb sind alle - auch die verstreuten - Bestände zu erfassen, systematisch zu klassifizieren und in einem prozedural und finanziell vertretbaren Rahmen zu konservieren. Eine hochentwickelte Gesellschaft wird auch künftig nicht nur an ihrem Bruttoinlandsprodukt und ihrer Exportstatistik gemessen werden, sondern auch danach, wie sie mit ihrem Kulturgut umgeht und ob sie es versteht, das sich in vielen Facetten und Materialien manifestierende kulturelle Erbe in würdiger Form den künftigen Generationen zu erhalten."

Wollte die Forumsleitung um Michael Franz letztes Jahr nicht einmal ein Thema diesbezüglich starten, Stichwort alte Tonbänder und Kulturgut?!? Big Grin Da habt ihr ´nen Aufhänger...
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