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Moin, moin,
mit vollen Händen wühlte ich eben in meinen Bandkartons und holte mir ein paar alte Studio-Bänder heraus.
Das Kleinhirn stellte dann die Frage an das Großhirn: Kann ich die meinem Gerät eigentlich zumuten?
Verstreut im Forum wird immer mal wieder darauf hingewiesen, daß einge Bänder eine Oberflächen-Rauhigkeit besitzen, die zu verstärktem Abrieb an den Köpfen führen.
Vielleicht bekommen wir hier ja mal eine Liste der "dickeren" Studio-Sorten zusammen, die besser an GX-Köpfe oder ganz an Heimgeräten vorbei laufen sollten.
Ich bin eben auf folgendes gestoßen:
Anorgana Genoton Typ EN
Anorgana Genoton Typ ER
Agfa Magnetton-Band F
Agfa Magnetton-Band FR
Agfa Magnetton-Band FS
Agfa Magnetton-Band MF
Agfa Magnetton-Band PER
Agfa PER 525
BASF Magnetophonband LGS
BASF Magnetophonband LGR
BASF L Extra
BASF LGR 30
BASF LGR 30P
BASF LGR 40
BASF LGR 50
BASF PES 35LH
BASF SPR 50 LH L
BASF Studio Master 910 / 911
Pyral CJ 40 PR
Scotch 262
Dann wären dann noch zwei Typen Agfa F ohne rückseitige Beschriftung. Das eine hat einen matten, das andere einen leicht reflektierenden Rücken.
Sagt was und setzt fort.
Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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Zitat:Matthias M postete
Vielleicht bekommen wir hier ja mal eine Liste der "dickeren" Studio-Sorten zusammen, die besser an GX-Köpfe oder ganz an Heimgeräten vorbei laufen sollten.
Zu Studiobändern und GX-Köpfen ließ ich mir mal sagen, daß das auch eine unglückliche Kombination ist. Die Köpfe nehmen zwar durch die Verwendung solcher Bänder keinen Schaden, aber um gute Klangqualität zu erzielen, benötigen GX-Köpfe möglichst glatte Bänder à la Maxell.
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Zitat:timo postete
Zu Studiobändern und GX-Köpfen ließ ich mir mal sagen, daß das auch eine unglückliche Kombination ist. Die Köpfe nehmen zwar durch die Verwendung solcher Bänder keinen Schaden, aber um gute Klangqualität zu erzielen, benötigen GX-Köpfe möglichst glatte Bänder à la Maxell.
Moin, moin,
danke für den Tip, aber "um gute Klangqualität zu erzielen" werde ich auch kein Genoton mehr nehmen
Wie würdet Ihr also die Oberflächenstruktur bewerten?
Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
Zitat:timo postete
Zu Studiobändern und GX-Köpfen ließ ich mir mal sagen, daß das auch eine unglückliche Kombination ist. Die Köpfe nehmen zwar durch die Verwendung solcher Bänder keinen Schaden, aber um gute Klangqualität zu erzielen, benötigen GX-Köpfe möglichst glatte Bänder à la Maxell.
Hallo Timo
Woran machst du das fest? An der Glätte, wenn ja warum ? Oder am Abstand der magnetisierbaren Teilchen vom Kopfspalt ?
Frage in die Runde zu diesem Thread, kann man die Oberflächengüte messen (Körnung o.ä.)
VG
Michael
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Zitat:GXNet postete
Woran machst du das fest? An der Glätte, wenn ja warum ? Oder am Abstand der magnetisierbaren Teilchen vom Kopfspalt ?
Ich gebe da nur Wissen aus zweiter Hand wieder [*], aber letztes trifft es mehr oder weniger, glaube ich.
([*] Ich glaube, die Aussage kam von einem Forenmitglied.)
Hallo Timo
Wollte das nur mal wissen. Das war übrigens auch ein Thema beim letzten Stammtisch. Ich wäre auch an diesen Informationen interessiert, da ich auch einige neuwertige Studiobänder besitze und so mit dem Gedanken spiele, diese auch mal auf einer Bandmaschine zu verwenden. Natürlich wenn möglich eine Akai. Falls es Studiobandtaugliche Amateur-Akais überhaupt gibt. Ich wäre aber auch nicht abgeneigt, mir mal in mittlerer Zukunft eine 2Spur Studiomaschine zuzulegen.
VG
Michael
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Hallo,
zunächst: "Studio" und "Haltbarkeit" - das geht so gut zusammen, wie
"Rennsport" und "Reisetauglichkeit" - näml. fast gar nicht! An Alles werden
Konstrukteure bei der Entwicklung von Studiogeräten gedacht haben - nur
nicht daran, wie schnell Köpfe, Capstanrollen u. Bandführungen runter-
genudelt werden. Das sind in deren Augen Verschleissteile gewesen, die in
den grossen Studios u. Sendeanstalten turnusmässig "rausflogen".
Die wollten das Band "satt" kriegen und brauchten einen Senkel,
der sich mit einer Irrsinnsgeschwindigkeit hin-und-herspulen und stoppen
liess ohne direkt zu reissen - egal ob das mit Kopf-Verschleiss verbunden
war oder nicht - das war nebensächlich, denke ich.
Wenn nun die "dickeren" Studiobänder die Köpfe schneller verschleissen,
dann ist da ja immer Vorsicht geboten aber das ist es mit älteren Schmier-
und Abriebchargen schliesslich auch. Denn auch dieser abgeriebene "Mist"
schmirgelt ja zwischen Band und Kopf herum! Es gelten für unsere alten
Schätzchen also andere Gesetze. (By the way: meine Oldtimer werden
bei mir ohnehin nur "bewusst" bewegt, für "alle Tage Hintergrundberiese-
lung" gibt es ja MP3 (:teufel:Ketz-Ketz-Ketz:teufel  )
Letztendlich denke ich (aber das ist auch nur aus dem Bauch heraus angemerkt...): die Menge macht das Gift!
Gelegentliches, seltenes Abspielen eines dickeren Bandes wird die Köpfe
wohl schon nicht umbringen. Ob nun eine Maschine X (oder soll ich
schreiben GX?) mit einem Studioband überhaupt gute Ergebnisse erzielt,
mag ein anderes Thema sein.
Muss natürl. jeder für sich entscheiden!
Gruss
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)
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Ich verwende seit Jahren (seit 1996 oder 97) auf der Teac x-2000R fast nur Studiobandmaterial SM 468. Das Band läuft doch noch besser als amateurhandelsübliches XL-I. Gerade auf der Viertelspurmaschine kann meiner Meinung nach die exzellente Qualität des Studiomaterials deutlich punkten. Der Lauf des Bandes ist doch optisch deutlich präziser als der eines DP26, von dessen Verwendung ich bei der Teac sowieso abraten möchte (eben aus diesem Grunde). Auch bei der Verwendung von DBX ergeben sich auch nach Jahren wirklich keinerlei Pumpeffekte oder Ähnliches. Allerdings schwanken manchaml die Hinterbandpegel von Jahrgang zu Jahrgang des Bandes (ich sage bewußt nicht Charge zu Charge (dies kommt aber bei XL-I auch vor). Hier will der Record Level für das DBX sauber nachgestellt werden.
Zur Kopfabnutzung kann ich nichts sagen. Hier habe ich, als ich diese Forum damals entdeckte (Frühsommer 2006), im Prinzip grünes Licht (für das SM468) aus den Beiträgen der anderen User herausgelesen.
Meine Teac hat etwa 750 Stunden hinter sich, eine Kopfabnutzung ist deutlich sichtbar, was sie aber wohl bei allen X2000ern ist.
Wenn ich mich Recht erinnere, waren hier im Forum damals folgende Bänder als unbedenklich eingestuft worden:
SM468, SM911, SM900, und wie heißt diese komische BASF noch....ähhhh..... SPR50LH oder so ähnlich?
Um PER525 und älter solltest Du einen weiten Bogen machen.
Wie sieht das eigentlich mit PER528 und LGR50 aus? Oder Ampex 478?
Niko sieht das jetzt wieder total anders, macht aber auch nix. Ich bin für jegliche Information offen......
Liebe Grüße
MArtin
(der, der sich in den letzten Monaten noch etwa 40 Offenwickel SM468 für die X200 gesichert hat.......)
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Naaamd,
Rauhigkeiten bei Bändern wurden immer bzw. schon sehr bald erfasst, stellen sie doch durchaus ein Qualitätsmerkmal dar, das als 'modulierter Abstandseffekt' in die Wiedergabe eingeht. Aufgrund der verständlichen Vorliebe für die offenen Wickel in Deutschland musste man diesen Sachverhalt gegen die Wickeleigenschaften abwägen.
Der neulich bereits angesprochene und zitierte Ernst Altrichter führt deshalb in seiner nicht ganz unwesentlichen Arbeit "Das Magnetband" von 1958 in den Detailtabellen auch die Oberflächenrauigkeit der beschriebenen Bänder an.
Eine neuzeitliche, sehr instruktive Tabelle zur Entwicklung der Oberflächenrauigkeit liefert Rudolf Müller (AGFA, München) in seinem ebenfalls bereits angesprochenen Aufsatz/Vortrag vom März 1987 (AES-Conventions in Hamburg und Palm Springs):
Dort sieht man, dass Lextra (als Masseband!!) und 525 in einer Rauigkeitsklasse spielen, während das mit Lextra und dem prinzipiell baugleichen Genoton EN gleichzeitige Scotch 120 -nach Altrichter- schon auf 0,34 µ herunter war, also die Ebene der letzten Studiobänder in Deutschland erreicht hatte: Das 528 weist nämlich 0,4 µ Oberflächenrauigkeit auf.
Ab Ende der 1950er Jahre ist man unter der Vorgabe deutscher Ansprüche an die Wickeleigenschaften bereits mit großen Schritten auf dem Weg zur 'sicheren Seite'.
Bänder wie 468, 910 oder 911 entsprechen dagegen uneingeschränkt der Kalandrierung, die man von Spulenbändern weltweit erwartete; sie können deshalb ohne irgendwelche Bedenken auf hier in der Diskussion stehenden Halbspurbandgeräten verwendet werden.
Bei Viertelspur wirkt sich natürlich die relativ geringe Schmiegsamkeit des Standardbandes aus, das in den genannten Fällen selbstverständlich auch auf 38 cm/s optimiert wurde. Schon 19 cm/s werden im Komproniss abgedeckt, 9,5 wird von den Herstellern durchwegs nicht mehr spezifiziert, weil diese Bandgeschwindigkeit außerhalb der Betrachtung blieb.
Tonköpfe gehören aber zum Verbrauchs- und Verschleißmaterial am analogen Bandgerät; irgendwann ist daher immer und endgültig das Ende der Tonkopflebensdauer erreicht.
Hans-Joachim
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Hallo Hans-Joachim,
danke für Deine Ausführungen,
natürlich hast Du recht, daß ein Tonkopf - wie vieles andere - ein Verschleißteil ist. In Anbetrtacht der sicherlich nicht besser werdenden Ersatzteillage interessiert mich aber schon, wie lange ein Kopf - insbesondere ein teurer oder seltener Kopf - lebt bzw. wie ich sein "Leben" verlängern kann.
Mein Problem ist: Ich habe noch keinen einzelnen Tonkopf selber "verbraucht". Deswegen fällt es mir schwer, allgemeine Aussagen, die hier im Forum immer mal wieder zu lesen sind und vor dem Gebrauch einzelner Bandtypen warnen, diesbezüglich zu qualifizieren.
Anderen geht es wahrscheinlich noch schlimmer!
Im letzten Jahr habe ich einige Kisten alten Studiobandes aus der Uni Bonn bekommen. Nun stelle ich mir vor: Ein Neu-Teac-Besitzer bekommt genau so ein Konvolut und freut sich über die günstige Quelle.
Vielleicht macht es Sinn, ihm einen Hinweis zu geben, welche Bänder er bedenkenlos einsetzen kann, welche er lieber nicht allzuoft mit hohen Geschwindigkeiten fahren sollte und von welchem Material er vielleicht die Finger lassen sollte.
Kurz gesagt: Bei welcher Rauhigkeit würdest Du angedenk Deiner praktischen Erfahrung empfehlen, die Finger von einem Band zu lassen und wo beginnt für Dich der Bereich der "absoluten Unbedenklichkeit"?
Als nächstes stelle ich dann die Frage, auf welche in Deiner Liste nicht verzeichneten Bänder diese Kategorisierung zutrifft und wünsche mir eine Tabelle
Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch
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Hier dann noch eine präzise Frage zum Thema, damit ich hier auch mal was sinnvolles beisteuern kann und nicht wie im Schwafel Thread angegriffen werde:
In der Tabelle findet man die Oberflächenraushigkeiten von PER528 als dem neuesten Band.
Wie sind die Oberflächenrauhigkeiten von SM468, SM911, SM900, SPR50LH, LGR50, LGR30, XL-I, UD, LPR35, DP26?
Für die Beantwortung der Frage möchte ich mich im Voraus bedanken!
Liebe Grüße
Martin
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Lieber Matthias,
diese Frage setzt voraus, dass man regelmäßig ab Analogband hörte. Das liegt bei mir schon lange nicht mehr vor, einmal abgesehen davon, dass ich in meinem Leben so viel hörte, dass ich es heute nicht mehr brauche, geschweige denn, dass ich etwas dabei empfände. Brauchte ich etwas, so kann ich es mir vorstellen und mich damit ohne Gerätegebundenheit beschäftigen.
Das ist zweifellos Ergebnis/Ausdruck tiefster Enttäuschung über bestimmte Vorgänge meines Lebens, die ich nicht in geplante/gewünschte/erhoffte Wege drängen konnte und daher resignativ als unvermeidlich hinzunehmen habe, aber nicht als gemeingängig voraussetzen darf.
Ich höre demnach aus wohl von einem Großteil hier lesender Mitforanten abweichenden Gründen. Dies sind primär und im weitesten Sinne des Wortes 'historische'. Damit bleiben aber die entsprechenden Aktivitäten auf Einzelfälle beschränkt, weshalb es letztlich völlig 'wurscht' ist, welches Band da aufliegt. Einmal ein LGH von 1950 wiederzugeben, ist kein Mal, zumal die Maschine bei mir eben nicht tagaus, tagein nudelt: Denn nicht zuletzt der Lautsprecher erweist sich für mich als eine weitere, systemeigene Klippe.
Aus klangqualitativen Gründen (und der Beschaffenheit meines -funktionstüchtigen- Gerätebestandes) ginge ich nicht vor 528 zurück, wenn ich -als Klassikmann mit den für mich gängigen Vorstellungen- irgendetwas neu in analoger Technik aufnähme, was dann außerdem und ohnehin nur bei 38 cm und über Dolby A bzw. TelcomC4 liefe. Eher aber bediene ich mich ganz profan (???) meines Sadie bzw. Sequoia, ziehe also zwei Rechner heran. Eine analoge Aufnahme (die Kopie ab Tonträger/Medium ist für mich eigenntlich eher die Ausnahme) auf Magnetband kämpft mit so vielen Einschränkungen, die ungeteilte Aufmerksamkeit verlangten, die ich -Asche auf mein Haupt- nicht mehr aufzubringen willens bin...
Zum Band:
Von 528 an bestehen selbst bei höchsten Anforderungen nicht die geringsten Bedenken. Das heißt, alles, was an ernst zu nehmendem Bandmaterial diesseits des 525 vorliegt, kann rauf und runter verwendet werden, ohne mit einem Verschleiß rechnen zu müssen, der über das unvermeidliche Maß hinausginge.
Übrigens garantierte AEG-Telefunken schon zur 525er-Zeit eine Kopflebensdauer (Vacodur, 38,1 cm/s), die erst nach knapp zwei Jahren ununterbrochenen Betriebes rund um die Uhr, tagaus, tagein (!) erreicht werden kann (15000 Stunden).
Darauf gründet ja auch meine Aussage, dass Amateurköpfe entweder zu früh oder zu spät getauscht werden, neben der Bitte, immer erst genau zu messen, ehe man sich zum Ausrufen der Katastrophe entschließt. Wenn die restliche Maschine solch eine Balastung havariefrei durchsteht, kann man von ihr nicht gerade als einer Montagskonstruktion sprechen.
Generell sollte man natürlich darauf achten, dass das Band beim schnellen Bandtransport völlig von den Köpfen abgehoben wird.
Dr. Götz Corinth wies mehrfach auf andere Probleme hin, die mit dem neuzeitlichen, relativ hochkoerzitiven Material auftreten können, wenn magnetisierte Schichtpartikel sich auf bewegten Bandführungen (Tonwelle, -rolle, Beruhigungs- und Leitrollen mit Schichtkontakt) ablagern. Weist jenes Partikelchen nämlich eine hohe Magnetisierung auf, so kann es diese beim Kontakt mit der Schicht geringer ausgesteuerter, vorbeilaufender Bandbereiche als feine Knackstörung an diese weitergeben, die dann nicht mehr (na ja, mit Rechnerhilfe gewht heute allerlei...) zu beseitigen ist. Man tut also bei neuzeitlichem Bandmaterial sehr gut daran, Tonwellen, -rollen, Leitrollen und Beruhigungselemente mit 'Publikumskontakt' regelmäßig zu reinigen; bitte ohne dass Hochprozentiges literweise ins Kapstanlager abfließt.
Man sieht aber auch daran, was es mit den Ansprüchen an die Selbstreinigung des Bandweges auf sich hatte. Dummes Spiel irgendwelcher Wichtigtuer war es nicht.
Hans-Joachim
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