23.10.2025, 11:15
Moin,
nicht zuletzt die Sommerloch-Beiträge meines Namensvetters (mincom) haben mich dazu gebracht, meine RdL mit einer - zusätzlichen - Lichtschranke zu versehen, was mindestens elektrisch kein großer Akt ist:
Der "elektrische Schnellstop" der RdL trennt nach normalem Vorlauf Andruckrolle und Capstanwelle, nach schnellem Spulen das jeweils treibende Reibrad. Die dazu genutzten Elektromagneten werden von den Transistoren T41 und T42 auf der der Schnellstop-Platine angesteuert, wenn (mindestens) einer der neben dem Kopfträger fest installierten Bandführungsbolzen mit Masse verbunden wird.
Das funktioniert prinzipiell nur bei Bändern mit Schaltfolie, aber auch damit klappt das Abschalten beim schnellen Spulen nicht immer: Die Schaltfolie huscht manchmal zu schnell vorbei und muss gut leiten, was sie bei älteren Bändern nicht immer tut.
Da die schaltende Elektronik auf der Schnellstop-Platine ohnehin vorhanden ist, ist der elektrische Anschluss einer Lichtschranke sehr einfach, wenn eine ganz normale Infrarot-Gabellischtschranke genutzt wird: Der Fototransistor muss bei Beleuchtung die Basen der Transistoren parallel zu den Bandführungsbolzen gegen Masse schalten.
Schwierig ist der mechanische Teil: Der RdL-Kopfträger ist mit 4 Köpfen, Führungen und Rollen sowie Capstan und Andruckrolle voll belegt, die Bedienplatte liegt ohne Platz für eine Verschraubung direkt auf dem Chassis. Außerhalb der Bandzugfühler ist der Ort des Bandes vom aktuellen Wickelradius abhängig, die Lichtschranke kann also nur zwischen Bandführungsbolzen und Bandzugfühler installiert werden. Da auf der rechten Seite das "Schutzblech" der Schwungmasse als Träger dienen kann, kommt die Lichtschranke da hin. Nach Anzeichnen eines geeigneten Ortes helfen Bohrer, Laubsäge und Feile, einen Ausbruch in der Bedienplatte herzustellen.
Die Befestigungsohren der Lichtschranke werden abgesägt, die Zuleitungen - es sind drei, Schaltung weiter unten - möglichst flach geführt. Ich habe dafür ein "rumliegendes" Flexkabel genommen, 3 Adern Flachbandkabel gehen sicher auch. Wichtiger ist, die Verbindung so zu verlegen, dass bewegte Teile - insbesondere der rechte Fühlhebel - nicht behindert werden. Mit Zweikomponenten-Kleber habe ich Lichtschranke und Zuleitung vergossen und in richtiger Höhe (optische "Centerline" steht im Datenblatt) mit dem Chassis verklebt.
Die Schaltung der Schnellstop-Platine begrenzt Spannung und Strom am Fototransistor. Dessen Daten sind daher unkritisch, alle üblichen IR-Gabellichtschranken tun es. Da sinnvollerweise alles aus dieser Platine versorgt wird und dort 40V anliegen, ermittelt man damit den Vorwiderstand der IR-LED. Das Datenblatt der Lichtschranke nennt deren Nenndaten, in meinem Fall übliche 10mA bei 1,6V. Theoretisch müssen also bei 10mA 38,4V abfallen, praktisch sind 10% immer drin, so dass E12-Normwerte OK sind. R = U / I ergibt damit 3k9. Auch die Anschlüsse der Lichtschranke stehen im Datenblatt.
Die Schaltung ist simpel, der Fototransistor liegt parallel zu den Führungsbbolzen. Zu beachten ist nur, dass die Versorgung der RdL gegenüber Masse negativ ist.
Die Anschlüsse an der Schnellstop-Platine erfolgen wie dargestellt. Der Vorwiderstand kann fliegend mit einem Bein an "-40V" und dem anderen Bein zur Zuleitung verdrahtet werden.
Als Letztes noch die erfreuliche Information, dass die Lichtschranke auch auf Vorspannband reagiert: Nur bei unkonfektionierten Bändern dreht nach normalem Abspielen die Aufwickelspule mit Pause-Geschwindigkeit weiter, nach schnellem Spulen bleiben alle Bänder sicher stehen. An der Bedienung, insbesondere Weiterdrehen des Start-Knopfes bzw. Festhalten des Schnellauf-Knebels bei aktiver Abschaltung wurde ja nichts geändert.
Das Ganze funktioniert sogar als Detektor löchriger Beschichtung und/oder extrem gedehnter Bänder: Auch diese lösen die Lichtschranke aus und erinnern einen an das notwendige "Behandeln" des betreffenden Bandes ...
Martin
nicht zuletzt die Sommerloch-Beiträge meines Namensvetters (mincom) haben mich dazu gebracht, meine RdL mit einer - zusätzlichen - Lichtschranke zu versehen, was mindestens elektrisch kein großer Akt ist:
Der "elektrische Schnellstop" der RdL trennt nach normalem Vorlauf Andruckrolle und Capstanwelle, nach schnellem Spulen das jeweils treibende Reibrad. Die dazu genutzten Elektromagneten werden von den Transistoren T41 und T42 auf der der Schnellstop-Platine angesteuert, wenn (mindestens) einer der neben dem Kopfträger fest installierten Bandführungsbolzen mit Masse verbunden wird.
Das funktioniert prinzipiell nur bei Bändern mit Schaltfolie, aber auch damit klappt das Abschalten beim schnellen Spulen nicht immer: Die Schaltfolie huscht manchmal zu schnell vorbei und muss gut leiten, was sie bei älteren Bändern nicht immer tut.
Da die schaltende Elektronik auf der Schnellstop-Platine ohnehin vorhanden ist, ist der elektrische Anschluss einer Lichtschranke sehr einfach, wenn eine ganz normale Infrarot-Gabellischtschranke genutzt wird: Der Fototransistor muss bei Beleuchtung die Basen der Transistoren parallel zu den Bandführungsbolzen gegen Masse schalten.
Schwierig ist der mechanische Teil: Der RdL-Kopfträger ist mit 4 Köpfen, Führungen und Rollen sowie Capstan und Andruckrolle voll belegt, die Bedienplatte liegt ohne Platz für eine Verschraubung direkt auf dem Chassis. Außerhalb der Bandzugfühler ist der Ort des Bandes vom aktuellen Wickelradius abhängig, die Lichtschranke kann also nur zwischen Bandführungsbolzen und Bandzugfühler installiert werden. Da auf der rechten Seite das "Schutzblech" der Schwungmasse als Träger dienen kann, kommt die Lichtschranke da hin. Nach Anzeichnen eines geeigneten Ortes helfen Bohrer, Laubsäge und Feile, einen Ausbruch in der Bedienplatte herzustellen.
Die Befestigungsohren der Lichtschranke werden abgesägt, die Zuleitungen - es sind drei, Schaltung weiter unten - möglichst flach geführt. Ich habe dafür ein "rumliegendes" Flexkabel genommen, 3 Adern Flachbandkabel gehen sicher auch. Wichtiger ist, die Verbindung so zu verlegen, dass bewegte Teile - insbesondere der rechte Fühlhebel - nicht behindert werden. Mit Zweikomponenten-Kleber habe ich Lichtschranke und Zuleitung vergossen und in richtiger Höhe (optische "Centerline" steht im Datenblatt) mit dem Chassis verklebt.
Die Schaltung der Schnellstop-Platine begrenzt Spannung und Strom am Fototransistor. Dessen Daten sind daher unkritisch, alle üblichen IR-Gabellichtschranken tun es. Da sinnvollerweise alles aus dieser Platine versorgt wird und dort 40V anliegen, ermittelt man damit den Vorwiderstand der IR-LED. Das Datenblatt der Lichtschranke nennt deren Nenndaten, in meinem Fall übliche 10mA bei 1,6V. Theoretisch müssen also bei 10mA 38,4V abfallen, praktisch sind 10% immer drin, so dass E12-Normwerte OK sind. R = U / I ergibt damit 3k9. Auch die Anschlüsse der Lichtschranke stehen im Datenblatt.
Die Schaltung ist simpel, der Fototransistor liegt parallel zu den Führungsbbolzen. Zu beachten ist nur, dass die Versorgung der RdL gegenüber Masse negativ ist.
Die Anschlüsse an der Schnellstop-Platine erfolgen wie dargestellt. Der Vorwiderstand kann fliegend mit einem Bein an "-40V" und dem anderen Bein zur Zuleitung verdrahtet werden.
Als Letztes noch die erfreuliche Information, dass die Lichtschranke auch auf Vorspannband reagiert: Nur bei unkonfektionierten Bändern dreht nach normalem Abspielen die Aufwickelspule mit Pause-Geschwindigkeit weiter, nach schnellem Spulen bleiben alle Bänder sicher stehen. An der Bedienung, insbesondere Weiterdrehen des Start-Knopfes bzw. Festhalten des Schnellauf-Knebels bei aktiver Abschaltung wurde ja nichts geändert.
Das Ganze funktioniert sogar als Detektor löchriger Beschichtung und/oder extrem gedehnter Bänder: Auch diese lösen die Lichtschranke aus und erinnern einen an das notwendige "Behandeln" des betreffenden Bandes ...
Martin

