AKAI GX-600 DB: eine Chance oder eine Herausforderung oder ?
#1
Hallo Freunde der fernöstlichen Großspuler,

mir wurde eine AKAI GX-600 DB zu einem im ersten Ansatz realistischen Tarif angeboten. Gefällt mir, weil es eine 4-Spur ist  Smile
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Akai_GX-600_DB

Da sie nicht gerade um die Ecke steht kann ich bisher nur von den Bildern auf einen ordentlichen äußeren Zustand schließen.
Gelaufen ist sie allerdings schon eine ungewisse Anzahl von Jahren nicht mehr.

Zur Maschine habe ich nur diese bereits > 10 Jahre zurückliegenden Faden gefunden: Die allgemeinen Punkte bei einer Besichtigung (Köpfe, Andruckrolle, Leichtgängigkeit der Mechanik, ...) sind bekannt, aber ...

Meine Frage lautet konkret: hat jemand aktuell eine GX-600 DB in Betrieb oder jüngst aufbereitet?
Welche "Fußangeln" lauern ggfls. in der Maschine, bzw. auf was sollte ich bei einer Besichtigung/Prüfung besonders achten?
Viele Grüße, Bernd
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#2
(13.10.2025, 12:55)berndw schrieb: Hallo Freunde der fernöstlichen Großspuler,

mir wurde eine AKAI GX-600 DB zu einem im ersten Ansatz realistischen Tarif angeboten. Gefällt mir, weil es eine 4-Spur ist  Smile
https://www.hifi-wiki.de/index.php/Akai_GX-600_DB

Darf man nach den Tarifen fragen?
Kenne die ohne B, ein Arbeitstier.
Viel Glück!
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#3
ALso ...... ich hab´ eine 600er ohne "B" für 300,- Euro hier im Forum erstanden. Nur mal zur Orientierung. Voll funktionsfähig.

Manni
3 Dreher und ca. 38 Tonbandgeräte an drei Anlagen ............  Rolleyes
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#4
Hallo!

Ich habe ebenfalls eine GX-600DB hier im Forum erstanden, für 200 Euro in voll funktionsfähigem Zustand, ist allerdings schon 20 Jahre her. Trotzdem wird m.E. die 600 oft überteuert Angeboten, weil die GX-635/636/646 preislich abgehoben sind und hier versucht wird, die 600er etwas mitzuziehen.

Im Endeffekt wurde das meiste zur 600 schon gesagt: Eine grundsolide Maschine ohne Schnickschnack (kein Autoreverse mit nervigen Kopfumschaltkontakten), dafür aber auch kein Direktantrieb und noch eine mechanische Tastatur. Die Dolby-Variante ist auch relativ oft anzutreffen.

Wenn die Maschine allerdings schon lange nicht mehr gelaufen ist, wird man Hand anlegen müssen. Meistens ist die Mechanik verharzt, muss zerlegt, gereinigt und neu gefettet werden, es treten Kontaktprobleme an Schaltern, Relais und Potentiometern auf, es macht wahrscheinlich ebenfalls Sinn den Riemen zu wechseln. Auch Transistoren und Kondensatoren können defekt sein, da ist diese Akai aber noch nicht so auffällig. Das Gerät ist eben heute 50 Jahre alt und da kann potentiell überall ein Fehler vorliegen, gilt aber für Konkurrenzprodukte genau so.

Man sollte sich jedoch selbst helfen können, denn eine Bandmaschine heutzutage in eine Reparaturwerkstatt zu geben, endet fast immer in einem technischen und finanziellen Fiasko. Die Werkstätten sind nicht mehr darauf eingerichtet, haben kaum mehr Erfahrung damit und die dementsprechenden Messmittel und Werkzeuge nicht mehr. Oft werden Fehler nur unzureichend oder gar nicht behoben und die Rechnung wird durch die hohe Arbeitsstundenzahl gerne saftig. Im Forum findet man mehrere Erfahrungsberichte.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#5
Hallo Wayne,

du hast völlig recht, das von dir Gesagte trifft eigentlich auf alle Bandmaschinen zu.
Aber dafür gibt es ja das Forum.
Der Vorteil einer GX 600 ist, das sie nicht sehr kompliziert aufgebaut ist und mechanisch eigentlich unzerstörbar ist.
Ich hatte mal eine, das war ganz am Anfang von ebay, als man solche Kisten noch für 50 Euro oder weniger kaufen konnte.
Ich bedaure, daß ich sie wieder verkauft habe.

Gruß, Jan
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#6
"Ich bedaure, daß ich sie wieder verkauft habe"

Ging mir auch so. Habe sie mir von einen Freund abschwatzen lassen.
Kurz drauf das droße Bedauern.
War halt ´ne tolle Maschine.
Jürgen
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#7
(14.10.2025, 09:08)janbunke schrieb: Hallo Wayne,

du hast völlig recht, das von dir Gesagte trifft eigentlich auf alle Bandmaschinen zu.
Aber dafür gibt es ja das Forum.
Der Vorteil einer GX 600 ist, das sie nicht sehr kompliziert aufgebaut ist und mechanisch eigentlich unzerstörbar ist.
Ich hatte mal eine, das war ganz am Anfang von ebay, als man solche Kisten noch für 50 Euro oder weniger kaufen konnte.
Ich bedaure, daß ich sie wieder verkauft habe.

Gruß, Jan

Hier mal eine uralte E-Mail von eBay aus dem Jahr 2003.
Da habe ich ein GX-75 MKII erworben.
Man staune über den Preis!


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
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#8
Für 'nen ähnlichen Kurs hab ich 2002 mein Teac V7000 verkauft Cry
Ich dachte daß das Thema Cassette definitiv durch ist und damals gab's schlicht keinen Markt mehr dafür.
Viele Grüße
Jörg
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#9
Tja, da haben wir uns wohl etwas verschätzt...
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#10
(14.10.2025, 09:08)janbunke schrieb: Der Vorteil einer GX 600 ist, das sie nicht sehr kompliziert aufgebaut ist und mechanisch eigentlich unzerstörbar ist.
Ich hatte mal eine, das war ganz am Anfang von ebay, als man solche Kisten noch für 50 Euro oder weniger kaufen konnte.

Guten Morgen Allerseits,

ich bedanke mich für die Rückmeldungen und werde die Maschine mal weiter im Auge behalten.

Hat zufällig jemand der GX-600 Eigner (oder Ex-Eigner) ein Bild bei abgenommener Rückwand zur Hand? 
Ich weis mir zu helfen und scheue auch grundsätzlich keine Herausforderungen, aber lese hier im Forum sehr viel über die fernöstliche "Kraut und Rüben" Verdrahtung etc.
Trifft das auch auf diese alte Akai zu?
Viele Grüße, Bernd
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#11
(15.10.2025, 06:51)berndw schrieb: lese hier im Forum sehr viel über die fernöstliche "Kraut und Rüben" Verdrahtung etc.
Trifft das auch auf diese alte Akai zu?
Ich kenne konkret die GX-600 nicht, dafür aber zig andere Akai Geräte. So schlimm wie das immer kolportiert wird ist das bei Akai nicht.
Zumal wenn man bedenkt, daß man bei einer Akai mMn nur ein Mal richtig ran muß, dann ist für gewöhnlich auch lange Ruhe und an der Elektronik ist da immer eher weniger zu machen als zB bei deutschen/schweizer Herstellern.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#12
(15.10.2025, 06:51)berndw schrieb: Hat zufällig jemand der GX-600 Eigner (oder Ex-Eigner) ein Bild bei abgenommener Rückwand zur Hand? 
Ich weis mir zu helfen und scheue auch grundsätzlich keine Herausforderungen, aber lese hier im Forum sehr viel über die fernöstliche "Kraut und Rüben" Verdrahtung etc.
Trifft das auch auf diese alte Akai zu?

Google ist dein Freund.

Im Prinzip trifft die typische Kreuz und Quer Verdrahtung auch auf die GX-600 zu. Da sie allerdings von der Funktionalität auf das wesentliche beschränkt ist und dadurch nicht so vollgestopft, zählt sie zu den übersichtlicheren Akais. Da gibt es auch europäische Konstruktionen, die darauf bezogen auch nicht besser sind, wie die Uher RdL und Derivate. Schaltungs- und Serviceunterlagen sind frei verfügbar, aber meist in englischer Sprache.

Trotzdem ist es allgemein so, dass man für viele Tätigkeiten an Bandmaschinen spezielle Messmittel benötigt, die Viele nicht zuhause haben, wie Millivoltmeter bzw. audiotaugliches Multimeter oder alternativ Oszilloskop, diverse Messbänder, etc.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.
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#13
Hallo Wayne,

Danke für den Link, der niederländische Kollege lässt ja tief in die Maschine blicken.  thumbup
Und hat eine Radikalkur an Elkos und Transistoren betrieben, da war einiges zu löten.

Das Service-Manual zur Maschine hatte ich bei der Tanja schon gefunden und auch unsere Download-Ecke hat es zu bieten.  Angel
Die Hifi-Engine funzt bei mir nicht, aber egal. PDF ist PDF und die 74 Seiten geben alle Infos die man benötigt im ersten Schritt.

Frage: es scheinen ja keine RIFA-Knallfrösche drin zu sein, aber was hat Akai da verbaut?
Kondensatoren mit Innenwiderstand oder Widerstände mit Innenkondensatoren?

   

Werkzeuge und Messmittel sind auch kein Thema.
Am Ende steht die Frage ob ich mir noch eine weitere Maschine antuen muss oder möchte ... aber die kann nur ich selber beantworten.  Wink
Viele Grüße, Bernd
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#14
(15.10.2025, 12:20)berndw schrieb: Frage: es scheine ja keine RIFA-Knallfrösche drin zu sein, aber washat Akai da verbaut?
Kondensatoren mit Innenwiderstand oder Widerstände mit Innenkondensatoren?

Auch hier würde Google mit dem Stichwort "Spark Quencher" die Antwort liefern Big Grin
Es handelt sich um ein Kombi-Bauteil mit Entstör-C und R in einem Gehäuse.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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#15
wurde kürzlich noch hier besprochen

https://tonbandforum.de/showthread.php?t...#pid406831
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#16
(15.10.2025, 12:37)Kuni schrieb:
(15.10.2025, 12:20)berndw schrieb: Frage: es scheinen ja keine RIFA-Knallfrösche drin zu sein, aber was hat Akai da verbaut?
Kondensatoren mit Innenwiderstand oder Widerstände mit Innenkondensatoren?

Auch hier würde Google mit dem Stichwort "Spark Quencher" die Antwort liefern  Big Grin
Es handelt sich um ein Kombi-Bauteil mit Entstör-C und R in einem Gehäuse.

... und wenn ich nur lange genug weiter suche komme ich sogar zu einem Produkt beim Haus- und Hof-Lieferanten: Angel
RC-Löschglied, Kondensator 250V/0,1 µF mit Widerstand 100 Ohm

Und die 100R anstelle der originalen 120R stellen laut Jan auch keine Hürde dar. 

OK, damit ist ein weiteres Vorab-Rätsel gelöst. Danke.
Viele Grüße, Bernd
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#17
thumbsup ...
Gruß, Kuni
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