21.07.2025, 23:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 24.07.2025, 00:03 von Magnettonmanni.
Bearbeitungsgrund: Links ergänzt
)
Guido Besimo
einer der ganz Großen der Tonbandgeräteentwicklung
ist leider am 21. Juni 2025 in seiner Schweizer Heimat im 93. Lebensjahr gestorben.
Guido Besimo wirkte 34 Jahre für die Firmen von Willi Studer.
Er war als Konstrukteur maßgeblich verantwortlich
für die Entwicklung so legendärer Tonbandmaschinen, wie zum Beispiel die Revox A77 oder die Studer C37.
Dies alles ist für mich durch das Internet „Geschichte miterlebt“.
…
Manfred
In eigener Sache zu meinen Beweggründen:
Als in Hamburg unweit der ersten Fabrikationsstätten der AEG/Telefunken Studiotonbandgeräte Aufgewachsener waren mir deren Geräte immer sehr nahe und ich schätze mich glücklich, als Tonbandamateur neben dem M24 alle deren von mir als Traumgeräte angesehenen und gewünschten Studiogeräte von der T8f über T9u, M5, M10, M10A, M15 bis zur M15A besessen zu haben.
Die von Guido Besimo aus den Typen der Studer 37-er Geräte entwickelte C37 habe ich während eines Praktikums beim NDR in Hamburg (um 1967/68 herum) zum ersten Mal gesehen und war hin und weg, wie vier Jahre zuvor beim Anblick einer Nagra III und zwei Jahre später beim Anblick einer sehr hübschen jungen Frau, die ich dann später sogar heiraten durfte.
Schicksalsbedingt habe ich bisher niemals eine Studer C37 besitzen können, und so ist dieses Gerätemodell nach wie vor mein absolutes Traumgerät. Eine auch sehr schöne Studer A81 hat geholfen, den unerfüllten Wunsch zu ertragen.
Aus dieser Gemütslage ist dann auch meine Verehrung für Guido Besimo einzuordnen.
Leider habe ich es nicht geschafft, diesen großartigen Menschen kennenzulernen.
Viele Grüße
Manfred
p. s.
Ich bitte darum, mir die weiblichen Artikel für technische Geräte (das Magnetophon, das Nagra III usw.) als in einer Hafenstadt Aufgewachsenem nachzusehen. Hier werden ja sächliche oder gar männliche Dinge wie Schiff, Boot, Dampfer und sogar mit männlichem Namen mit weiblichen Artikeln versehen. Da waren die Seeleute ja wieder ganz weit vorne.
1. Korrekturfassung aufgrund der Hinweise von Ferrograph (Jan) und Jum (Jürgen). Dankeschön
22.07.2025, 06:13 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.07.2025, 17:39 von Ferrograph.)
Hallo Manfred,
Danke für den Artikel und vor allem für das Teilen deiner persönlichen Erinnerungen...
Könntest du bitte noch die Verweise auf die beiden Beiträge über Herrn Besimo aktualisieren?
Diese Links verweisen momentan auf deinen eigenen Rechner...
Lieben Dank auch von mir, Manfred!
Deine würdigenden Worte treffen es genau. Neben dem legendären Paul Zwicky war Guido ein Entwickler, der die Studer-Maschinen entscheidend prägte. Die Laudatio ist ein tolles Zeitdokument.
In Rust We Trust! T e s l a B 1 1 6 (A.D.), R E V O X B 7 7
Danke!
Wie schön, bei dem Treffen wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen, u.a. Johann Dankerl, dem hier sicherlich bekannten langjährigen Leiter der Bezugsbandfertigung in München (Agfa/BASF/EMTEC).
Grüße
Peter
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Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)
Lieber Manfred,
herzlichen Dank für Deine bemerkenswerte Würdigung.
Und, lieber Hans-Joachim, falls Du hier noch ab und an vorbeischauen solltest: ebenso herzlichen Dank für Deine Laudatio über diese uns am Herzen liegende Magnetophon-Epoche und über einen Menschen, welcher mir eindrucksvoll näher gebracht wurde.
meinen ganz herzlichen Dank für deinen Beitrag. Das Geburtsdatum von Guido Besimo hat mich elektrisiert, denn er war Sternzeichen Wassermann genau wie ich. Mir ist in jungen Jahren ein Buch über die Charaktere der verschiedenen Sternzeichen in die Hand gefallen, darin stand ein erstaunlicher Satz beim Sternzeichen Wassermann "Wassermänner sind beruflich häufig in der Elektrotechnik zu finden". Das hat sich für mich schon durch 2 Arbeitskollegen bestätigt, die auch Techniker und Wassermann waren wie ich. Jetzt durfte ich erfahren, dass ein wirklich grosser Techniker auch ein Wassermann war.
Bei Minute 54:49 kommt er kurz auf das berühmte Thema, dass beim Eingangsverstärker der A77 ein Kondensator auf der Bestückungsseite, der andere aber auf der Lötseite untergebracht wurde. Welchen Grund hatte dies nun eigentlich?
Wenn die Elkos auf dem Input Amp dicht nebeneinander eingebaut sind, ergibt sich durch die große Kapazität der Becher zueinander ein Übersprechen der Kanäle bei hohen Frequenzen, denn die Minuspole der Elkos liegen nicht an GND.
Die technischen Daten beschreiben aber > 45 dB bei 1kHz.
Ein Abschirmblech zwischen die Elkos würde bereits bei ca. 100 pF den Frequenzgang beim AUX Eingang bei 16 kHz anheben.
Zudem wäre ein neues Platinenlayout erforderlich.
Kann man machen – wurde aber nicht, es gab bei der damals (1968) begrenzten Arbeitskräftezahl Wichtigeres zu tun.
Es war auch nicht klar, daß das dieses Revox-Gerät 10 Jahre gebaut werden würde.
Und so haben wir durchgehend den Eingangsverstärker mit dem "Geburtsfehler" vorliegen.
Grüße
Peter
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Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. (Konrad Adenauer)
Ich habe Guido kennen gelernt - nicht nur ein begnadeter Techniker, sondern auch ein sehr netter, höflicher Mensch. Auch mit über 90 Jahren war er hellwach und wusste über die von ihm konstruierten Geräte bestens Bescheid.
Er half bei der Revision meiner C37, was mich natürlich sehr gefreut und geehrt hat. Am Schluss der Revision machten wir eine kleine Premiere der Maschine, die ich zum Erstellen von voll analogen Bandkopien für mein kleines Label brauche. Einen kleinen Einblick gibt es hier:
Bitte etwas nach unten scrollen zum zweiten Video - und falls es interessiert, gibt es auf dieser Website noch mehr Infos zu meinem Label und unserem Verein "Tonbandjagd"
Steff
Meine Bandmaschinen: Ganz frisch: Studer C37 , Studer A807, Studer B62, Telefunken M15a. Und Swissonor Tube Amp AM6221
über das Kontaktformular hat mich eine Nachricht erreicht, die ich hier weitergeben will:
(08.09.2025, 15:53)Giordano schrieb:Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod von Guido Besimo erfahren. Ich durfte ihn vor kurzem als meinen Bettnachbarn in der Reha-Klinik kennenlernen. Seine freundliche Art, seine Offenheit und die vielen anregenden Gespräche mit ihm haben mir viel bedeutet. Auch seine Familie, die ihn so oft besucht hat, ist mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Diese Begegnungen werde ich in dankbarer Erinnerung bewahren. Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.