Ich versuche ein Philips N7300 einzustellen
#1
Guten Tag aus dem schönen Niederösterreich!
Mein Name ist Wolf Dieter und bevor ich meine Probleme zu den Euren mache, möchte ich mich kurz vorstellen: Ich habe zu Bandmaschinen bis vor Kurzem - außer bewundernden Blicken - überhaupt keine Beziehung gehabt. Ein Akai Kasettenlaufwerk, das ich seit Jahrzehnten herumstehen hatte, wurde erst vor einigen Monaten repariert und eingemessen. Analog hab' ich noch einen Plattenspieler und einen Röhren-Kopfhörerverstärker. Der Rest ist Digital.

Ich erhielt von einem Freund eine Philips N7300 zur Dauerleihe. Er hatte sie vor Jahrzehnten gekauft, aber nur spärlich benutzt. Weil sie ihm im Weg war, darf ich mich mit dem Teil spielen.
Bei meinen ersten Aufnahmen ist mir aufgefallen, dass der Stereopegel nicht passt. Und weil ich ein Spielkind bin, muss ich der Sache nachgehen.
Das Manual für die N7300 ist ja verfügbar. Und unter Punkt 14 ist das Einstellen der Kanalgleichheit, des Indikatorausschlags und Aufnahmeverstärkers beschrieben.
Und gleich bei diesem ersten Punkt bin ich gescheitert.

Zitat:
- Ein Signal von 330 Hz, 500 mV an BU1 (BU101) einkoppeln.
- Regler "LINE OUT" auf Höchstwert
-Mit dem Aufnahmeregler für den rechten Kanal die Ausgangsspannung an BU104 au 1 V regeln. Den Aufnahmeregler für den linken Kanal in die gleich Stellung wie den für den rechten Kanal bringen und mit R214 die Ausgangsspannung an BU4 auf 1 Volt regeln.

ABER: Wenn ich 500 mV an den LINE IN 2 anlege, verzerrt's den Sinus total. 
   

Also ist wahrscheinlich Peak to Peak gemeint. Gain Stellung: zwischen Eins und Zwei. Komisch.

Soweit kein Problem. War nur ein kleiner Pups am R214 und die Balance passt.

ABER: Im Folgenden wird beschrieben, wie man die Indikatoren auf 0 dB regelt. Geht aber nicht. Der Verstellweg der Potientiometer ist bei weitem nicht ausreichend.
Hab' ich irgendwo einen Fehler gemacht? Sind die Spannungen doch nicht Peak to Peak?
Also hab' ich das Prozedere an LINE IN 1 noch mal vollzogen. Und den Eingang mit 500 mVRMS belegt. Der Ausgang zeit 1 Volt RMS und die Zeiger sind am VU Meter ziemlich genau Zero.
         

Hab' ich irgendwo einen Gedankenfehler? Oder sind wirklich die LINE INs in der Anleitung vertauscht?


Sobald ich irgendwo ein BASF C264Z-3922 566 2160, ein DIN-Testband 9,5 und sontige Einmessbänder gefunden hab', gehe ich euch sicher noch mal auf'n Geist.

Danke soweit fur's lesen. Sachdienliche Hinweise werden mit Freude entgegengenommen.

Noch was: Ist der Drahtverhau an der Unterseite serienmäßig? Oder hat hier wer herumgepfuscht?
   
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#2
Spannungsangaben in den SM's sind immer Veff, wenn Vpp dann ist das extra erwähnt. Es mag Ausnahmen geben, mir aber nie untergekommen und mWn ist das in der Elektrotechnik auch eine Konvention.
Gruß, Kuni
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#3
(02.10.2024, 17:49)Kuni schrieb: Spannungsangaben in den SM's sind immer Veff, wenn Vpp dann ist das extra erwähnt. Es mag Ausnahmen geben, mir aber nie untergekommen und mWn ist das in der Elektrotechnik auch eine Konvention.

Danke für den Hinweis.

Die sonstigen Anaworten fasse ich so zusammen, dass noch niemand den Bedarf hatte, ein Philips N7300 einzumessen oder aufzuschrauben. Das spricht eindeutig für die Qualität der Maschine.
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#4
(24.10.2024, 09:35)hwd schrieb: Die sonstigen Anaworten fasse ich so zusammen, dass noch niemand den Bedarf hatte, ein Philips N7300 einzumessen oder aufzuschrauben.

Welche sonstigen Antworten ?
An Deiner Stelle würde ich diese Vermutung nicht anstellen.
Ich persönlich kenne die N7300 nicht, hab aber schon hunderte von Geräten eingestellt und eingemessen.
Wenn das nicht nach Anleitung funktioniert und irgendwelche Potis am Anschlag sind, dann stimmt aller Erfahrung nach was nicht.
Dem muß man dann halt auf den Grund gehen.
Gruß, Kuni
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#5
(24.10.2024, 10:10)Kuni schrieb: Wenn das nicht nach Anleitung funktioniert und irgendwelche Potis am Anschlag sind, dann stimmt aller Erfahrung nach was nicht.
Dem muß man dann halt auf den Grund gehen.

Das war auch der Grund meines Posts.
Ich hatte auf einen Hinweis im Sinne von: Du Depp hast den und den Fehler gemacht. Mach's so: ...
Aber offensichtlich sind Philips Machinen nicht sehr verbreitet.
Haupsache, das Teil macht Spaß.
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#6
(02.10.2024, 15:44)hwd schrieb: Zitat:
- Ein Signal von 330 Hz, 500 mV an BU1 (BU101) einkoppeln.
- Regler "LINE OUT" auf Höchstwert
-Mit dem Aufnahmeregler für den rechten Kanal die Ausgangsspannung an BU104 au 1 V regeln. Den Aufnahmeregler für den linken Kanal in die gleich Stellung wie den für den rechten Kanal bringen und mit R214 die Ausgangsspannung an BU4 auf 1 Volt regeln.

ABER: Wenn ich 500 mV an den LINE IN 2 anlege, verzerrt's den Sinus total. 
Hallo,
könnte es daran liegen, dass Du auf Line In 2 einspeist?

Aus Hifi-Wiki:

Anzahl der Eingänge:
  • Mikrofon : 0,3mV/10kOhm asymmetrisch
  • Line in 1: 50mV/100kOhm
  • Line in 2: 2mV/10kOhm (DIN)

Line in 2 ist bei 500mV klar übersteuert.


Grüße und weiterhin viel Erfolg
Jürgen
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#7
(24.10.2024, 12:21)passenger schrieb: könnte es daran liegen, dass Du auf Line In 2 einspeist?

Aus Hifi-Wiki:

Anzahl der Eingänge:
  • Mikrofon : 0,3mV/10kOhm asymmetrisch
  • Line in 1: 50mV/100kOhm
  • Line in 2: 2mV/10kOhm (DIN)

Line in 2 ist bei 500mV klar übersteuert.

Danke für den Hinweis.
Hab' soeben noch mal nachgeschaut: Line In 2 ist BU1 (BU101). Und mit Line In 1 BU3 (BU103) ist alles im grünen Bereich. Das ist es ja, was mich so unsicher macht. Wenn ich das in der Anleitung schon falsch mache, traue ich mich sonst gar nichts mehr anzugreifen.
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#8
Wolf Dieter, ich check's nicht .... gibt's jetzt noch ein Problem oder hattest Du am falschen Line In eingespeist ?
Falls noch nicht erledigt, kann ich leider aus Deinem Eingangspost nicht wirklich exakt herauslesen was das Problem war und was genau welcher "Pups" an R214 nun bewirkt hat oder nicht.

Bitte drücke Dich klarer aus, daß man das besser nachvollziehen kann.
Gruß, Kuni
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#9
(24.10.2024, 20:00)Kuni schrieb: Bitte drücke Dich klarer aus, daß man das besser nachvollziehen kann.

Ich bitte um Entschuldigung für die verwirrende Darstellung meines Problems.

Mein Problem war, dass im Service Manal Line In 2 zur Justage von Kanalabgleich, VU Meter und Aufnahmepegel genannt wird. Ich kam allerdings nur mit Line In 1 zu einem brauchbaren Ergebnis.
Deshalb meine Frage, ob jemand diesen "Fehler" im Manual nachvollzieihen kann.

Der "Pups" war zugegebenermaßen ein sehr legerer Ausdruck für einen minimale Justage des Potis. Damit war der Kanalabgleich erledigt.

Für mich als Nichtelektriker ist das Lesen der Schaltpläne und somit das Suchen auf der Platine eine ziemliche Herausforderung. Vielleich sollte ich allleine zur Erinnerung eine bebilderte Schritt-für-Schritt Anleitung machen, welches Poti für welche Justage zuständig ist.
Grundsätzlich ist's ja kein Hexenwerk.
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#10
Kein Problem, deswegen "reden" wir ja Big Grin

Gut .. Einstellung hat also funktioniert, ich nehme an auch mit den genannten 500mV, aber halt am weniger empfindlichen LineIn1.
Lt. Schaltplan gehen LineIn1 und 2 beide an den selben internen Verstärker, d.h. es ist erst mal egal wo Du einspeist, sondern (auf Grund der unterschiedlichen Empfindlichkeit) halt eine Frage wieviel mV am Eingang den 0dB entsprechen.

Was dann 0dB im Gerät sind (also der Bezugspegel auch an den VUs), steht ja in Pkt 14 der Einstellanleitung:
0dB Anzeige = 1V Ausgangsspannung an LineOut (Bu04/104)

Mir kommen 500mV als Eingangssignal zu viel vor. Wie gesagt, ich kenne die N7300 nicht, aber andere Geräte.
zB bei einer GX266 (mit Bezugspegel 0dB = 775mV) sollen 70mV am LineIn dann 0dB und 775mV am LineOut entsprechen.
Hier - und generell immer - mit voll aufgedrehten Rec-Level und Output Potis.
Bei der Akai ist die Eingangsempfindlichkeit mit 70mV angegeben.

Um das nun auf die Philips zu übertragen, würde ich meinen daß die 500mV ein Druckfehler ist und es 50mV heißen muß.

Zudem gäbe es noch die Möglichkeit zur Gegenprobe:
0dB sind ja 0dB egal woher sie kommen. Wenn man den Bezugsbandfluß der N7300 kennt (ich weiß nicht ob da 200nWb/m oder 250nWb/m korrekt wären) und Du noch nicht am PlayBack Level gedreht hast, man zudem annimmt, daß der aktuell eingestellte PlayBack Level noch einigermaß stimmt, dann könnte man eine grobe Probe machen, ob Deine nun eingestellten 0dB an den VUs stimmen.

Nämlich, in dem Du ein Band nimmst, auf welchem ein 0dB Signal (zB 400Hz) mit dem Bezugsbandfluß der N7300 aufgezeichnet ist.
Das spielst Du ab, dann müssen die VUs auch wieder 0dB anzeigen.
Liegt kein solches Band vor, dann geht auch jeder andere Bandfluß, man muß halt umrechnen.

Bsp:
- Bezugsbandfluß N7300 = 200nWb/m: Muß 0dB an den VU und 1V am LineOut ergeben
- Vorhandenes Band mit Bandfluß 250nWb/m: ergibt dann 1,94dB und 1,25V am LineOut

Damit läßt sich nix exakt einstellen, es sei denn Du hast ein echtes Bezugsband.
Mit einer solchen Aufnahme, von einer eingestellten Maschine mit ebenfalls bekanntem Bezugsbandfluß, könnte man wenigstens die aktuelle Einstellung Deiner VU mal prüfen.

Klar ?
Gruß, Kuni
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#11
(25.10.2024, 08:40)Kuni schrieb: Hier - und generell immer - mit voll aufgedrehten Rec-Level und Output Potis.

Im Gegensatz dazu steht unter Punkt 14:

- Regler "LINE OUT" auf Höchstwert
- Mit dem Aufnahmeregler für den rechten Kanal die Ausgangsspannung an BU104 au 1 V regeln.

Also hat Philips eine andere Herangehensweise.
Ich werd's natürlich auch auf diese Weise versuchen, sobald ich Zeit finde.

Leider habe ich absolut keine Seite gefunden, auf der ein Pegel für die N7300 angegeben ist. Das "DIN" Bezugsband im Manual ist ja nur sehr nebulös beschrieben.
Nachdem ich aber bei meiner Suche fast ausschließlich 250 nWb/m für Philips Geräte gefunden habe, hab' ich mal so ein Band bestellt. Das sollte mich weiterbringen.

Herzlichen Dank jedenfalls für die Hilfestellung.
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#12
Ok, meine Verallgemeinerung ging davon aus, daß am LineOut nie mehr als 0dB rauskommen.
Es kann natürlich immer noch sein, daß ein Gerät einen Ausgangsverstärker hat, der über 0dB (im Fall der Philips also >1V) ausgibt.
Dann darf man natürlich nicht auf Anschlag drehen und das scheint an der N7300 dann so zu sein.
Von einigen Kassettendecks kenne ich das auch so.
Gruß, Kuni
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