Ankauf einer defekten Revox A 77 MK IV
#1
Liebe Tonbandfreunde!

Mir ist eine Revox A 77 MK IV zum Kauf angeboten worden. Die Maschine soll in einem sehr guten Zustand sein, die Tonköpfe sollen auch gut bis sehr gut sein. Mitverkauft werden auch zwei durchsichtige Abdeckhauben, und zwar die normale Haube für die A 77 und eine große Haube die auch die großen Spulen umfasst. Der Kaufpreis liegt unter 300,00 €. Die Maschine ist noch in ihrem Ursprungszustand es hat kein Austausch von Bauteilen stattgefunden.

Jetzt komme ich zu dem Problem:
Die Maschine ist defekt.
Laut Mitteilung des Verkäufers ist die Maschine angeschaltet worden, lief kurzzeitig an und ging dann aus und ließ sich nicht wieder anschalten.

Was meint ihr! 
Kann ich das Problem durch einen kompletten Austausch der Kondensatoren lösen oder kann sich dahinter auch ein sehr schwerwiegendes Problem verbergen?
Würdet ihr mir trotzdem zu dem Ankauf raten?
Was muss ich beachten?
Welchen Kaufpreis würdet ihr für das Gerät zahlen?

Viele Grüße

Michael
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#2
Ein Kumpel von mir hatte neulich eine funktionierende MK4 mit eingebauten Lautsprechern für unter 150Euro gekauft. Also 300Euro für ein defektes Gerät halte ich für äußerst unangemessen.

Zum Defekt der Maschine: Kann sein, dass sich da ein Sicherungshalter aufgelöst hat. Die zerfallen gerne.

Hast du schonmal so eine Mühle restauriert? Das ist ganz schön frickelig... Spaß macht das nicht. Das braucht Übung. Die A77 ist halt extrem kompakt gebaut.

Schwerwiegende Probleme sind bei der eher selten. Da ist ja kein µProz oder der Gleichen drin..... Es ist halt viel Fleißarbeit notwendig.
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#3
Wahrscheinlich hat sich im Testbetrieb einer der Entstörkondensatoren in Rauch aufgelöst und hat dabei die Sicherung mitgenommen. Ist meist keine große Sache.

Wenn die kleine und große Haube dabei sind und auch noch in Ordnung sind, ist der Preis durchaus gut. Die sind zusammen locker 150€ wert - wenn nicht gebrochen.

Letztendlich braucht jede A77 eine Revision. Ob sie beim Kauf funktioniert oder nicht, ist daher eigentlich ziemlich unerheblich. Die Köpfe sollten im guten Zustand sein und die VU-Meter funktionieren. Das sind die teuersten Baustellen.

Ob Du das selbst machen kannst, musst Du beurteilen. Was Du tun musst ist hier alles im Forum beschrieben. Hauptsächlich löten und reinigen.

Gruß
Robert
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#4
Hallo

ich denke bei einer nicht revidierten A77 sind auch ein paar Trimmer hinüber, aber auch ohne Trimmertausch würde ich die Maschine, wenn sie wieder läuft, neu einmessen bzw. einmessen lassen (professionell oder freundschaftlich).
Ich würde mir aber vor dem Kauf die Maschine ansehen. Für optisch top und Köpfe OK (<3mm Einschliff) incl. der Hauben, wären 300EUR-x nicht zu viel..

Grüße

Frank
A77 MKIV 1/2-Spur, B77 MKII 1/4-Spur, PR99 1/2-Spur CCIR, B710-MKII, AKAI-GX 265D 1/4-Spur-AR
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#5
warum nur postet man die gleiche Frage in verschiedenen Foren zur gleichen Zeit??? Wenn in einem keine Antwort kommt, OK, dann kann ich das verstehen..aber soooo???
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#6
Wegen der Kurzfristigkeit in der ich eine Entscheidung treffen muss.
Dies ist doch sicherlich nicht verboten, oder?

Ich bedankte mich recht herzlich bei allen antwortenden Forenmitgliedern, auch bei dem Forenmitglied welches nicht direkt auf die gestellten Fragen geantwortet hat.

Ich wünsche noch einen schönen Restsonntag!
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#7
Hallo Michael,

wenns eine A77 werden soll, schaue dir doch das Angebot mal an, das wirkt sehr gut und ist auch seriös.

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/r...pp_android

Viele Grüße
Joni
Am liebsten an Revox/Studer Geräten und an der M15.

Aktuell in der Klausurenphase, kann deshalb leider nicht so oft vorbeischauen 
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#8
Man kann doch die Frage in so vielen Foren posten, wie man will.....
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#9
Genau.
Bei medizinischen Fragen holt man ja auch gerne eine Zweitmeinung ein!  Wink
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#10
Ich habe inzwischen die kaputte Revox für 230,00 € erworben zusammen mit einer gut erhaltenen großen Haube und zwei kleinen Hauben. Weiter gehörte dazu die Original Revox Anleitung und diverse weitere Unterlagen, die der ursprüngliche Käufer beim Kauf wohl erhalten hat.
Die Maschine und der Tonkopf sind in einem sehr guten äußeren Zustand.

Die Revox lies sich nicht einschalten.
Es waren eine Sicherung 0,63 A auf der Netzteil-Platine und ein Kondensator (Knallfrosch) auf der Drive Controller Platine kaputt. Diese sind schon ausgetauscht worden. Die Maschine läßt sich insoweit wieder einschalten.

Was noch nicht funktioniert ist das Umspulen (sehr langsam); der Capstan dreht sich auch nicht. Ich habe schon neue Motorkondensatoren bestellt. Ich berichte weiter wenn ich diese Drei ausgetauscht habe.
Mal sehen was ich dann noch für weitere Probleme finde!
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#11
Schau dir mal den Trimmer auf der Netzteilplatine an. Der ist von dem Typ, bei dem sich gerne der Schleifer verabschiedet. Dann fehlen die 21V und der Capstan läuft nicht und diverse Lämpchen leuchten nicht.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#12
Guter Kauf! Da lohnt sich eine ausführliche Revison. Dann hast du ein prima Tonbandgerät, wo auch 26er Spulen passen.
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#13
Hallo havox, meinst Du den P 106? Der sieht eigentlich noch ganz gut aus. Ist doch mit einem Farbklecks versiegelt, und der Kohlechleifer ist noch vorhanden.
Ich habe jetzt noch ein ganz anderes Problem, die 0,63 A. Sicherung brennt immer durch.
Ich muss mich wohl gedulden, bis die Ersatzteile von Revox-Online hier eintreffen und ich an der Maschine weiter arbeiten kann. Dann berichte ich.

Viele Grüße aus Südmiedersachsen.

Michael
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#14
Mal das rote AD1 Kabel und das gelbe ED1 Kabel abziehen. Wenn danach beim Einschalten die Sicherung imemr noch fliegt, dann liegt der Fehler auf dem Netzteil.

Das sind die beiden Kabel direkt vor der Sicherung....
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#15
Ich habe das rote und das gelbe Kabel vor der Sicherung abgezogen. Die Sicherung ist wieder durch gebrannt. Ich muss mir jetzt erst mal neues herum besorgen. Ist jemand bekannt woran das Problem liegen könnte? Welches Bauteil ist defekt?
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#16
Wenn die Sicherung trotz abgezogener Kabel durchbrennt, würde ich als erstes den Gleichrichter D101 verdächtigen, danach den Elko C101.

Der Ausbau des Netzteils ist leider das aufwändigste, was man an der A77 machen kann. Also wenn Du den Trafo raus hast, auf jeden Fall alle Ausfallkandidaten tauschen, auch wenn sie noch ok sind: 2xElko, 1xTantal, 1xTrimmer.
Auch falls der Trimmer derzeit noch in Ordnung ist, wird der mit hoher Wahrscheinlichkeit auseinanderfallen, wenn Du versuchst ihn zu verstellen.

Gruß
Robert
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#17
So, jetzt ist ein Zehnerpack 0,63 A Sicherung in meinen Besitz.
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#18
Hallo Tonbandfreunde!

Robert, dein Tipp war goldrichtig. Ich habe zwischenzeitlich das Netzteil repariert. Der Kondensator C101 hatte einen Kurzschluss. Nach Austausch, der unbedingt auszuwechselnden Komponenten, ging plötzlich das Licht der Ausschaltautomatik im Bandlauf wieder an. Der Kapstan drehte sich. Und angeschlossen an der Stereoanlage funktionierte auch die Wiedergabe, allerdings nur auf einem Kanal. Auf dem anderen Kanal hört man nur einen brummen, kein Tonsignal.
Ich hatte auch noch mit dem Umspulen in beide Richtungen Schwierigkeiten. Die große 26 Spule ist zweimal hin und zurück sehr, sehr langsam gelaufen. Danach hat sie sich berappelt und ist dann in normaler Geschwindigkeit nach links und nach rechts gelaufen. Im Moment keine Schwierigkeiten.
Vielleicht hat die Maschine auch lange gestanden und hatte Anlaufschwierigkeiten.

Aufnehmen funktioniert mit der Maschine im Moment noch gar nicht. Das Signal wird von der Stereoanlage über das Tonband auf den Monitor Eingang des Verstärker durch geschliffen, und zwar beide Kanäle.

Ich habe noch keine von den sieben Steckkarten angefasst. Ich denke, wenn ich dort tätig werde, werden auch die anderen Sachen wieder funktionieren.


Da ihr Mitglieder des Tonband Forums aber sehr viel mehr Erfahrung habt als ich, wäre ich sehr gern für einen Tipp dankbar, falls das Problem irgendwo anders liegen sollte, und nicht bei den sieben Steckkarten der Maschine.

Viele Grüße.

Michael

Nachsatz.
Ich habe gar nicht dran gedacht zu schildern, wie sich die Maschine verhält, wenn ich auf die Aufnahmetasten drücke.
Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dass, wenn diese beiden Tasten gedrückt werden, hat die Maschine wahrscheinlich einen Spannungsabfall. Die Lampe für die Bandendabschaltung fängt an zu flackern und geht manchmal aus; ich vermute, dass der Kapstan wohl auch langsamer dreht.

Habt ihr für mich einen Tipp, woran das liegen könnte?
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#19
Zwischenzeitlich habe ich nicht selbst daran gesetzt und habe die auszutauschenden Kondensatoren der sieben Steckkarten ausgetauscht.
Die Maschine spielt jetzt wieder einwandfrei.

Ich danke allen an dieser Aktion beteiligten Tonbandfreundlich herzlichst.


Viele Grüße aus Südniedersachsen

Michael
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#20
Du bist ja schneller als die Feuerwehr Shy 
Glückwunsch zur Maschine und der Reparatur.
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#21
Danke!
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