Uher Royal 560 -Enschaltquitschen-
#1
Hallo,
seit zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eines Uher Royal 560.

Bin schon fleißig am Restaurieren, alles funktioniert jetzt einwandfrei.
Nur mit einem Problem sind meine Fähigkeiten etwas überfordert.
Beim Einschalten des Gerätes (Bandgeschwindigkeitsschalter) gibt es ein lautes unregelmäßig pulsierendes Quitsch-Geräusch
was dann in den nächsten 10 Sekunden immer leiser wird bis es vollständig verschwunden ist.

Kann leider nicht feststellen an was es liegt.  
Für Ideen, Tips und Hilfestellungen wie ich den Fehler genauer identifizieren und beseitigen kann wäre ich euch dankbar.
Gruß Günther
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#2
zwischenrad motor und schwungmasse mal näher begutachten
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )
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#3
Hallo Günther,
überprüfe mal den Abstand von Andruckrolle und Capstanwelle. Rechts neben der Andruckrolle gibt es eine Art Excenterschraube um den Abstand einzustellen.

Gruß
Wolfgang
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#4

Reibflächen des Zwischenrades und von Motorpulley und Schwungmasse mit Benzin oder Isoprop reinigen! Wenn das Zwischenrad allerdings verhärtet ist (es rumpelt dann auch hörbar) hilft das nicht viel. Dann muss das neu.
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#5
Danke für die schnellen Antworten.
Bei Einschalten des Gerätes mit dem Bandgeschwindigkeitswähler quietscht es. Der Betriebswahlschalter steht auf "Stopp".
Somit läuft doch eigentlich nur der Antrieb (Motor, Zwischenrad, Schwungmasse und Reibrad) alles andere ist aus.
An das Zwischenrad des Motors komme ich ohne Zerlegen auf die Schnelle nicht ran. Nun habe ich noch einen Versuch gemacht.
Ich habe nun einmal das Reibrad von der Schwungmasse etwas entfernt und das Geräusch ist weg.
Der Gummi des Reibrades ist weich. Könnte doch dann nur das Lager des Reibrades sein?
Wenn ich nun die Blattfeder welche auf das Reibrad drückt entferne, kann ich dann das Reibrad nach oben abziehen?
Sorry aber ich habe von Tonbandtechnik wenig Ahnung und möchte nichts falsch machen.
Hilft es dann vielleicht wenn ich das Lager reinige und mit Sinterlageröl öle ?
Noch was wenn das Quietschen nach 10 Sec. weg ist kann ich das Gerät ausschalten und wieder einschalten es Quietscht nicht mehr,
nur nach längerem Stehen ist es wieder da. Könnte dass dann evtl. ein thermisches Lagerproblem sein ?
Gruß Günther
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#6
Hallo Günther,
wenn Du die "Blattfeder" abgeschraubt hast, kannst du das Reibrad nach oben abziehen. Aber vorher Tonkopfabdeckung und Tonkopfträger entfernen. Am besten lässt sich das Reibrad mit einem langen Kabelbinder nach oben lupfen. Ein Tropfen Öl auf die Achse genügt. Neue und gute Reibräder (ich habe mehrere davon verbaut) gibt es übrigens in der Bucht. Das Quietschen kann aber auch von der messingfarbenen Rolle oberhalb des Reibrades kommen. Auch hier hilft eine Winzigkeit Öl.

Gruß
Wolfgang
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#7
Dank eurer Hilfe hab ich es geschafft.
Der Gummi an den Rädern war zwar noch nicht hart, aber auch nicht mehr neuwertig.
Wie Ihr geschrieben habt habe ich den Gummi an den Rädern und die Gegenflächen an der Motorstufenscheibe und dem Schwungrad mit
Alkohol gereinigt und alles ist Gut. Manchmal wenn ich einschalte kommt ein kurzer leiser Piep und das wars dann.
Ich lag komplett falsch mit dem Reibrad, wenn ich es leicht abgehoben habe war es zwar gut, das lag aber an der geringeren Kraftübertragung der restlichen Strecke.

So nun ist mein Baby fertig, hat zwar einige Mühe gekostet aber es hat sich gelohnt. der gemeinste Fehler den das Gerät noch hatte, der rechte Kanal er war ohne Funktion. An der Endstufe hatte ich zwar noch Signal in der Endstufe musste der Fehler liegen. Die Elkos und die Transistoren habe ich durchgemessen waren alle O.K.
Die Leiterbahnen habe ich dann alle mit einer starken Lupe überprüft und Bingo. an dem Großen Elko war neben dem Lötpin ein Haarriss mit dem Auge nicht zu erkennen.
Der Elko wurde schon Mal getauscht und etwas zu hoch eingelötet. Bei der Gerätemontage evtl. dann nach unten auf die Leiterplatte gedrückt und der Pin wurde von der Leiterplatte gerissen was den Haarriss verursachte. Leiterbahn repariert und der rechte Kanal war wieder in Ordnung.

Nun bin ich Happy, das Uher funktioniert wie neu, super Klang für 50 Jahre.

Danke an Alle, Ihr seit ein Super Team.
Schönes Wochenende und viele Grüße
Günther
   
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#8
(23.06.2023, 12:58)Tonkopf65 schrieb: Hallo Günther,
wenn Du die "Blattfeder" abgeschraubt hast, kannst du das Reibrad nach oben abziehen. Aber vorher Tonkopfabdeckung und Tonkopfträger entfernen. Am besten lässt sich das Reibrad mit einem langen Kabelbinder nach oben lupfen.  Ein Tropfen Öl auf die Achse genügt. Neue und gute Reibräder (ich habe mehrere davon verbaut) gibt es übrigens in der Bucht. Das Quietschen kann aber auch von der messingfarbenen Rolle oberhalb des Reibrades kommen. Auch hier hilft eine Winzigkeit Öl.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,
läuft immer noch Super.
Doch nun wollte ich noch zur Vorsorge das Reibrad ausbauen, das Lager reinigen und neu Ölen (hab mir Sinderlageröl besorgt).
Du hast mir geschrieben wie ich das rausbekomme aber das hängt sehr fest. Das mit dem Kabelbinder hab ich nicht geschnallt,
wie machst du das?
Gruß Günther
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#9
Hallo Günther,

ich packe einen Kabelbinder an beiden Enden und stülpe ihn dann über das Reibrad. Der Kablebinder sollte unten nahe an der Achse sitzen. Dann mehrmals (immer kräftiger, aber maßvoll) lupfen, bis das Reibrad sich von der Achse löst. Wenn ein Gerät lange gestanden hat, kann das schon mals etwas dauern. Viel Erfolg.
Gruß
Wolfgang
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#10
Hallo Wolfgang,
Danke für die schnelle Antwort.
Dann bin ich beruhigt wenn das normal so fest ist.
Hatte schon Angst ich zerstöre etwas.
Danke für den Tipp mit dem Kabelbinder jetzt weiß ich wie es gemeint war. Gute Idee.
Hatte es mit zwei Fingern probiert und da hat es sich nur leicht bewegt. 
Werde es so machen. Vielen Dank.
Gruß Günther
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#11
Hallo Wolfgang,
deine Idee mit dem Kabelbinder hat Super funktioniert.

Nun an Alle, 
Nachdem ich das Reibrad draußen hatte hab ich das Gerät kurz eingeschaltet.
Es hat wieder den kurzen "Quitsch" gemacht sonst alles in Ordnung.
Da der Ton jedoch ohne Reibrad stattgefunden hat habe ich nun gehört wo er herkam.
Er kam vom oberen Motorlager.
Nun meine Frage kann man das obere Motorlager ölen ohne das ich den Motor ausbauen muss?
Gruß Günther
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#12
Den Motor bei den Uher Royals auszubauen ist nicht so schlimm wie man vielleicht vermuten könnte.
Habe ich schon etliche Male gemacht.

Gruß, Jan
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#13
Wollte den Motor eigentlich nicht ausbauen und das obere Lager trotzdem ölen gibt es da keine Möglichkeit?
Gruß Günther
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