Aufnahmekopf als W.-Kopf (beim Justieren der Spurlage)
#1
Hallo in die fachkundige Runde!
Es geht um die Aufnahme-Kopf-Justierung (Spurlage) bei einer A/ B77.
Ich meine da irgendwo mal was gelesen zu haben, dass man günstigerweise den Aufnahmenkopf an den Wiedergabe-Verstärker anschließen kann, damit man z.B. zur Spurlageneinstellung den Zwischespurteil des Justierbandes nutzen kann.
Hab ich das richtig im Hinterkopf, macht das hier jemand so?
Wie sind Eure Meinungen dazu?
 
Danke für Antworten!
Dieter
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#2
Halllo Dieter,

ich weiß, dass das sogar einige Hersteller (Philips...) in ihren Serviceunterlagen vorschlagen, aber wenn man es ganz genau haben will, sollte man von dieser Methode Abstand nehmen. Grund: Bei der Aufnahme wird das Band an der ablaufenden Spaltkante des Sprechkopfes magnetisiert, bei Wiedergabe wird der gesamte Kopfspalt genutzt. Wenn nun der Aufnahmekopf als Wiedergabekopf geschaltet und danach der Azimut justiert wird, kann durch Ungleichmäßigkeiten in der Tonkopf-Fertigung nicht gewährleistet sein, dass die Einstellung auch bei der Aufnahme zu 100 % stimmt. Wenn dann der AK-Spalt etwas unregelmäßig ist, kommt es zu Phasenfehlern bei kurzen Wellenlängen. Die sollte man vermeiden, deshalb wenden sicher die Meisten (ich auch) die gängigen Methoden mit Millivoltmeter und/oder Oszilloskop an.

Wenn man natürlich keine sehr großen Ansprüche an die Kopfjustage stellt, kann man das von dir beschriebene Prozedere anwenden.

LG
Holgi

Jetzt habe ich gerade festgestellt, dass es dir gar nicht um die Azimuteinstellung, sondern um die Höhenjustage geht. Sorry, man sollte schon richtig lesen. 
Zu dem von dir angesprochenen Zweck kann man das natürlich so machen. 
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#3
Bei den Revox Köpfen ist die Höheneinstellung durch die Einfräsungen eigentlich nach Augenmaß gut zu machen. Weder unter, noch über dem Band darf der glänzende Kopfspiegel zu sehen sein, dann passt das.
Viele Grüße,
Hans-Volker
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#4
Naja so ganz einfach ist das optisch nun nicht.
Ein minimaler Dreh hat enorme Auswirkungen und da ist noch lange nichts zu sehen.
Viele Grüße
Jörg
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#5
Zur Höhenjustage mache ich das genau so, mit Trennspurband und den Aufnahmekopf an die Wiedergabeleitungen gelötet. Das geht sehr gut. Bisher hat der Azimut, den ich so eingestellt habe, auch ziemlich gut später im Aufnahmebetrieb gepasst. Aber das sollte man immer später bei Aufnahme nochmal kontrollieren.

Viele Grüße
Volker
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#6
Danke für die Hinweise, liebe Leute!
Dann hab ich das mit dem Umlöten doch nicht geträumt.
Der Aspekt, den Holgi anführt hatte ich noch garnicht bedacht.
Gruß
Dieter
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#7
Kurze Antwort:
Kopfhöhe ja, Azimut nein.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass der AK wegen seiner Konstruktion ein etwa 20 dB schwächeres Signal liefert als der WK. Es könnte also sein, dass die Trennspuraufzeichnung praktisch nicht mehr zu hören ist. Sinnvoller ist hier eher die Einstellung mit Magnetspurendispersion und Messlupe, Beispiel hier:

   
Grüße
Peter


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Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
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#8
Meine Güte ist das eine wunderbare scharfe Aufnahme. Mit was hast du die gemacht? Und wie hast du das fotografiert? Ich habe ja nun schon allerlei Gerätschaften und habe auch schon mit der Magnetsipersion rumgepanscht, das sah dann aber nie so toll aus.
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#9
Canon 6D mit Makroobjektiv Sigma 70 mm, starkes Seitenlicht.

Mittlerweile habe ich auch ein Spezialmikroskop zur Verfügung, mit dem sich die Magnetspuren mit einer Genauigkeit <1 µm vermessen lassen. Nur mit der Dokumentation hapert's noch ...

   
   
   
   
Grüße
Peter


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