Habe ja weiter das Problem, dass das CG 360 nur unbrauchbar aufnimmt.
Habe jetzt mal direkt an den Tonkopf-Anschlüssen gemessen.
Gerät auf Aufnahme, Aussteuerungsregler zu.
Also sollte an den Tonkopf-Anschlüssen Spur 1 und Spur 2 der Bias zu messen sein.
Gemessen von links "4" (Bild 256), "1" (251), "2" (252), "3" (254), "LK" (255).
Wo kommt das Signal auf "3" her?
Die Löschkopfspannung scheint mir zu niedrig.
An "3" scheinen die paar Volt Bias anzuliegen, die bei "2" fehlen.
VG Jürgen
Habe die Wicklungswiderstände der Kopfsysteme an der Kopfanschlussplatte/Stützpunktplatte gemessen (Stecker 21..26 abgezogen).
4: 608R, 1: 602R, 2:614R, 3: 602R, LK: 1.7R.
Dann Kontrolle, ob die Kopfsysteme evtl. einen internen Wicklungsschluss zu einem anderen System haben.
Ist nicht der Fall, Ohmmeter sagt jeweils OL.
Dann ob die Systeme den gemeinsamen GND haben. 1/4: 1210R, 2/3: 1216R, also auch ok.
Dann Kontrolle, ob die Spurumschalt-Magneten die Kopfsysteme bei < und > umschalten.
Das tun sie einwandfrei.
Masseverbindungen (21, 23, 26) von Stecker 21..26 zur Tonkopfanschlussplatte ok (0.27R) und getrennt.
Was kann ich noch messen/kontrollieren?
VG Jürgen
Die Kontakte des F-Relais (vorne, Frontplatte, für >) trennen einwandfrei.
Allerdings scheint irgendein Belag auf den Kontakten zu sein.
Kann es sinnvoll sein, die mit T6 zu 'fluten'?
VG Jürgen
Wenn sich die 4 Wicklungen alle dicht bei-einander in einem Kopf befinden, kann das leicht induktives oder kapazitives Übersprechen zwischen (2) und (3) sein.
In Abschnitt 3.2 der Service-Anleitung werden die Bias-Pegel genannt und gezeigt, wie man sie kontrolliert.
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=266679#post266679 schrieb:Wenn sich die 4 Wicklungen alle dicht bei-einander in einem Kopf befinden, kann das leicht induktives oder kapazitives Übersprechen zwischen (2) und (3) sein.
Dann wäre Stereo nicht möglich, weil (1) bzw. Links und (2) bzw. Rechts ja noch dichter nebeneinander liegen...
Auf (3) darf, wie auf (4), kein Bias zu sehen sein, weil beide lt. Schaltbild (und lt. F-Relais-Kontakten) ja gar nicht mit dem Oszillator verbunden sind.
VG Jürgen
Das kapazitive Übersprechen ist bei der Bias-Frequenz größer als bei Audio-Frequenzen.
Über "nicht möglich" entscheidet die Ansicht, wieviel Übersprechen bei welcher Frequenz als zulässig bzw erträglich gehalten wird. Das Übersprechen ist immer endlich groß, ohne geht es in dieser Technik nicht.
Habe jetzt noch die vier 2.2 uF bipolar erneuert, die beiden BC 384B (waren BC 414B drin) gegen BC 550B getauscht, den 47 uF und sogar den 0.1 uF erneuert.
Keine Änderung. Die Aufnahmen sind deutlich zu leise, das Band wird nicht annähernd auf 250 nWb/m ausgesteuert (bei 0 dB Aussteuerung).
Der Bias lässt sich mit den Trimmern zwischen ca. 10V und fast 40V einstellen, am Löschkopf liegen ca. 15V.
Den Frequenzgang der Aufnahmen habe ich leidlich einstellen können, der Pegel bleibt aber viel zu niedrig.
Der Wiedergabepegel hingegen ist einwandfrei.
Du hast bislang weder Angaben zum Bias-Strom noch zum Audio-Strom durch den Aufnahme-Kopf gemacht, auch nicht, ob alle Spannungs- und Strom-Werte konform sind mit Angaben in der Service-Anleitung.
Damit ist für Außenstehende völlig unklar, wie die Situation dort ist und woran es liegen könnten.
@Kai
Ich werde keine der filigranen Kopfanschlussleitungen ablöten, um dann einen 10 Ohm Widerstand einzulöten, an dem ich dann 3.5 mV Bias-Strom-Äquivalent messen soll, dass aber nur eine erste Grundeinstellung bedeutet. Es geht ja auch hier nicht mehr um den Bias, sondern um den Aufnahme-Bandfluss bzw. -Pegel.
Statt 740 mV Soll (am Dolby-Schalter S2, Pin 5 und Pin 11) kommen bei Eigenaufnahmen von 0 dB nur 145 mV raus.
Wiedergaben von 0dB-Pegeln der Bezugskassetten liefern diese 740 mV.
Den Audiostrom messen, was soll das bringen? Er ist zu niedrig und ich kann ihn nirgendwo einstellen/justieren/erhöhen.
@Wenni
Die Spannungen hatte ich im anderen Faden schon angegeben, hier nochmal das Bild.
Am Eingang des 'Impedanzwandlers' liegen 1.5xV NF (Soll an MP11, MP12: 1.6V).
Die Versorgungsspannungen sind etwas niedriger +/-13.xV statt +/-14V.
VG Jürgen
JUM,'index.php?page=Thread&postID=266724#post266724 schrieb:Statt 740 mV Soll (am Dolby-Schalter S2, Pin 5 und Pin 11) kommen bei Eigenaufnahmen von 0 dB nur 145 mV raus.
Wiedergaben von 0dB-Pegeln der Bezugskassetten liefern diese 740 mV.
Den Audiostrom messen, was soll das bringen?
Genau zB die Information aus dem Satz davor, die ich in diesem Thread bislang nicht gesehen habe. Es war bislang nur von Bias die Rede.
Da ist doch eigentlich klar, daß der Schaltungsteil zu untersuchen ist, aus dem ca. 14 dB zuwenig Signal rauskommen.
Ich habe leider nur das saumäßig kopierte "Service Manual", das es bei elektrotanya gibt, in dem nur Fragmente erkennbar und die Schaltungen zerstückelt sind. Das ist leine brauchbare Arbeitsgrundlage.
Speise doch mal 'nen Sinus von 80mV in den Aufnahmeverstärker L + R ein, irgendwas um 300 bis 1000Hz. Oder 740mV vor den Widerständen R 30 / R31. Ggf. die Dolbyplatine abstecken. Und das aufnehmen. Was zeigen die Instrumente an? Welchen Pegel hat das dann bei der Wiedergabe?
Kann ich gerne machen, gebe aber zu bedenken, dass ich am Ende der Kette, vor den Instrumenten (MP11, MP12), die geforderten 1,6 V ja habe, wenn ich ganz vorne 22 mV einspeise. Insbesondere wird ja auf 740 mV am Schalter S2 bzw. MP7/MP8 ausgesteuert, um die Instrumente auf 0 dB abzugleichen.
VG Jürgen
Ich verstehe das bisher geschriebene jetzt so, daß bei Aufnahme zwar Soll-Pegel (1,57 ... 1,6 V) an den Eingängen der "Impedanzwandler" ankommen, bei Wiedergabe aber an einem Meßpunkt statt 740 nur 145 mV.
Dann wäre zunächst mal zu prüfen, was "hinten" aus den Impedanzwandlern rauskommt. Das sollte ja eigentlich etwa das Gleiche sein.
Bei Stellung "Fe" sollten dann ca. 1,6V/ 30kOhm in den Aufnahmekopf fließen, da dessen Impedanz im Audiobereich sicher klein gegen 30k ist.
Da gibt es also was zu verifizieren.
Wenn der Strom fließt und trotzdem nur 145/740 rauskommen bei Wiedergabe, taugt der AK nix oder der Strom fließt woanders hin.
@JUM: O.k., wenn die 1,6V an den Messpunkten MP11 und MP12 bei Aufnahme vorhanden sind, scheint davor alles i.O. Ich bin mit meinem "Latein" dann so ziemlich am Ende... X(
@Kai: Das Gerät hat keinen separaten Aufnahmekopf. Das ist ein 4 - spuriger A/W - Kopf. Aufnehmen geht aber nur in eine Richtung.
Wenni,'index.php?page=Thread&postID=266733#post266733 schrieb:Das Gerät hat keinen separaten Aufnahmekopf
Daran hab ich vorhin nicht gedacht, fiel mir erst später wieder ein.
Dann bleibt ja wohl, wenn genügend Bias anliegt, nur übrig, daß da nicht der bestimmungsgemäße "Sprechstrom" ankommt.
Ich denke, der Kombikopf ist ok, weil die Wiedergabe ok ist.
Habe mich deshalb dem Löschkopf gewidmet.
Da liegen ja ca. 15V an, nur 15V. Sein Gleichstromwiderstand ist allerdings auch nur 1.7 Ohm.
Habe mal mit den Schaltungen von Uher CR 240, CR 210 und CR 160 verglichen.
CR 240 sagt im Schaltbild am Löschkopf "ca. 40V/100 kHz", zu den Bias-Spannungen am Kombikopf keine Angabe.
CR 210 keine Angaben am Löschkopf, aber 28-30V am Bias-Oszillator-Ausgang und 12-14V für Bias am Kombikopf.
CR 160 im SM "ca. 45V/100 kHz am Löschkopf".
Jetzt habe ich leider keines dieser Geräte im Zugriff und kann deshalb auch nicht messen, welche Gleichstromwiderstände deren Löschköpfe haben.
Vielleicht kennt die jemand?
Die Oszillator-Schaltung des CG 360 stimmt ziemlich genau mit denen im CR 240 und CR 210 überein.
CR 160 ist deutlich unterschiedlich.
Ob der Oszillator noch läuft, wenn man den Löschkopf am heißen Ende (Trafo mitte) ablötet?
Evtl. statt Löschkopf einen Widerstand einlöten?
Da bleibt aber doch die Logik auf der Strecke:
Der Löschkopf kann für ungenügendes Löschen verantwortlich sein, aber nicht für zu niedrigen Wiedergabe-Pegel, wenn der Bias-Strom bei Aufnahme ok war.
Wenn der Löschkopf entfernt wird, fehlt dem Oszillator dessen Shunt-Induktivität zu L1 und er schwingt auf entsprechend tieferer Frequenz.
Sein Gleichstrom-Widerstand ist recht belanglos. Die Impedanz bei der Oszillator-Frequenz ist wesentlich.
Wie Du selbst schreibst, ist der Löschkopf ja Bestandteil auch des Bias-Oszillators.
Kann man sich vorstellen, einen solch großen Pegelverlust bei 330 Hz (-14 dB) durch eine Bias-Einstellung auszugleichen?
VG Jürgen
JUM,'index.php?page=Thread&postID=266740#post266740 schrieb:Kann man sich vorstellen, einen solch großen Pegelverlust bei 330 Hz (-14 dB) durch eine Bias-Einstellung auszugleichen?
Wenn der Oszillator-Pegel und der Bias-Pegel mit Sollwerten aus den Service-Mitteilungen zum verwendeten Bandmaterial übereinstimmen, ist es abwegig, in diese Richtung weiter zu denken.
Dann ist es angebracht, erstmal den "Aufsprechstrom" bei zB 333 Hz und 0 dB Aussteuerung zu überprüfen.
Es schadet natürlich nicht, mal "übungshalber" zu testen, ob man bei einigen kHz mit der möglichen Bias-Variation überhaupt ein Pegel-Maximum erreichen kann.
Danke Kai und Wenni für die Unterstützung!
Nicht nur wegen der klimatischen Bedingungen ist - nach dem Wieder-Zusammenbau - Schluss mit diesem Ding.
Es kommt als Ersatzteilträger ins Regal, falls mal wieder ein CG 360 'des Weges kommt'.
VG Jürgen