Was genau ist ein Rundfunkband (in Abgrenzung zum Studioband)?
#1
Hallo,

ausgehend von diesem Thread obige Frage: Was genau zeichnet eigentlich ein Rundfunkband aus? Der Begriff wird z.B. häufig für das Agfa PER 525 und PER 528 verwendet, während das PEM 526 m.W. üblicherweise als Master- oder Studioband bezeichnet wird. Kann man die Unterschiede erklären, ohne technisch zu sehr an's Eingemachte zu gehen?

Danke und Gruß,
Timo
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#2
Rundfunkbänder erfüllen u.a. folgende Anforderungen:

1) standardisierter Arbeitspunkt
2) definierte und geprüfte mechanische/elektroakustische Daten
3) erhöhte Anforderungen bezüglich der Fertigungstoleranz.

Für Bandmaterial mit Chargennummer auf der Rückseite und dem Karton gilt zusätzlich, dass jedes einzelne Band über die gesamte Länge auf mechanische Fehlerstellen und magnetische Homogenität geprüft wurde.

Im Einzelnen werden die Anforderungen in der "ARD Technische Richtlinie 3-4 - Studio-Magnettonbänder" beschrieben.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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Ich bin, wie ich bin.
Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)
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#3
Hallo Peter,

vielen Dank, ich hatte im Stillen auf eine Erklärung von Dir gehofft.

Irgendwie erscheint es mir (um die Brücke zurück zu der Anzeige von TDK zu schlagen) allerdings fraglich, ob das wirklich die Unterschiede zwischen dem GX- und dem LX-Band erklärt. Aber das gehört in den dortigen Thread.

Gruß,
Timo
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#4
Vielleicht ergänzend: Im Studio ist etwas mehr Zeit zum Tüfteln und Einmessen. Im Rundfunk wurde dagegen auf Band "produziert", das heißt auch mit Zeit und Termindruck. Klar gibt es den auch im Studio, aber im Rundfunk hatte man eine Sendeplanung und da mußte alles zeitig stehen. Also braucht man dort hochverläßliches Material, einspulen, aufnehmen, schneiden, bereitstellen. Da waren Ausfälle von Maschinen, fehlerhafte Bänder, Pegeln oder Zwang zur Neueinmessung ein ärgerlicher Aufenthalt. Daraus resultieren dann die von Peter aufgeführten Anforderungen, die effektives Arbeiten ermöglichen sollen.
Gruß André
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#5
Und noch eine Ergänzung: Bei Rundfunks schätzt(e) man aufgrund der umfänglichen Montagearbeiten eine Rückseitenbeschichtung, auf der Markierungen und Schnittstellen deutlich sichtbar sind.


Übersichtliche Grüße

TSD
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#6
Du meinst eine helle Rückseitenmattierung? Die habe ich auf den PER 368, welche es auch sicher so auf dem Studiopendant PER 528 gibt. Nicht nur das, ich behaupte, meinen Beobachtungen nach, das diese sogar noch sauberer Wickeln als LPR 35. Die kann man sogar senkrecht direkt von Spule zu Spule (ohne weitere Bandführungen) spulen und wickeln sehr sauber, das würde auf einer A77 sogar mit Offenwickeln funktionieren (wenn man mal den Mut dazu hat... Wink ) Da habe ich bisher bei keinem anderen Band so gesehen.
Gruß André
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#7
Captn Difool,'index.php?page=Thread&postID=250181#post250181 schrieb:Du meinst eine helle Rückseitenmattierung? Die habe ich auf den PER 368, welche es auch sicher so auf dem Studiopendant PER 528 gibt. Nicht nur das, ich behaupte, meinen Beobachtungen nach, das diese sogar noch sauberer Wickeln als LPR 35. Die kann man sogar senkrecht direkt von Spule zu Spule (ohne weitere Bandführungen) spulen und wickeln sehr sauber, das würde auf einer A77 sogar mit Offenwickeln funktionieren (wenn man mal den Mut dazu hat... Wink ) Da habe ich bisher bei keinem anderen Band so gesehen.

Zu Wickeleigenschaften siehe https://youtu.be/YqxSKIkm3nI

Der entsprechende Passus in der erwähnten TR 3/4 lautet: Die Rückseite des Bandes muß von der Vorderseite deutlich unterscheidbar sein und einen Aufdruck des Herstellers sowie des Bandtyps und der Chargennummer haben. Sie muß beschrift- und stempelbar sein.

Eine konkrete Farbe ist dort nicht festgelegt, traditionell waren Rundfunk- bzw. Reportagebänder zumeist rot, orange, rosa, gelb, blaugrün oder weiß und vielleicht noch eine, die mir gerade nicht einfällt. Ein PER 528 mit schwarzer Rückseitenmattierung und ohne Typen- bzw. Chargenaufdruck habe ich bislang nur von RGMI gesehen.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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(Konrad Adenauer)
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#8
Danke für das Video thumbup Das Spulverhalten von Scotch/3M/Ampex kann ich bestätigen. Ich hatte eines davon als "Revox" (Typ unbekannt) aus Spaß mal liegend auf Offenwickel gespult mit gleichen Ergebnis, es flog vom Wickel und von dort gleich in den Papierkorb. Selbst in Spulen besteht bei diesen Bändern die Gefahr, sich die Bandkanten zu beschädigen.
Gruß André
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#9
Was aber angesichts der Tatsache, daß Ampex und 3M im professionellen Bereich zu den am meisten verbreiteten Hersteller gehörten, einigermaßen erstaunt. Wurden da keine Offenwickel verwendet?
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#10
528ziger auf einer M15 umgespult mit Unterbrechungen sieht doch gar nicht so schlecht aus

[Bild: img_1712cwk0n.jpg]
Gruß Ulf

TF-Berlin
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#11
timo,'index.php?page=Thread&postID=250214#post250214 schrieb:Was aber angesichts der Tatsache, daß Ampex und 3M im professionellen Bereich zu den am meisten verbreiteten Hersteller gehörten, einigermaßen erstaunt. Wurden da keine Offenwickel verwendet?
Speziell in Amerika und Asien waren Offenwickel ungebräuchlich.
In europäischen Tonstudios wurden Offenwickel und Flanschspulen oft im Parallelbetrieb verwendet.

Grüße, Peter
Grüße
Peter


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