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Hallo ihr lieben,
dies ist mein erster Beitrag, also nehmt mich bitte nicht so hart ran 
Ich besitze seit vielen Jahren eine schöne Revox A77 MKIV, Baujahr 1973. Ich nutze die Bandmaschine im hauseigenen Tonstudio, um mit ihr Master-Aufnahmen zu machen. Aktuell habe ich ein Problem mit dem rechten VU-Meter (das übliche Problem mit dem auflösenden Kleber, ihr kennt das ja sicherlich). Dies war der Grund, mir die Maschine auf den Werkstatt-Tisch zu stellen und sie einmal genauer zu begutachten. Und wo sie da nun so steht, fand ich es keine schlechte Idee das Goldstück zu revidieren. Ich muss sagen, dass ich mich im Elektronik-Bereich recht gut auskenne. Ich repariere und warte meine sonstigen Studio-Geräte regelmäßig selber und bin mit den Ergebnissen auch immer recht zufrieden. Allerdings kenne ich auch meine Grenzen. Und die sind bei der Revision einer Bandmaschine quasi erreicht. Was ich mir zutraue und was auch mit Sicherheit klappt, ist der Austausch sämtlicher Bauteile (Elkos/Trimmer etc. pp). Nur habe ich aktuell einen absoluten Respekt vor dem anschließenden Einmessen der Maschine, weil ich mich schlicht und ergreifend mit diesem Thema bisher nicht ausführlich beschäftigt habe. Ich habe zwar sehr viele Artikel darüber gelesen, mir ist auch vom Prinzip her soweit klar, was da in welcher Reihenfolge gemacht werden muss, nur braucht man für ein gutes Ergebnis meiner Meinung nach auch ein gewisses Maß an Erfahrung, über das ich einfach nicht verfüge. Ich möchte die Maschine logischerweise gerne erhalten und sie noch weiter im Studio nutzen, daher möchte ich auch alles notwendige für eine erfolgreiche Revision tun. Und jetzt komme ich dann zum eigentlichen Anliegen meines ersten Beitrags:
Da mich das Thema Einmessen natürlich brennend interessiert, suche ich jemanden der meine Maschine in Zusammenarbeit mit mir einmessen kann. Ich würde vorher alle notwendigen elektronischen Bauteile tauschen und würde mich sehr darüber freuen, wenn mir jemand das Einmessen der Maschine am Beispiel meiner eigenen A77 erklären könnte.
Ich komme aus dem Münsterland und würde dafür natürlich auch eine Anreise in Kauf nehmen. Und es soll auch nicht der Schaden des Meisters sein!
Wäre sowas möglich? Wäre jemand dazu bereit?
Beste Grüße vom
Wildo
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Hallo Wildo,
ich komme aus der Nähe von Berlin und liege damit nicht geraden deinem Einzugsbereich, aber ich möchte dir sagen, das das Einmessen keine Hexerei ist. Ich hatte auch gehörigen Respekt vor dieser Maßnahme, wie sich dann herausstellte, völlig zu unrecht. Wichtig ist ein Pegelmessband mit 257 nWb/m und ein Millivoltmeter sowie ein Funktionsgenerator. Ein Oszillator macht sich auch nicht schlecht.
Es gibt diverse Anleitungen für das Einmessen und fast alle führen einem Punkt für Punkt zum Ziel. Da deine Maschine nicht aus irgendwelchen ominösen Quellen stammt, sollte es keine großen Schwierigkeiten geben.
Ich habs mit Hilfe der Forenmiitglieder auch geschafft und kenne mich mit der Analogtechnik nicht so gut aus wie du.
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Wenn dir der Weg Münsterland-Hannover nicht zu weit ist, gerne!
Kurze Frage: High Speed-Version (19/38 ) oder normal (9,5/19)? Wenn HS, welche Entzerrung (CCIR/IEC1 oder NAB)?
LG Holgi
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Alternativ hätte ich Krefeld am Niederrhein anzubieten
Grüße, Peter
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Peter
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Peter Ruhrberg,'index.php?page=Thread&postID=230802#post230802 schrieb:Alternativ hätte ich Krefeld am Niederrhein anzubieten
Grüße, Peter
... da komme ich demnächst mit meiner A77 gerne drauf zurück  ... dauert aber noch ein wenig.
Manni
3 Dreher und ca. 38 Tonbandgeräte an drei Anlagen ............
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Moppedmanni,'index.php?page=Thread&postID=230804#post230804 schrieb:dauert aber noch ein wenig. Bin nicht ungeduldig - wann immer es recht ist
Grüße, Peter
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Peter
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Ich stimme Eckhard (Egon) zu, es ist keine Hexerei. Auch ich habe es gelernt. Aber so richtig Klick hat es bei mir erst gemacht, als ich verstanden habe, dass das Tonband als ein eigenständiges 'Gerät' zu begreifen ist. Das war mir am Anfang nicht klar. Sich vorzustellen, dass eine Bandmaschine eigentlich aus zwei Geräten besteht (also auf der einen Seite aus dem Tonkopf mit der dazugehörigen Elektronik und auf der anderen aus dem Tonband mit dem dazugehörigen Antrieb) hat mir geholfen, die Einmessprozedur richtig zu begreifen. Mit der Einmessung sorgst du dann dafür, dass beide Geräte miteineder kontrolliert und für dich nachvollziehbar ‚kommunizieren‘.
LG,
Robert.
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Hallo ihr lieben,
vielen Dank für eure vielen Angebote und Hinweise. Das freut mich sehr.
Da ich des öfteren beruflich in Hannover zu tun habe, würde ich gerne auf das Angebot von Holgi zurückkommen. Allerdings wird das noch etwas dauern. Ich habe gerade die noch fehlenden Teile bestellt und muss diese erst noch verbauen bis ich und die A77 soweit sind. Würde mich dann aber bei Dir, Holgi melden wenn wir soweit startklar sind. Wäre das ok für Dich?
Bei meiner A77 MKIV handelt es sich im übrigen um die 9,5/19 Version, ist also keine HiSpeed.
Wenn ich dazu komme stelle ich heute Abend ein paar Fotos von der offenen Maschine ein.
Beste Grüße
Wildo
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Alles gut, Wildo!
Ich lebe ja hoffentlich noch ein paar Jährchen...  8)
Wenn außer den Kondis und Trimmern noch andere Teile erneuert werden müssen, dann können wir das auch noch bei mir machen. Ich habe alles da (Zählwerkriemen/Zahnriemen, Bremsfedern, Andruckrollen, Tonköpfe, Motorkondensatoren, Glühlämpchen, LDRs für die Lichtschranke, Kugellager für Einlaufführung und Motoren usw.. Eigentlich alles). Denk an die Knallfrösche, wenn du die Platinen draußen hast! Du brauchst vier Stück X2-Kondensatoren mit 470 nF, entweder 15 oder 22,5 mm Rastermaß.
Und falls du die "neue" Drehzahlregelung hast (mit 2 ICs), dann löte doch bitte statt des 270°-Trimmpotis ein "längliches" 20mm-Spindelpoti mit 10kOhm ein; die Bohrungen dafür sind schon vorhanden. Im Zweifel kann ich das auch noch tun, wenn du jetzt schon bestellt hast. Optischen Drehzahlmesser und Frequenzzähler für die Capstanmotoreinstellung habe ich.
Wenn du die Kiste auf eine ungewöhnliche Bandsorte eingemessen haben möchtest, die ich nicht habe, bitte mitbringen. Aber das können wir ja dann alles zeitnah klären.
Hast du schon mal an eine "Play-Logic" von PIEVOX (Ernst Schmid) gedacht? Ist eine feine Sache und mit etwas Sorgfalt leicht einzubauen. Die A77 reagiert dann wie eine B77 auf Tastenbefehle. Wenn du aus dem Umspulen heraus auf Play drückst, stoppt sie und startet dann. Wenn du von Umspulen auf Stopp und dann sofort auf Play drückst, gibt es keine Bandrisse oder -Beschädigungen mehr, sondern sie stoppt erst ordnungsgemäß, wartet bis das Band steht und schaltet dann erst auf Play....Den Einbau müsstest du aber selbst machen, das würde hier bei mir zu lange dauern!
Wenn das Ganze irgendwann im Februar oder März über die Bühne geht, ist es okay.
Wenn noch Detailfragen sind oder der Termin abgekaspert werden soll, bitte per E-Mail.
LG
Holgi
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hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=230877#post230877 schrieb:Ich lebe ja hoffentlich noch ein paar Jährchen... 8)
Das hoffe ich auch!
Ob mechanisch noch Teile erneuert werden müssen, weiß ich aktuell noch nicht. Ich würde das aber Deiner fachmännischen Meinung überlassen. Kannst Du Dir ja evtl. anschauen ob da noch was getauscht werden sollte/muss.
Die Knallfrösche sind schon raus und alle 4 durch passende neue ersetzt. Das war das erste was ich gemacht habe.
Das mit der Drehzahlregelung prüfe ich. Habe zwar die Trimmer schon bestellt, kann aber das Spindelpoti noch nachordern. Hast Du dafür evtl. eine Bezugsquelle?
Bandsorte wäre LPR35. Das sind die einzigen, die bei mir auf der Maschine laufen. Die wirst Du sicherlich haben. Ich kann aber auch neues Band mitbringen.
Von der Play Logic habe ich vor geraumer Zeit gelesen. Ist an sich eine feine Sache, aber ich denke ich erhalte die Maschine soweit im Originalzustand. Vor allem, weil ich bisher mit der Bedienung auch bestens klar gekommen bin. Ich warte sowieso immer ab, bis die Maschine komplett steht bevor ich eine andere "Aktion" auslöse. Aber ich behalte das mal im Hinterkopf. Danke für den guten Tipp!
Ich habe jetzt sämtliche Teile zusammen und muss nun einen freien Tag finden, an dem ich mir die Maschine komplett vornehme. Dafür braucht man ja eine gewisse Ruhe. Soll ja vernünftig werden. Sobald das abgeschlossen ist, melde ich mich bei Dir zwecks Terminfindung.
LG
Wildo
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Bei so speziellen Teilen, von denen ich nur einzelne brauche, sehe ich immer zuerst in der Bucht nach. Bei den großen Versandhändlern hat man entweder Versandkosten von 5 Euro oder einen Mindestbestellwert.
HIER sind z.B. passende Trimmer zu haben.
Gruß
Holgi
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Kleiner Einwurf von mir, etwas off toppic:
Gegen die Pievox Play-Logic spricht, dass wenn man sie hat und sich daran gewöhnt hat, keine "normale" A77 mehr bedienen kann weil man sofort Bänder zerfetzt. Gilt für fremde Geräte (Reparaturen, Freunde) oder dem eigenen Besitz mehrerer A77. Also alle nachrüsten oder keins. :-)
VG Stefan
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Da ist vielleicht was Wahres dran. Meine beiden A77 haben allerdings die Play-Logic und ich habe schon 15 Fremdmaschinen zur Überholung hier gehabt. Bisher habe ich immer daran gedacht, nach dem Spulen den Stillstand der Spulen abzuwarten.
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hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=231154#post231154 schrieb:Bisher habe ich immer daran gedacht, nach dem Spulen den Stillstand der Spulen abzuwarten.  Bei mir geschieht das schon deswegen quasi automatisch, weil ich bei diesen Maschinentypen fast immer mit dem Gegendrehmoment bremse. Schont die Bremsen und ist bei großen Wickeldurchmessern auch bandschonender. Bei kleinen Durchmessern und Doppelspielband kann das Gegendrehmoment schon mal etwas zu hart durchgreifen.
Grüße, Peter
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Peter
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Spindeltrimmer 10KOhm sind bestellt. Danke für den Link @Holgi.
Sobald ich jetzt die Zeit finde mache ich mich an den elektronischen Teil der Revision. Ich bin ja echt schon sehr gespannt, wie das Ergebnis nachher ausfällt.
Wo wir gerade beim Thema Revision sind : Hat jemand von euch schonmal eine TEAC A3340S in Revision gehabt. Ich hab meine aktuell noch in der Werkstatt stehen. Die kommt wohl als nächstes an die Reihe. Ein paar Kleinigkeiten sind schon gemacht.
Aber das wäre vielleicht etwas für einen neuen Thread. Eins nachm anderen.
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