Liebe Freunde alter Tonbandgeräte,
ich habe ein Uher Report 6000, mit Tasche, Mikro und Kabeln von einem Freund geschenkt bekommen und würde es gern wieder zum Leben erwecken. Spulen funktioniert ohne Probleme, Technik sieht gut aus.
Die 2 Riemen habe ich bereits gewechselt, obwohl sie nicht gerissen waren, Tonköpfe gereinigt, sonstige Mechanik gereinigt...
Drücke ich auf Play, hängt das Band im Tonkopf fest, drehe ich dabei die Linke Spule, läuft das Band an, aber das Band springt ein Stück nach oben aus der Führung.
Dann habe ich hier einige Beiträge gelesen, dass es eventuell am Antriebsrad liegen könnte, das Gummi sieht bis auf minimale Unebenheiten gut aus.
Aufgefallen ist mir ein loser kleiner Aluzylinder unter dem Tonkopf, finde aber keine Stelle wo er hingehört?( , gehört der überhaupt in das Gerät? Vor dem rechten Tonkopf ist ein kleines Blech, welches gegen das Band klappt, gehört da eventuell ein Filzstreifen drauf, oder ist das richtig so? Ich hoffe, dass ihr mir ein paar Tipps geben könnt, wie ich das Gerät wieder zum Laufen bringe. Danke!
Hallo und guten Abend,
okay auch ohne große Vorstellung, kommst Du gleich auf den Punkt. Daher, ich kann nicht beurteilen, was Du drauf hast, ob Du einen Schraubendreher, von einem Schraubenzieher - unterscheiden kannst. Okay = egal, fange ich mal an! Eines vorneweg, ich bin ein Praktiker und ein ganz schlechter Theoretiker, daher kann ich es sicherlich nicht so gut erklären, wie manch anderer Fachmann hier. Auch mag meine Methode, nicht dem fachlichen Werdegang entsprechen, aber sie funktioniert - zumindest für mich!
Losthighway,'index.php?page=Thread&postID=221674#post221674 schrieb:... aufgefallen ist mir ein loser kleiner Aluzylinder unter dem Tonkopf, finde aber keine Stelle wo er hingehört, gehört der überhaupt in das Gerät?
Oben am Kopfträger sollte sich kein, noch dazu loser Aluzylinder befinden, bzw. vorhanden sein.
Losthighway,'index.php?page=Thread&postID=221674#post221674 schrieb:... Vor dem rechten Tonkopf ist ein kleines Blech, welches gegen das Band klappt, gehört da eventuell ein Filzstreifen drauf, oder ist das richtig so?
Das ist richtig so, dort gehört kein Filzstreifen, oder ähnliches darauf.
Was mir bei Deinen Bildern sofort auffällt, die Spurlage scheint überhaupt nicht zu stimmen, daher läuft das Band aus dem Ruder. Es sieht auch so aus, als wenn zumindest der Löschkopf total verstellt ist. Gehe davon aus, dass auch die anderen Köpfe verstellt sind. Und nicht nur die können "verkurbelt" sein.
Als erstes die Spur Kontrollieren / einstellen, dass ist bei dieser Kiste, eine kleine Fummelei und dauert eine Weile. Am Kopfträger befindet sich rechts und links außen eine Bandführung, die ist nicht einstellbar und ab Werk vorgegeben und normalerweise fest mit dem eigentlichen Chassis verschraubt. Kontrolliere, ob die fest sitzen, denn da können sich die Befestigungsschrauben, vom Chassis her gelöst haben, dann macht der eigentliche komplette Kopfträger, eh - was er will! Am anderen Ende dieser beiden Bandführungen, wird der Kopfträger, mit jeweils einer Inbusschraube befestigt. An diesen Bandführungen, sieht man wo dort das Band laufen muss, denn an diesen Teilen ist der Durchmesser in der Breite eines Bandes geringer. Wenn Du von der linken Bandführung (obere Kante) bis zur rechten Bandführung (obere Kante), z. Bsp. eine Angelsehne spannst, siehst Du zumindest ungefähr, wo die obere Kante des Bandes, an den Köpfen und der mittleren Bandführung lang laufen sollte. Und so kann man zumindest grob beurteilen, ob die Bandführung / Kopfstellungen = total verstellt ist.
Dann die nächste Kontrolle, wenn das Band sauber die Bandführungen passiert, sollte es mittig auf der rechten Spulen aufgespult werden, das heißt zwischen dem eigentlichen Band und der Spule sollten oben und unten derselbe Spalt (Luft) sein = also mittig. Dasselbe beim rückspulen, auf der linken Spule kontrollieren. Es könnte ja sein, dass dort schon jemand die Tellerhöhe verstellt hat, durch unsachgemäßen Wechsel / Einbau derer.
Wenn das erledigt ist, geht es weiter, aber ich glaube für heute reicht es, daher mach mal und melde Dich.
Hallo und guten Morgen,
die Vorstellung habe ich vergessen und hole sie direkt nach: ich heiße Florian, bin Innenarchitekt (Baukonstruktion, Gebäudetechnik, Projektleitung) und kenne mich mit mechanischen, wie elektronischen Dingen halbwegs aus. Ich Bau meine Rechner selbst, hab ein Röhrenradio restauriert (Telefunken Caprice), habe ein Haufen analoge Objektive wieder in Stand gesetzt, neulich eine Molnija Taschenuhr repariert, baue Fahrräder neu auf usw. Ein Tonbandgerät hatte ich bisher noch nicht, hoffe aber, dass es machbar ist.
Vielen Dank für die Hilfe, werde jetzt erstmal den Tonkopf justieren und sollte es nicht laufen, Bandteller und Antriebsrad kontrollieren.
Da ich zufällig Angler bin, habe ich genug Angelschnur da.
Der Zylinder, Alu mit Durchgangsloch, einseitig eingelassene Gummidichtung kommt mir komisch vor. Könnte der eventuell an eine ganz andere Stelle gehören und ist beim Transport nur unter den Tonkopf gerutscht?
Ich vermute (und lasse mich von berufenerer Stelle gerne korrigieren) dass dieser Zylinder dieselbe Funktion hat, wie bei den mir bekannten Modellen 4000, 4400: Dort stabilisiert er die Hauptplatine und befindet sich zwischen dieser und der Platte, die auch das untere Lager der Tonwelle beherbergt.
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Ja, genau - Niels hat Recht! Das ich da nicht eher drauf gekommen bin.
Die Hauptplatine, wird auf einer Seite, durch Scharniere gehalten und andere Seite, ist eine Schraube. Wenn Du die abschraubst, dann lässt sich die Platine hochklappen. Die Schraube ist etwas länger, wie die von Dir gefundene Aluhülse. Die Schraube (beachte die Reihenfolge), wird durch die Leiterplatte gesteckt, dann durch die Aluhülse - die als Abstandhalter fungiert. Damit die Aluhülse nicht von der Schraube rutscht, ist sie durch einen dünnen Gummischlauch gesichert. Und der löst sich im Laufe der Jahre gerne auf und den kannst Du durch ein Stück Isoschlauch, bzw. Schrumpfschlauch ersetzen.
Klasse, dann ist das 1. Problem gelöst. Danke!
Kann es eventuell sein, dass das alte Bandmaterial auf Dauer ein bisschen klebrig wird und dann an den Köpfen die Reibung zu hoch ist? Teller und Köpfe sehen gut justiert aus.
Wenn das Band andreht, liegt es ordentlich in der Führung, bleibt aber stecken. Drehe ich mit der Hand an der linken Spule, springt es an den Köpfenen nach oben und das Band auf der Spule zieht sich ebenfalls nach oben. Köpfe, Anpressrad und Laufrad sind gereinigt.
Ich versuche ja gerne, die dümmstmögliche Frage zustellen. Das entkrampft das Denken und reduziert die Gefahr naheliegendes zu übersehen, da dies gerne als "selbstverständlich" nicht hinterfragt wird.
Ist das Band richtig eingelegt? Es wirkt etwas so, als sei es verschränkt eingefädelt worden, also um 180 Grad gedreht, Rückseite nach vorne.
Bänder können fies sein. So wie es auf der linken Spule aussieht, habe ich den Verdacht, dass es zumindest über Abschnitte hinweg wellig ist. Lässt das Band sich umspulen? Wie sieht es aus? Glatt?
Die BASF-Spule und die Farbe des Bandes lassen mich LP35LH oder DP26LH als Bandtyp vermuten (eventuell auch TP18LH, wenngleich dies auch nicht ganz so verbreitet war). Die Erfahrungen mit demselben Bandtyp sind nicht notwendigerweise deckungsgleich. Ich habe von den erwähnten Typen in den letzen Jahren mehrere Kilometer in die Mülltonne gehauen.Die Art und Weise wie veschiedene Bänder "sterben" ist zwar unterschiedlich, ich halte es aber durchaus für möglich, dass sich zumindest ein Teil deines Problems darin erklärt. Dass du mit der Hand die linke Spule andrehen musst, deutet für mich in diese Richtung.
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Hm, wie kann ich sehen in welche Richtung das Band muss? Läuft in beide Richtungen nicht. Beim andrehen mit der Hand gibt es einen Ruck und dann läuft es, als hätte sich eine Bremse gelöst. Die Rolle am Tonkopf habe ich ohne Band auf Play mit Wattestäbchen und Alkohol gereinigt, das hatte ordentlich Kraft, am Antrieb liegt es vermutlich nicht. Gibt es ein empfehlenswertes Band? Das BASF hat schon einigen Abrieb, ein paar Knicke und an einem Ende fällt es auseinander, war ne kleine Sauerei beim Spulen, hab aber gleich wieder alles gereinigt. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass das Band zusammenklebt und irgendwann flogen die Stücke... Der rechte Teller sitzt minimal tiefer als der linke, kann man die ohne Komplettzerlegung entfernen/justieren?
Besorge dir ein neues Tonband, dann sehen wir weiter. Deines ist offensichtlich und ohne jeden Zweifel nur noch als Luftschlange zu gebrauchen.
Quellen für Neuware:
Habe das Band von Thomann gekauft, da ich dort eh was brauchte, zum Test sollte ja auch die einfache Variante reichen.
Echt guter Tipp Niels, ich hätte sonst irgendein alten Schrott bei Ebay gekauft, Danke!
Jetzt steh ich vor dem Problem, die Spule richtig einzulegen. Ich würde die Spule rechts einlegen und auf die linke Leerspule laufen lassen. Die Beschriftung auf dem Streifen wäre damit aber falsch herum.
Muss die Spule vorher umgespult werden? Spielt das überhaut eine Rolle, solange die braune Seite zum Tonkopf zeigt?
Hallo Egon, ich glaube du hast gerade das ganze Problem gefunden.
Drücke ich auf Start (grün), wird das Band an den Tonkopf gedrückt, die linke Spule läuft dann im Uhrzeigersinn und mit einer Geschwindigkeit, die so schnell ist wie beim Spulen. Hab mir nochmal ein paar Youtubevideos angeschaut, irgendwas ist da faul.
Entweder stimmt irgendeine Einstellung nicht, oder es ist etwas an der Steuerung defekt. Eventuell bin ich auch einfach nur zu Ahnungslos und habe was verstellt.
Tapespeed 9,5, Monitor S, Cue off, DNR off, VAC/Time off, ALC off, Drehregler an der Seite senkrecht, 0 oben 9 unten.
Es leuchtet eine rote LED in der Mitte, Symbol ist eine Spule, links leer, rechts voll, kann man da was umschalten?
zuendi,'index.php?page=Thread&postID=221901#post221901 schrieb:Also wenn ich lese, was Du so schreibst, bekomme ich das Gefühl nicht aus dem Kopf - Du willst uns nur verarschen.
Sorry wenn das so angekommen ist, aber nein das ist kein Spaß, eventuell bin ich ja nur zu doof das Gerät zu bedienen.
Ich mach gleich mal ein paar Fotos. Das Teil läuft auf Start viel zu schnell und falsch rum, verglichen mit YouTube. Also entweder es ist etwas defekt, falsch verkabelt, oder ich habe etwas verpeilt.
Die linke Spule zieht so stark, dass das Band, trotz anliegender Andruckrolle nach links gezogen wird?
Und im Wiedergabebetrieb zieht die rechte Spule nicht?
Es wirkt auf mich, als sei mit der Motorsteuerung etwas im Argen.
.
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
niels,'index.php?page=Thread&postID=221929#post221929 schrieb:Frage zu Bild 2:
Die linke Spule zieht so stark, dass das Band, trotz anliegender Andruckrolle nach links gezogen wird?
Und im Wiedergabebetrieb zieht die rechte Spule nicht?
Es wirkt auf mich, als sei mit der Motorsteuerung etwas im Argen.
.
niels
Genau die linke Rolle bleibt einfach stehen und tatsächlich, der Hauptantrieb läuft in die richtige Richtung, Mist! 8|
Ich werde morgen mal auf die Suche gehen, ob eventuell etwas nachträglich an der Elektronik verpfuscht wurde.
Danke Niels! Riemen getauscht, Band gekauft, euch genervt, das wird schon wieder...:cursing:
Mach doch mal ein Video von dem ganzen seltsamen Verhalten deines Gerätes, damit man sich das mal ansehen kann.
Sowas sagt mehr als 100 Bilder oder Beschreibungen des Sachverhalts.
Florian, die Idee mit dem Video ist ganz gut.
Hast du ein Servicemanual von dem Gerät? Ich glaube auf hifiengine.com (anmelden, ist aber kostenlos) gibt es eines, eventuell auch im Downloadbereich.
Kannst du Schaltpläne lesen? Wie bist du technisch ausgestattet?
Ich meine, bei einem der Youtube-Videos zum 6000 war erwähnt, dass ein defekter Transistor die Steuerung durcheinander gebracht hat. Irgendwas in dieser Richtung vermute ich auch.
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Dr. & Niels: Das mit dem Video ist ne gute Idee.
Das Manual werde ich nachher Mal suchen. Schaltpläne kann ich nicht wirklich lesen, kenne aber die Bauteile und deren Funktion halbwegs, weiß wie sie nach Plan eingebaut werden. Hab schon viele Elektronikbausätze gelötet und Geräte repariert, Lötkolben, Multimeter und Werkzeuge sind vorhanden, ich habe zur Not auch Zugriff auf ein Elektroniklabor.
Werde Mal schauen, ob ich die Stelle mit dem Transistor finde. Ein französisches Video mit Kondensatortausch habe ich gefunden, das ist mir aber zu aufwendig wenn es nicht sein muss. Da das Gerät min. 15 Jahre nicht benutzt wurde, können schon trockene Kondensatoren dabei sein, aber dann sollte eigentlich gar nichts mehr laufen, korrigiert mich wenn ich falsch liege.
Verrat doch mal, ob die Tonwelle (Capstan) sich gegen den Uhrzeigersinn oder im Uhrzeigersinn dreht,
wieso der rechte Bandteller steht und eine schlappe Schlaufe bildet obwohl der linke Teller stark nach links zu wickeln scheint,
und (nimm's nicht übel), ob du das Band vor oder hinter der Tonwelle eingelegt hast.
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=221972#post221972 schrieb:Verrat doch mal, ob die Tonwelle (Capstan) sich gegen den Uhrzeigersinn oder im Uhrzeigersinn dreht,
wieso der rechte Bandteller steht und eine schlappe Schlaufe bildet obwohl der linke Teller stark nach links zu wickeln scheint,
und (nimm's nicht übel), ob du das Band vor oder hinter der Tonwelle eingelegt hast.
MfG Kai
@ Kai,
bauartbedingt kann man das Band eigentlich nicht verkehrt einlegen, schon gar nicht hinter der Tonwelle. Es wird schon so sein, dass das Gerät einen Fehler hat und der TE uns doch nicht veralbern will, darum entschuldige ich mich beim TE - wegen meinen Verdacht. Vielleicht hat da auch schon jemand vorher Hand angelegt und das Teil vergurkt. Egal, jetzt klärt nur noch ein Video, den Sachverhalt auf.
Ich kenne dieses Mehrmotorenlaufwerk von Uher nicht, möglich wäre schon, dass da elektronisch was im argen liegt. Bei den rein mechanischen Vorgängern, ist so ein Fehler nicht möglich.
Danke für den Hinweis Ragnar, hab mir direkt ein Kapazitätsmesser bestellt, so ein Multigerät für alle möglichen Bauteile, wollt ich eh schon länger kaufen. Das wird ein ordentlicher Spaß, alle Kondensatoren zu tauschen. Gibt es außerdem anfällige Bauteile? Kai das Band kann man nicht falsch einlegen, die Tonwelle dreht in die richtige Richtung, die Spule viel zu schnell in die falsche. Hoffe, dass vor mir niemand was verbastelt hat, wird sonst zumindest für mich unmöglich den Fehler zu finden.
Was passiert dann genau bei "Play" ?
Zieht der linke Wickelteller das Band rückwärts nach links ?
Dreht er dabei den Capstan per Gewalt falsch rum
oder schlupft das Band zwischen Capstan und ungenügend angepresster Andruckrolle nach links durch ?
Der linke Teller dreht im Uhrzeigersinn mit Spulgeschwindigkeit (ohne Spule), also zu schnell und falsch herum. Der Capstan dreht richtig herum und zieht das Band nach rechts - das Band steht. Der rechte Teller ist frei, oder dreht minimal ebenfalls im Uhrzeigersinn, es entsteht eine Schlaufe. Die Andruckrolle hat so viel Kraft, dass das Band teilweise nach oben rutscht. Ich vermute daher, dass entweder ein IC defekt, oder die Kondensatoren der Motorsteuerung hin sind. Das Gerät ist insgesamt kaum gelaufen, die Tonköpfe sehen aus wie neu, die Transporttasche und das Mikro haben kaum Gebrauchsspuren.
Ich meine mit Band:
Ist deine Beschreibung so zu verstehen, daß der Capstan nach rechts transportieren will, aber gegen den viel zu starken linken Bremszug nicht ankommt,
und außerdem der rechte Wickelteller garnicht aufwickelt ?
MfG Kai
Nachtrag: Wieso nennst du das "falsch rum" ? Der linke Teller soll bei Play etwas bremsen bzw. Gegenzug erzeugen, damit das Band an die Köpfe gepresst wird.
Genau so ist es. Ohne Band läuft der rechte Teller auf voller Geschwindigkeit im Uhrzeigersinn, das hat mit bremsen wenig zu tun. Ja, der rechte Teller wickelt nicht, daher die Schlaufe. Beim Spulen ist in beide Richtungen alles okay. Daher kann es nicht an den Motoren liegen.
Deine Antworten sind leider teilweise nicht eindeutig, teils sogar widersprüchlich.
Losthighway,'index.php?page=Thread&postID=222062#post222062 schrieb:Ohne Band läuft der rechte Teller auf voller Geschwindigkeit im Uhrzeigersinn
Hast du dich hier verschrieben und meinst stattdessen den linken Teller ?
Das Naheliegendste sind natürlich nicht die Motore sondern die Motorsteuerung, die links auf Rückspulen statt Bremsen schaltet und rechts den Motor wohl stromlos macht.
Du hast Recht, sorry der linke Teller läuft im Uhrzeigersinn, der rechte nicht oder kaum. Daher kommen jetzt erstmal die Kondensatoren neu, werde da auch nur Panasonic oder vergleichbar nehmen. Entweder ganz oder gar nicht. Sollte es danach nicht funktionieren, freut (oder ärgert) sich hier eventuell hier jemand damit.
Wie reagieren die Wickelteller/motore auf die Bandzugsregelungsrolle ?
Diese Frage bezieht sich auf Service Hinweis (2) und Hinweis (13) "Justage des Komparators" auf Seite 5 des Service Manuals.
MfG Kai
Nachtrag1: s.o. fette Ergänzung
Nachtrag2: Frage an die Uher Experten: In dem Schaltbild des "Service Manuals" sind etliche Trim-Potis zu sehen, deren Einstellung nirgends im Text erläutert wird. Gibt es ein weiteres Service-Manual für ?internen Gebrauch? , in dem deren Justage beschrieben wird ?
Die Wickelmotore werden über die Schaltung mit T64 bis T70 gesteuert.
T64 ist vermutlich der Sensor des "Komparators" bzw. der Bandzugsregelungsrolle.
Dessen Signal wird bei "Schnellem Vorlauf" und "Schnellem Rücklauf" über Dioden aus der Steuerlogik durch High bzw. Low Pegel vor R173, dem Vorwiderstand der die Motore steuernden Halbbrücke ersetzt.
Ich würde mal in den drei Betriebsarten Play/Start, Vorlauf, Rücklauf die Spannungen am Kollektor von T64 und am Eingang von R173 (Verbindungsknoten von R173 , R174 , R175 und den Dioden D70 & D82) messen, außerdem die Spannung am Emitter von T66 bzw T67.
Low am Eingang von R173 dürfte für "Schnellen Rücklauf" zuständig sein.
Besten Dank Kai, das hilft mir erstmal weiter!
Werde alle Bauteile, die in Frage kommen könnten zu den Kondensatoren mitbestellen und dann alle einzeln durchmessen und ggf. tauschen.
Losthighway,'index.php?page=Thread&postID=222049#post222049 schrieb:Danke für den Hinweis Ragnar, hab mir direkt ein Kapazitätsmesser bestellt, so ein Multigerät für alle möglichen Bauteile, wollt ich eh schon länger kaufen. Das wird ein ordentlicher Spaß, alle Kondensatoren zu tauschen.
Kapazitätsmessung ist nur bedingt aussagekräftig, die erwischt z.B. einen viel zu hohen ESR nicht. Der ist pikanterweise noch dazu frequenzabhängig, kann also nur brauchbar gemessen werden wenn man das anliegende Signal kennt und annähernd bei dessen Frequenz messen kann. Daher schmeiße ich bei bestimmten Typen, ganz besonders von den Herstellern Frako und Roederstein (manchmal mit dem Logo ERO versehen) alles raus. Roederstein waren oft rot oder orange, Frako gelb oder gold. Vor allem bei Revox gibt es auch noch Frako in weißem Kunststoffgehäuse ("Schiffchen"), die sind genauso kaputt.
Und ja, da ist einiges zu erledigen... mein 4000-L ist auch randvoll mit Frakos und im Bereich Spannungsversorgung hat mit Sicherheit was das Zeitliche gesegnet - die Spannung liegt nur bei 5-6 V wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Jedenfalls so schlimm, dass der Motor nur unwillig anläuft und die Instrumentenbeleuchtung sehr schummrig ist.