Uher Report 4400IC , sehr leise Aufnahme
#1
Hallo zusammen,
habe schon einige Geräte auf der Werkbank gehabt, dieses macht mich jedoch ratlos.
Die Aufnahme ist viel zu leise.

Die Tonköpfe sind fast neu,

[attachment=17989]

die Wiedergabe von einem Testband ist von 1 kHz bis 16 kHz einwandfrei, die Aufnahme ist jedoch viel zu leise.
Alles wurde nach den Uher Vorgaben eingestellt, es löscht perfekt, d.H. dass der Tonkopf auch die HF Spannung bekommt, das Signal bis zu dem HF-Sperrkreis ist auch vorhanden,
siehe Bild 1,


[attachment=17990]


es kann nicht höher ausgesteuert werden, es ist schon kurz vor dem Verzerren.

Bei allen anderen Geräten wurde auch das Testband genutzt welches mit einem AKAI GX 635D aufgenommen wurde, wenn der Tonkopf mit diesem Band eingestellt wurde, waren auch die Aufnahmen in Ordnung.

Was ist da faul, oder was habe ich übersehen?

Dank im Voraus,
Peter
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#2
Hallo Peter,

deine Beschreibung reicht nicht aus, um daraus auf die Fehlerursache zu schießen.

Dein mit Akai aufgenommenes Band hat mit der Aufnahmefunktion des Uher nichts zu tun.

Welchen Zustand beschreibt dein Bild ?
Bei Aufnahme muß auf der linken Seite des Sperrkreises viel HF vorhanden sein, nämlich die hohe HF-Bias-Spannung.
Der Sperrkreis soll die HF von der rechten Seite "fernhalten".
Das Audio-Signal muß auch am Tonkopf ankommen, es reicht nicht, rechts am Sperrkreis noch zu sehen zu sein.
Hast du die Schalter mal überprüft, die noch zwischen dieser Stelle in der Schaltung und den Tonkopfwicklungen liegen ?

MfG Kai
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#3
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=212216#post212216 schrieb:Hast du die Schalter mal überprüft, die noch zwischen dieser Stelle in der Schaltung und den Tonkopfwicklungen liegen ?
Das sind nur diese langen Schaltschieber auf der Hauptplatine, die für die A/W-Umschaltung zuständig sind. Die sind ja häufig vergriesgnaddelt... Btw: diesen Tonkopf als "fast neu" zu bezeichnen halte ich doch für recht großzügig, was die Auslegung des Wortes "neu" betrifft. Der hat mindestens ein paar hundert Betriebsstunden auf dem Spiegel! Huh
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#4
Guten Morgen Kai,
kaimex,'index.php?page=Thread&postID=212216#post212216 schrieb:Dein mit Akai aufgenommenes Band hat mit der Aufnahmefunktion des Uher nichts zu tun.
das haben die gekauften Testbänder auch nicht, um den Tonkopf zu justieren ist so ein Band aber hilfreich und bevor man anfängt sollte der Kopf ja in etwa ausgerichtet sein.
Ob die Wiedergabe in Ordnung ist wurde damit ja auch zunächst geprüft.

kaimex,'index.php?page=Thread&postID=212216#post212216 schrieb:Bei Aufnahme muß auf der linken Seite des Sperrkreises viel HF vorhanden sein, nämlich die hohe HF-Bias-Spannung
hier kann ich nicht ganz zustimmen, je mehr HF am Sperrkreis links, um so weniger Spannung am Tonkopf, also auch geringerer Bias-Strom. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, das man dort das Minimum einstellen soll, klingt für mich auch logisch, Absatz zuvor. Der Bias Strom wird doch mit den Kondensatoren C1, C4 eingestellt.

Die Schalter scheinen in Ordnung, die Vormagnetisierungsspannung, also das 100 kHz "HF-Signal" , wird am Tonkopf durch das NF-Signal 1 kHz moduliert, allerdings finde ich keine Angaben darüber wie hoch
die Modulation sein sollte, grob geschätzt am Oszilloskope sind das weniger als 5 %.

Gruß
Peter
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#5
pkm,'index.php?page=Thread&postID=212231#post212231 schrieb:je mehr HF am Sperrkreis links, um so weniger Spannung am Tonkopf

??? Die "linke Seite" des Sperrkreises ist doch "der Kopf".

Normalerweise sieht man bei Aufnahme bei direkter Messung am Kopf so gut wie gar keine NF, die würde man nur bei Spannungsmessung über einen Niederohmigen Widerstand in Reihe zum Kopf deutlich erkennen.
Wie hoch ist die HF Spannung an deinem Aufnahmekopf?

Gruß Ulrich
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#6
Hallo Peter,

Ulrich ist mir gerade zuvorgekommen bezüglich linker Anschluß des Sperrkreises und Tonkopf.
Die sind während Aufnahme zusammengeschaltet.

Das mit dem "Minimum einstellen" hast du entweder mißverstanden oder falsch in Erinnerung. Da geht es nicht um den HF-Pegel selbst, sondern allenfalls darum (ist eine von mehreren Optimierungsmöglichkeiten des Einmessens), über den HF-Pegel den NF-Klirrfaktor auf Minimum einzustellen.

Die HF-Spannung liegt in der (zB) Größenordnung 60 V, die NF-Spannung bei allenfalls einigen Volt. Moduliert wird da auch nix, die werden nur linear überlagert (addiert).

MfG Kai
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#7
Ich gehe mal davon aus, das der Sperrkreis derart "verkurbelt" ist das nun die HF zu stark belastet und viel zu niedrig ist.
Daher kann man nun auch die NF am Kopf recht deutlich erkennen.

Gruß Ulrich
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#8
Hallo Peter,

mir ist gerade nochwas eingefallen, was du vermutlich falsch eingeordnet hast:
Wenn da von "Minimieren des HF-Pegels" die Rede ist, ist der Pegel auf der rechten Seite des Sperrkreises gemeint, die mit dem Ausgang des Aufnahme-Verstärkers verbunden ist. Da geht es um den Abgleich des Sperrkreises auf die HF-Frequenz, damit die Sperrwirkung maximal wird.

MfG Kai
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#9
mehrere Stunden hab ich erfolglos damit verbracht, Bauteile zu prüfen, auszutauschen, messen, einstellen, Aufnahme, Wiedergabe usw.

Heute früh kam mir dann erst die Idee mal ein anderes Band zu benutzen, ein Video Band, was ich mit einer Splitmaschine aus VHS Cassetten geschnitten habe und auf welches ich auch verschiedene Testfrequenzen mit der AKAI aufgenommen hatte.

Jetzt die große Überraschung, 25 Khz werden bei 19 cm/s aufgenomme und sehr stark wieder gegeben.

Dazu muss man sagen, das die Video Bänder einen ernormen Frequenzgang haben und super glatt sind. Das sind aber auch schon die einzigen Vorteile, sie sind extrem dünn und in den unteren Frequenzen nicht sehr toll, sodass sie ausser zu Testzwecken nicht für die Uher Geräte geeignet sind, die Frequenzanhebung bei 4,7 cm/s und 2,4 cm/s ist dafür zu stark.

Warum ich so spät erst ein anderes Band genommen habe, das erste Testband wurde mit dem AKAI GX635D aufgenommen. Bei der Hinterband Kontrolle ist mit bei allen Frequenzen nichts aufgefallen um das Band nicht zu nutzen. Leider weiß ich das Bandmaterial nicht mehr, es ist vermutlich ein Maxell gewesen, von den 26 cm Spulen geschnitten, fest steht jedenfalls nun, dass die Uher Geräte noch lange nicht jedes Band brauchbar magnetisieren können, das AKAI schein da viel weniger sensibel zu sein.

Hier noch ein paar Bilder,,

der Bandsplitter,

[attachment=18003]

20 kHz Aufnahme mit 100mV pro Skalenteil

[attachment=18004]


20 kHz Wiedergabe mit 1 V pro Skalenteil

[attachment=18005]

Lautstärke Regler nicht verändert.



jetzt wird noch ordentlich auf ein BASF 26 eingemessen und dann ist wohl mal Schluss mit dieser Kiste, man lernt nicht nur nie aus, sondern manchmal auch sehr schwer.


Ich will noch schnell auf die Antworten reagieren, die ich soeben erst gelesen habe,

uk64,'index.php?page=Thread&postID=212267#post212267 schrieb:??? Die "linke Seite" des Sperrkreises ist doch "der Kopf".
der Sperrkreis ist das kalte Ende vom Tonkopf, würde da nicht die NF eingespeist, läge der dort an Masse.

hier die Uher Angaben zum Sperrkreis,


[attachment=18006]


kaimex,'index.php?page=Thread&postID=212268#post212268 schrieb:Die HF-Spannung liegt in der (zB) Größenordnung 60 V, die NF-Spannung bei allenfalls einigen Volt. Moduliert wird da auch nix, die werden nur linear überlagert (addiert)
das ist richtigt, es werden Ströme überlagert was man allerdings messen kann, weil der HF-Strom durch den NF-Strom verändert wird

Falls ich was oder wen vergessen habe, melde ich mich noch mal.

Schönen Abend noch,

Peter
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#10
pkm,'index.php?page=Thread&postID=212274#post212274 schrieb:der Sperrkreis ist das kalte Ende vom Tonkopf, würde da nicht die NF eingespeist, läge der dort an Masse.

Nein, das ist das "heiße" Ende des Tonkopfes. Das kalte Ende liegt doch auf Masse.

   

Man muss natürlich die Schalter (AW Schieber) richtig zuordnen.

Gruß Ulrich
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#11
Peter,
die Passage über "Minimum einstellen" in deiner Kopie aus den Uher Unterlagen, ist genau das, was ich im Beitrag #8 versucht habe zu erklären: es geht um die HF-Spannung an der rechten Seite des Sperrkreises.
Auf der linken Seite sind demnach 19 bzw 15V (100 x 190 bzw 150 mV) einzustellen (die von mir genannten 60 V gibt es bei anderen Geräten).

MfG Kai
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#12
uk64,'index.php?page=Thread&postID=212278#post212278 schrieb:Nein, das ist das "heiße" Ende des Tonkopfes. Das kalte Ende liegt doch auf Masse.
uk64,'index.php?page=Thread&postID=212278#post212278 schrieb:
pkm,'index.php?page=Thread&postID=212274#post212274 schrieb:der Sperrkreis ist das kalte Ende vom Tonkopf, würde da nicht die NF eingespeist, läge der dort an Masse.

Nein, das ist das "heiße" Ende des Tonkopfes. Das kalte Ende liegt doch auf Masse.

[attachment=18008]

Man muss natürlich die Schalter (AW Schieber) richtig zuordnen.

Gruß Ulrich
Ja, da hab ich zu weit gedacht, ich meinte natürlich das auf der rechten Seite so wenig HF wie möglich ankommen soll und das der Sperrkreis so tut, als wenn für die HF dort Masse ist, was sollte sonst ein Sperrkreis, die Messpunkte liegen ja auch klar rechts davon, sorry für das Durcheinander,, ich hatte ja geschrieben, würde da nicht die NF eingespeist, rechte Seite, könnte dort die Masse sein, HF mäßig ist sie es ja auch.
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