Nordmende Titan
#1
Hallo,
Ein Freund von mir hat mir gebeten seine alte Magnetophon Nordmende Titan zu reparieren. Es hat drei direkt drive Motoren (keine Riemen außer die Zähler) und macht ein solide Eindruck. Leider hat er der Zink Pest bei der Andrucksplatte, aber dieser Problem möchte ich später angehen. Symptome waren kein Ton obwohl die Motoren gelaufen sind. Ich habe fast alle Kondensatoren ausgetauscht (teilwiese ausgerunnene papier/tar elkos) außer die große Becher-Elkos, (50+50+50uf, 3x 4uf), die laut Messung okay sind. Ich habe auch die zwei Selen Gleichrichter mit Dioden-Brücken getauscht, so wie die zwei ecc81, die ef86 und ecl82 Röhren gewechselt, ein par resistoren, und den Tonkopf de-magnetisiert. Jetzt funktioniert es halbwegs, aber es brummt noch sehr stark und die Wiedergabe ist schwach. Die Brummen ist abhängig von körperliche Nähe an gewissen Bauteile, und ist fast weg wann man es berührt. Erdung hilft aber ich habe mich gefragt warum es noch brummt überhaupt, oder war das normal damals? Am stärksten brummt es bei die Relais hinter die Tonkopf (wann man mit der hand in der näne ist). Auch die EM840 magic eye funktioniert beim Aufnahme aber nicht bei Wiedergabe. Das ich keine Bedienungsanleitung habe aber nur ein einfache Schematic kann ich nicht sagen mit sicherheit ab das normal ist oder ein Fehlfunktion. Irgenwelche tips von die Experten?
MfG,
Lucas
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#2
Hallo Lucas,

wenn es in der Nähe des Tonkopfes stark brummt, würde ich mal prüfen, ob die Tonkopf-Spule überhaupt noch einseitig an Masse angeschlossen ist. Wenn das Brummen bei Annähern der Finger an die Tonkopf-Leitung stark zunimmt, ist das ein Indiz dafür, daß die Masse-Verbindung fehlt.

MfG Kai
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#3
Hallo Kai,
Nein das Brummen ist nicht beim TonKopf merkbar wenn man mit die Finger annähert, sondern bei der Relais hinter der Tonkopf oder auch links von Relais wo ein kleine drehbare (Kondensator?) liegt. Auch bei den EF86 wird laut aber ich glaube das ist normal weil ziemlich viele extra Abschirmung dort gibt.
MfG.
Lucas
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#4
Hallo Lucas,

die Abschirmung dient eigentlich dazu, die kapazitive Einkopplung von Brummstörungen über den Körper ins Gerät zu verhindern. Das tut sie aber nur, wenn sie "geerdet" ist, also am Masse/Null-Potential des Geräts angeschlossen ist.
Wenn sie geerdet ist, aber trotzdem das Brummen zunimmt, wenn du in ihre Nähe kommst, muß es einen anderen Grund / Weg des Brumms ins Gerät geben.
Gibt es die Schaltung des Gerätes irgendwo im Internet ?
Ich habe sie nicht gefunden, auch nicht im Download-Bereich des Forums.
Kannst du dem Forum eine Kopie der Schaltumg (schematic) zur Verfügung stellen ?

MfG Kai
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#5
Hallo Kai,
Das Gerät hat keine Erdungsleitung an sich. Ich habe improvisatorisch ein Erdungsleitung montiert und das Brummen ist dann fast weg. Meine frage war aber, dass es von original Konstruktion hier keine Erdungsleitung gegeben hat, muss es auch so funktionieren ohne Brummen. Oder?
MfG
Lucas
P.s. Schematic kann man downloaden von radiomuseum.org (muss kein Mitglied sein, 3 Seiten pro Tag sind erlaubt)
Ich kann auch was ich habe uploaden aber ich fürchte die Qualität wird Leiden.
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#6
Normalerweise hat das Metall-Chassis solcher Geräte die "Masse"-Funktion. Das wird dadurch erreicht, daß bei Röhrengeräten der negative Anschluß der Anodenspannung und ein Anschluß der Heizspannung (oder ein symmetrierter Mitten-Anschluß der Heizung) mit dem Chassis verbunden wird. Vielleicht fehlt diese Verbindung.

Ich habe gesehen, daß das Radiomuseum die Schaltung hat. Das war mir aber zu mühsam, weil ich nicht wußte, um wieviele Seiten es sich handelt und ob die Schaltung in kleine Teile zerschnitten ist. Außerdem finde ich es nicht nett, daß man da sozusagen einen Antrag auf Zusendung per EMail stellen muß.

MfG Kai
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#7
Analogman,'index.php?page=Thread&postID=203429#post203429 schrieb:Auch die EM840 magic eye funktioniert beim Aufnahme aber nicht bei Wiedergabe. Das ich keine Bedienungsanleitung habe aber nur ein einfache Schematic kann ich nicht sagen mit sicherheit ab das normal ist oder ein Fehlfunktion.
Das ist sehr wahrscheinlich normal so.
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#8
Danke Kai, ich werde alles wieder zusammen bauen und schauen ab es mit die gegebene Abschirmung weniger brummt. Zusätzlich kann ich immer ein Erdungsleitung machen. Die Download von radiomuseum via email ist schmerzlos und viel einfacher als hier ein schlechtes Upload zu machen. Ich schaffe es nicht mit meine ipad. Finde auch keine Upload Button oder attach file Möglichkeit. Fröhe Feiertage Wunsch ich alle und ich werde berichten über meine fortschritten nächste Woche.
MfG
Lucas
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#9
Also, ich habe alles wieder zusammen gebaut, Schirmung und metal Deckel wieder drauf, und das Brummen ist viel viel besser. Das Wiedergabe ist immer noch sehr schwach, voll aufgedreht ist wie ein normale leisere Lautstärke. Bass Poti funktioniert nicht wirklich und brummt etwas wenn aufgedreht. Ohne Deckel habe ich das Bauteil lokalisiert dass am meisten brummt wenn Mann es mit die Finger annähert. Es ist C10, ein drehbare Kondensator mit die Werte von 10-60 pf., und sitzt zwischen der Tonkopf und V31 (wahrscheinlich ein Isolationtransformer?), kurz vor der erste ECC81. Auch ein 2uf Elko liegt in nähe aber messt okay.
Ich habe ein Aufnahmetest gemacht mit ein Mikro. Signal ist stark, EM840 magic eye zeigt ein signal und es kommt durch der Lautsprecher laut und deutlich. Komische weise funktioniert der Bass Poti sehr gut und brummt nicht. Aber wann ich das Band zurückspielte war nichts oben. Bedeutet das es die vorherige Aufnahme gelöscht hat aber nicht aufgenommen hat außer ein ganz leiserer stimme die kaum wahrnehmbar ist. Ich vermute das etwas mit die Tonkopf oder die Bauteile rum um die ECC 81 nicht stimmt. Bei mir ist die Andrucksplatte etwas kaputt wegen die Zinkpest und ich glaube das ein Filzpad oder so etwas endliches fehlt die normalerweise auf der Rückseite des Bandes drucken wird. Impovisorisch habe ich ein Filz dazu getan aber aufgenommen war trotzdem nichts
Also, was glaubt ihr?
Ich lade jetzt hier ein Schematic hoch, aber wegen schlechtes Qualität emphele ich es zu downloaden von radiomuseum.org
MfG,
Lucas


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#10
Hallo Lucas,

hast du in der Rubrik "Tests und Vorstellungen" den Thread "Bremer Spulen-Götter..." gesehen ?
Da wird von einem Kenner des Gerâtes das Nordmende Titan und seine Geschichte beschrieben. Es wird auch ein zweiter Forianer genannt, der sich mit dem Gerät gut auskennt.
Der Drehkondensator, von dem du schreibst, dient sicher dazu, die HF-Vormagnetisierung bei Aufnahme einzustellen. Wenn die fehlt, funktioniert Aufnahme nicht richtig. Allenfalls ganz laute Audio-Signale kommen leise und verzerrt aufs Band und zurück. Vielleicht funktioniert der HF-Oszillator auch garnicht mehr.

MfG Kai
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#11
Danke Kai für die Infos.
Weiß jemand wie ich das feststellen kann? Bzw. einstellen? Oder überhaupt was ich dort messen soll? Der Keramik Trimmer (C10) lässt sich noch drehen und hat ein Wert von 17 bis 84 pf. außerhalb der Schaltkreis. Der Luft-magnet Oscillator (V31) kurz davor ist auch einstellbar. Ich wäre sehr dankbar wenn jemand mir sagen konnte wie ich vorgehen soll, bzw. sag mir woh ich messen soll und ich melde mich zurück mit die gefundene Werte.
MfG
Lucas


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#12
Hallo Lucas,

wenn das Gerät eine frühere Aufnahme gelöscht hat, dann funktioniert der Oszillator auch einigermaßen.
Zu deiner früheren Frage nach dem "Magischen Auge": das zeigt nur bei Aufnahme an, wie man an den Schaltkontakten a1/a2/a3 sehen kann. Nur bei Aufnahme wird dessen Eingang (an a3) mit dem Ausgang des Aufnahme-Verstärkers (an a2) verbunden.
Darüber kommt dann auch das Aufnahme-Signal an den Kombikopf und zwar über C36 , R39 und die Schaltkontakte b2-b3. (36 und 39 ist etwas geraten wegen der ungenügenden Auflösung des Schaltbildes).
Wenn R39 zu hoch-ohmig geworden wäre oder der Kontakt b2-b3 nicht richtig funktioniert, geht zu wenig Audio-Strom in den Kombikopf.
Wenn Anschluß A des Tonkopfes nicht mindestens über den Schirm der abgeschirmten Leitungen (vom Aufnahme-Verstärker, bzw zum Schalterkontakt a7/a8 und zum Gitter der EF86) mit der Masse (Null-Potential) des Gerätes verbunden ist, funktioniert es auch nicht. Wenn a7-a8 nicht richtig Kontakt macht, bleibt Wiedergabe immer leise, auch bei alten Aufnahmen.
Tritt das Problem nur bei Neu-Aufnahmen auf oder auch bei Wiedergabe alter Aufnahmen ?
Eine Brumm-Zunahme bei Anfassen vom unteren Ende (im Schaltbild) von C10 ist normal, weil das offenbar mit einer Anzapfung des Kombikopfes verbunden ist (Anschluß B).
Experte für das Gerät ist, wie du am genannten Thread sehen kannst, "Matthias M".

MfG Kai
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#13
Danke vielmals für die info Kai,
R39 ist in meine Maschine, zwei Widerstände in series, ein 56 Ohm und ein 27 Ohm, zusammen messen die 83 Ohm. Ist das zu hoch? Ich weise nicht warum die zwei statt einer 82 Ohm Widerstand verwendet haben, es gibt 82 Ohm wo anders in die Maschine. Alle Kontakte funktionieren wie sie sollen. Ich werde als nächste die Tonkopf gründlicher anschauen. Beim messen ist mir was seltsames passiert. Ich habe mit ein Mikro ein aufnahmetest gemacht und gleichzeitig mit ein Oscilloscope bei C10 versucht die signal zu checken. Signal war laut und deutlich durch die Lautsprecher und Oscilloscope. Während ich die Mikro hältetete bin ich kurz am Masse des Oscilloscope Kabel angekommen und habe ich ein Strömschlag bekommen (nichts schlimmes). Danach habe ich mit ein Multimeter zwischen die Erdleitung von Haus und die Gehäuse von Machine gemessen und 84v AC gemessen beim Leerlauf, 75 v beim gedruckte Spieltaste. Ich habe dann die Erdleitung direkt am Gehäuse befestigt und erwartete ein durchgebrannte Sicherung, aber es ist nichts passiert.
Na ja, auf jeden fall muss man extrem vorsichtig sein bei so eine Geräte, und die ein Hand Regel ist immer gut.
Matthias M habe ich versucht zu erreichen durch pm aber bis jetzt nichts gehört.
MfG
Lucas
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#14
Hallo Lucas,

als richtigen Wert von R39 würde ich eher 82 kOhm vermuten. Leider ist das im Schaltbild nicht sicher zu erkennen.

Zwischen den Wicklungen eines Netz-Trafos gibt es auch immer "Streu"-Kapazitäten. Die sind besonders groß zwischen der Anodenspannungswicklung und der Primärwicklung wegen der großen Windungszahl. Im Trafo ist deshalb ein zu erdender Schirm vorgesehen (der lange Strich zwischen Prmärwicklung und allen Sekundärwicklungen mit Erdungsquerstrich am oberen Ende). Wenn der nicht geerdet ist und die Geräte-Mase auch nicht über die Eingangskabel irgendwo geerdet ist, können undefinierte Spannungen auftreten, so wie von dir gemessen. Wenn die Stromversorgungsleitungen in deiner Wohnung geerdete Schutzkontakte haben, solltest du das Chassis da anschließen.
Beim Hantieren in geöffneten und am Netz angeschlossenen Röhrengeräten ist das Anziehen von Haushalts-Gummihandschuhen besser als eine Lebensversicherung. Bei Messungen, die bei nicht eingeschaltetem Gerät erfolgen können, ist es immer sicherer, den Netzstecker aus der Steckdose zu ziehen.

MfG Kai
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#15
Gerade mit dem Oszi würde ich ehrlich gesagt nichts ohne Trenntrafo für den Prüfling tun wollen - soweit ich weiß kann man sich durchaus das Oszilloskop zerschießen wenn man ohne arbeitet.
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#16
Also,
Ich habe mit Matthias M kurz geschrieben. Er hat leider auch keiner Serviceanleitung und weist nicht welche Werte eingestellt werden soll. Zusätzlich steht er immer noch mit das Zink Pest Andrucksplatte Problem noch wie vor in Dunkeln. Ich habe durch 'probieren' folgendes herausgefunden.
C10 hat Auswirkungen auf die Playback Pegel. Höhere Wert ist lauter. Kleinere Wert ist leiser.
R40 hat Auswirkungen auf die Aufnahme Pegel merkbar durch die magische Auge.
Mit V31 habe ich noch nicht herumgefummelt.
Leider ist bei mir immer noch das Problem das alte Aufnahmen spielen aber neue Aufnahmen sind zu schwach und kaum wahrnehmbar beim Playback obwohl beim aufnähmen die signal laut und deutlich zu hören ist über die Lautsprecher und sichtbar ist durch die magische Auge. Weitere Erkenntnisse werde ich wieder hier posten wann es was neues gibt.
Falls irgendjemand ein Serviceanleitung hat bitte nachschauen oder melden!
MfG
Lucas
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#17
Ich wollte noch ein mögliche Symptom erwähnen. Beim schnelle Vorlauf oder Rücklauf wiedergibt der Tonkopf ein lautes wirr von Ton die nur von Magnetband kommen kann obwohl es keine Kontakt mit der Tonkopf hat weil de Andrucksplatte zurück gezogen ist. Vielleicht kommt es von die Loschkopf ? Muss mal nähere anschauen......
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#18
Hallo Lucas,

du solltest erst mal R39 durch 82kOhm ersetzen. 82 Ohm ist falsch. Es kommen nur 8.2 oder 82 kOhm in Frage.
Bei 82 Ohm kommt wegen C37 zu wenig von der über C10 eingekoppelten HF-Vormagnetisierung am Kombikopf an.
Bei 82 kOhm kommt wird die HF-Spannung am Kopf viel größer. Die ist anscheinend durch die falsche Bestückung viel zu klein.
R40 ändert nicht den Aufnahme-Pegel sondern nur die Anzeige des magischen Auges.

Wo ist V31 im Schaltbild ? Ich finde nur V27 und V28.

Die Töne bei schnellem Vor- und Rücklauf kommen eigentlich immer vom Wiedergabekopf bzw Kombikopf. Das ist bei der hohen Geschwindigkeit auch ohne Andrücken des Bandes normal, wenn der Kopf oder ein Punkt im Signalweg des Verstärker's nicht kurzgeschlossen wird.

MfG Kai
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#19
Okay Kai, mach ich!
V31 ist zwischen C10 und die Ecc81 (oscillator) und ist ein Luftmagnet transformer.
MfG
Lucas
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#20
Ach so !
Ich hab nur die großen Beschriftungen mit V27 und V28 wahrgenommen und deshalb nach einem weiteren Schaltsatz mit der Bezeichnung V31 gesucht.
Transformatoren werden sonst meist mit Txx oder Trxx bezeichnet.
Den solltest du nicht anfassen oder verstellen, bevor nicht das Verhalten mit dem richtigem Wert für R39 geprüft ist.
Sonst wird es nachher viel "schlimmer", das Gerät richtig einzustellen.

MfG Kai
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#21
Also, Ich muss mich erst entschuldigen wegen ein falsch getippte Wert von R39. In Schematic steht 82K Ohm nicht 82 Ohm. In meine Maschine waren 2 Widerstände in series, ( 56K + 27K), zusammen mit ein Wert von 83K Ohm. Ich habe die gewechselt für eine 82K Ohm widerstand. Der Resultat war etwas besser aber nicht viel.
Als nächste habe ich die Tonkopf neu gelötet und die Kabeln abgeschirmt mit Teso-band. Eureka!!
Aufnahme funktioniert wieder! Ich glaube eine Kabel hat ein Kurzschluss mit ein andere gemacht und die Aufnahme signal geerdet. Allerdings klingt die Aufnahme sehr verzert, und es gehört adjustiert. Wie weiss ich nicht.
MfG
Lucas
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#22
Hallo,

es liegt vermutlich an zu niedrigem HF-Bias.

Lies mal diese Erläuterungen:
http://www.theimann.com/Analog/Misc_Tech/Einmessen/
http://hyperphysics.phy-astr.gsu.edu/hba.../bias.html
http://www.aes.org/aeshc/docs/3mtape/sou...lkv1n2.pdf

MfG Kai
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