Was ist Sendust?
#1
Manche Hersteller verweisen darauf,daß in ihre Geräte ein Tonkopf aus
"SENDUST" eingebaut sei: Welche Bewandnis hat es mit diesem Material?
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#2
Und ergänzend das 'Alloy'...!
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#3
"Alloy" heist eigentlich, ganz allgemein, Legierung. Es ist also ein nichtssagender Oberbegriff, der evtl. für eine ganz bestimmte Legierung zweckentfremdet wurde.

Permaloy = Legierung mit bestimmten Permeabilitätseigenschaften?
Hasteloy = sind m. W. Legierungen mit hoher Rost-Säure-Temperaturbeständigkeit.

Zu Sendust habe ich das hier gefunden:

http://www.cwsbytemark.com/mfg/sendust.php

Kennzeichnend scheint zu sein, daß die hier beschriebenen Sendust-(Spulen?)Kerne aus Pulver (entspr.: dust) gepresst bzw. gesintert werden. Inwieweit dies auch für Tonköpfe gilt, weiss ich nicht.
Michael(F)
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#4
´
Diese Sendust- Köpfe sind eine Art der Ferrit- Köpfe. Sie wurden entwickelt, um die Haltbarkeit zu verbessern. Sendust wird nicht nur für Tonköpfe verwendet, sondern auch für allerhand andere Spulen, z. B. in Drosseln.

Löschköpfe sind recht häufig Ferritköpfe.


Frank ( darklab )
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
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#5
Sendust ist eine Legierung aus Eisen (84,5%), Silizium (9,7%) und Aluminium (5,8%) und bereits seit dem Jahre 1932 bekannt, als Professor H.Masumoto, einer der bekanntesten japanischen Metallurgen, dieses Material in natürlicher Form in der Nähe des japanischen Ortes Sen (daher der Name Sendust: Sen - Staub) entdeckte. Seither ist Sendust berühmt wegen der hervorragenden magnetischen Eigenschaften und ebenso berüchtigt wegen der Sprödigkeit, die das Metall als nahezu unverarbeitbar erscheinen ließ, so daß es bisher vorwiegend als Füllmaterial für Spulen verwendung fand.
Erst später versuchten sich einige Hersteller an der Verarbeitung dieses Materials für Magnetköpfe,wobei zumeist die Sprödigkeit der Legierung durch Zugabe von "Weichmachern", wie Yttrium, Cerium, Titanium oder Zirconium, herabgesetzt wurde.
Diese Zusätze bewirken jedoch eine überproportionale Verschlechterung der magnetischen Eigenschaften, wenngleich gegenüber herkömmlichen Materialien, wie superhartem Permalloy oder heiß gepresstem Ferrit, immer noch Vorteile festzustellen sind.
Mit derVakuum-Schleuderguß-Technik, die schon zum Herstellen von Beryllium-Kalotten erprobt und vervollkommnet worden war, gelang es der japanischen Firma Yamaha erstmals, Sendust mit einer Reinheit von 99,999999% herzustellen und damit die magnetischen Eigenschaften des Materials nutzbar zu machen. Ein weiteres Problem waren jedoch die verschiedenartigen Härtegrade von Sendust und Permalloy, in welches normalerweise der Kern eingebettet wird (Sendust ist härter), sodaß ein ungleichmäßiger Abrieb und damit ungenaue Bandführung die Folge wären (das Problem tritt auch bei Ferritkernen auf). Dies wird jedoch durch Oberflächenvergütung des gesamten Tonkopfes verhindert, wobei wiederum im Hochvakuum molekularisiertes, ionisiertes Sendustplasma auf den Tonkopf gedampft wird - ein Verfahren, das für Yamaha patentiert ist. Die einzige Anlage, die außerhalb der USA nach diesem Verfahren arbeitet, steht bei Yamaha in Japan.
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