Beiträge: 7487
Themen: 623
Registriert seit: Aug 2004
Wenn auf diesen Seiten vom "Kopfspiegel" geschrieben wird, so ist damit eigentlich immer der durch Gebrauch vom Tonband eingeschliffene Bereich der Tonköpfe gemeint. Ich meine aber mich zu erinnern, daß der Kopfspiegel der gesamte dem Band zugewandte Bereich ist. Ich habe auch mal vom Begriff Kopfspiegelresonanzen gehört, und die treten auch bei neuen Tonköpfen auf. Wer bringt Licht? (PhonoMax?)
niels
Wer bei Stereoaufnahmen kein Gegenspur-Übersprechen haben möchte, sollte Halbspur-Maschinen verwenden.
Beiträge: 6789
Themen: 415
Registriert seit: Mar 2004
Als Kopfspiegel würde ich nur den Bereich bezeichnen, der mit dem Band in Berührung kommt. Daß ist auch der Bereich, der sich optisch vom Rest des Tonkopfes absetzt, weil er vom Band angeschliffen wird.
Michael(F)
Beiträge: 4583
Themen: 257
Registriert seit: Dec 2004
Ich bin zwar ein echter Leihe in der Audiowelt, jedoch habe ich in meiner grauen Vergangenheit eine Schlosser-Grundausbildung erfahren. Schleifen ist doch in der Regel mit einem signifikanten Materialabtrag der bearbeiteten Oberfläche verbunden oder?
Da dies bei einem Tonband welches an einem Metallkorper vorbeigeführt sicherlich nicht zutreffend ist.
Von Schleifen kann hier also nicht die Rede sein!
***********Es wird poliert! **************
Und so sieht dann auch der Tonkopf aus, auch wenn nach zu lagem polieren ein signifikanter Materialabtrag zustandegekommen ist.
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
Beiträge: 909
Themen: 22
Registriert seit: Apr 2004
Zitat:Michael Franz postete
Als Kopfspiegel würde ich nur den Bereich bezeichnen, der mit dem Band in Berührung kommt. Daß ist auch der Bereich, der sich optisch vom Rest des Tonkopfes absetzt, weil er vom Band angeschliffen wird.
Nee, da stimme ich Niels zu.
Als Kopfspiegel wird die dem Band zugewandte, geläppte Zone eines Magnetkopfes bezeichnet.
Dieser Bereich ist aber größer als die reine Bandkontaktzone. Das muß auch so sein da ja in aller Regel ein Magnetkopf auf vielen unterschiedlichen Gerätetypen einsetzbar sein soll.
Deine Definition lieber Michael, trifft auf Spitzkeilköpfe zu da konstruktiv bei diesen Teilen die Bandlaufzone über den gesamten, vorstehenden Kopfspiegel reicht. Bei den gängigen Kleinköpfen und auch bei den alten Ringkernköpfen ist der Kopfspiegel größer als der Kontaktbereich.
Beiträge: 909
Themen: 22
Registriert seit: Apr 2004
Zitat:Gyrator postete
Ich bin zwar ein echter Leihe in der Audiowelt, jedoch habe ich in meiner grauen Vergangenheit eine Schlosser-Grundausbildung erfahren. Schleifen ist doch in der Regel mit einem signifikanten Materialabtrag der bearbeiteten Oberfläche verbunden oder?
Da dies bei einem Tonband welches an einem Metallkorper vorbeigeführt sicherlich nicht zutreffend ist.
Von Schleifen kann hier also nicht die Rede sein!
***********Es wird poliert! **************
Und so sieht dann auch der Tonkopf aus, auch wenn nach zu lagem polieren ein signifikanter Materialabtrag zustandegekommen ist.
Glaub es ruhig, das Magnetband schleift die Köpfe und Bandführungselemente ein!
Poliert sind diese Teile schon von Werk aus da sie anderenfalls das Band auffressen würden.
Polieren bedeutet nichts anderes, als die geringst mögliche Rauhtiefe herzustellen. Dem Magnetband ist es aber wurscht daß diese Rauhtiefe schon erreicht ist. Es schleift weiter!
Wie groß der absolute Materialabtrag beim schleifen ist spielt überhaupt keine Rolle. Entscheiden ist, daß Material abgetragen wird!
Beim Polieren hingegen ist es nicht zwingend erforderlich Material abzutragen. Es kann auch ohne spanende Formgebung, alleine durch Verdichtung der Oberfläche poliert werden.
Beiträge: 5303
Themen: 327
Registriert seit: Apr 2004
´
Ich behaupte jetzt mal, dass vom Band Material abgetragen wird. Das kann man bei gut abgenutzten Köpfen leicht feststellen. Denn grade durch den Abtrag verändert sich doch die Tiefe des Spaltes und führt dadurch zu den bekannten Syptomen und letztlich zur Unbrauchbarkeit der Köpfe.
Ist nicht schleifen und polieren grundsätzlich gleich, nur die Oberflächengüte ist eine andere? Ob Schruppfeile oder Polierpaste, irgendwann ist man durch.
Frank ( darklab )
Frank
Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
Beiträge: 1854
Themen: 203
Registriert seit: Apr 2004
"Weiches" Material auf hartem Metall, da kann ich auch von meinem gelernten Beruf her etwas beitragen, obwohl dieser rein garnichts mit dem Tonband zu tun hat. Wie schon des öfteren erwähnt, habe ich zur DDR-Zeit in einem Rehabilitationszentrum für Blinde den Beruf des Seilers gelernt. Hergestellt wurden Seile vorwiegend aus Naturfasern (Sisal, Hanf, Kokusfaser, Jute, usw.) Wenn man dieses Material in die Hand nimmt, fühlt es sich eigentlich schön weich an (etwa wie Haare) aber man kann kaum glauben, das dieses "schöne, weiche" Material die Umlenkrollen und Fadenführungen an den Maschinen angegriffen hat. Es dauerte garnicht allzu lange, bis zum Beispiel der Fühlhebel, der für den Wickeldurchmesser der Fadenspulen verantwortlich war, abgeschliffen war. Alle Metallteile an den Maschinen, die mit dem Material in Berührung kamen, waren immer "schön blank".
Beiträge: 1491
Themen: 59
Registriert seit: Dec 2004
Bescheidene Frage: wodurch soll der Tonkopf abgenutzt werden und sein Lebensende erreichen, wenn nicht durch Abschliff? "Kopfstandszeiten" waren gerade im Dupliziererbereich (Audio wie Video) allemal ein heißes Eisen.
Köpfe, in die sich das Band seine eigene Führungsrille eingeschliffen hat, sind übrigens ziemlich resistent gegen Versuche, die Spalteinstellung zu korrigieren.
Das Stichwort "Fühlhebel" aus szngl's Beitrag weckt eine ähnliche Erinnerung: BASF hatte einmal ein wunderbar wickelndes Band (Langspieltyp) mit einer dafür verantwortlichen neuen Rückseitenmattierung, doch die schliff im Fühlhebel der A 77 eine regelrechte Nut ein - es müssen also nicht immer die Schicht und der Kopfspiegel sein! Die Entwicklung ging dann ziemlich klanglos unter.
Friedrich
Beiträge: 6789
Themen: 415
Registriert seit: Mar 2004
Zitat:MGW51 postete
(...)
Als Kopfspiegel wird die dem Band zugewandte, geläppte Zone eines Magnetkopfes bezeichnet.
Dieser Bereich ist aber größer als die reine Bandkontaktzone. Das muß auch so sein da ja in aller Regel ein Magnetkopf auf vielen unterschiedlichen Gerätetypen einsetzbar sein soll.
Deine Definition lieber Michael, trifft auf Spitzkeilköpfe zu da konstruktiv bei diesen Teilen die Bandlaufzone über den gesamten, vorstehenden Kopfspiegel reicht. Bei den gängigen Kleinköpfen und auch bei den alten Ringkernköpfen ist der Kopfspiegel größer als der Kontaktbereich.
Mag sein, daß der Kopfspiegel per korrekter Definition der speziell für den geplanten Band-Kopf-Kontakt vorgesehene und präparierte Bereich des Kopfes ist. Umgangssprachlich spricht man aber von 3 mm Kopfspiegelbreite und meint damit den sichtbaren Abschliff, der noch nicht mal plan sein muss sondern zumindest an den Rändern noch gewölbt sein kann. Diese Kontaktzone ist es auch, an der die Kopfspiegelresonanzen stattfnden. Die übrige, nicht vom Band beaufschlagte Fläche ist hier doch sicher unrelevant, ganz egal ob sie nun per Definition zum Kopfspiegel gehört oder nicht.
Es ist wohl zu umständlich, von einer im Bereich des Kopfspiegels sich stetig bis an die Verschleissgrenzen verändernden Band-Kopf-Kontaktfläche zu sprechen, und so verwendet man - womöglich falsch, den Begriff Kopfspiegel für ebendiese.
Ob schleifen oder polieren, es ist ein unerwünschter Abtrag von Tonkopfsubstanz durch die abrasiv wirkenden Partikel des Bandes. Von der Fertigungstechnik her betrachtet ist der Begriff "Schleifen" korrekter.
Michael(F)
Beiträge: 1706
Themen: 82
Registriert seit: Jun 2004
Zitat:niels postete
Ich habe auch mal vom Begriff Kopfspiegelresonanzen gehört, und die treten auch bei neuen Tonköpfen auf. Wer bringt Licht? (PhonoMax?)
niels
Hallo Niels,
für die Wiedergabe großer Wellenlängen sind u.a.Form und Größe des Spiegels maßgebend.Grundsätzlich ist ein kreisbogenförmiger Spiegel am günstigsten ,während andere Profile sog.Welligkeiten,vor allem im Bereich Spiegellänge gleich Wellenlänge(Resonanzbereich),zur Folge haben.Bei anderen Querschnitten,wie z.B.hyperbolischen,die einen höheren Flächendruck des Bandes am Spiegel liefern,und damit für verbesserte Pegelkonstanz bei kleinen Wellenlängen bzw.für weniger drop out sorgen,muß der Spiegel auf minimale Welligkeit dimensioniert werden.
|