BASF LP 36?
#1
Hallo,

wer kann irgendwelche Aussagen zu einem Bandmaterial namens BASF LP 36 machen? Ich habe noch nie davon gehört, dass es ein solches gegeben haben soll. Allerdings habe ich ein fabrikneues 25er dieses vorgeblichen Typs kürzlich aus der Bucht gefischt. In der Beschreibung zur Auktion hieß es sogar "DP 36", aber der Aufkleber ist ja deutlich lesbar.
Hier isses:

   

Ist das ein Dreckfuhler auf dem Aufkleber oder habe ich da einen Exoten ergattert? Um es gleich zu sagen: ich habe das Band noch nicht zu Hause, es wird vstl. morgen oder Montag eintreffen. Aussagen zum Erscheinungsbild oder magnetischen Eigenschaften kann ich darum heute noch nicht machen!

Gruß Holgi
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#2
hannoholgi,'index.php?page=Thread&postID=170968#post170968 schrieb:aber der Aufkleber ist ja deutlich lesbar.

Ich glaube nicht, daß das Band wirklich ab Werk diese Bezeichung trug. Ich kenne es von BASF eigentlich nur so, daß der Typ und die Daten des Bandes direkt auf den Pappschuber aufgedruckt sind. Kennzeichnung mit Aufklebern habe ich noch nicht gesehen. Den Aufkleber wird ein Händler oder ein früherer Besitzer des Bandes angebracht haben, und der hat sich bei der Bezeichnung schlicht geirrt. Da wird ganz gewöhnliches LP 35 drauf sein.
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#3
Hallo,

LP36 gab es. Zumindest das damals von der BASF angebotene Endlosband wurde unter dieser Bezeichnung angeboten.
Doch was war der Unterschied zum LP 35 ? Das gilt es weiterhin zu klären.

Gruß
Tim
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#4
Hallo Holgi,

es war bei der BASF durchaus üblich die Hülle mit Aufkleber zu versehen.
Nach dem Aufkleber hast Du also ein LP 36 auf 25cm Spule ersteigert.
Darunter muß eine Chargen Nummer als nachträglicher Aufdruck kommen, so ist es bei der Hülle die vor mir liegt.

Es ist reine Spekulation, aber könnte das LP 36 evtl. die Vorgängerbezeichung des LPR 35 sein?

Aber eigentlich kann das nur eine Person schlüssig aufklären.

Gruß
Volkmar
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#5
Hallo Timo!

Und doch gab es bei BASF diese Aufkleber ab Werk.
Siehe hier:

   

   

   

Ich hatte schon viele BASF-Bandtypen in der Hand.
Ein LP36 jedoch noch nicht...

Gruß
Wolfgang
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#6
Ist geklärt.

Nach meinen Unterlagen (Broschüre Tonbandfragen -Tonbandantorten der BASF 1970) handelt es sich tatsächlich um ein Spezialband, welches für Endloswiedergabe hergestellt wurde. LP 36 deshalb, weil zusätzlich zum LP 35 ein mü (sorry, meine Tablet-Tastatur hat das richtige Zeichen leider nicht) als Gleitschicht aufgetragen wurde, um einen problemlosen Endlosbetrieb zu gewährleisten.

Das schreibt zumindest Heinz Ritter, der als Autor dieser Schrift genannt ist. Und das Bild auf der Heftrückseite zeigt einen durchaus seriös wirkenden Herrn.....

Bleibt die Frage: Wie kommt ein Endlosband LP 36 auf eine handelsübliche Spule ?

Gruss
Tim
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#7
Diese Frage wird sich wohl nicht mehr beantworten lassen, da die Leute, die das 1970 auf die Spule gewickelt haben, sicher hier nicht mitlesen. Das Mü lässt sich übrigens mit jeder Tastatur (in deutschem Layout) darstellen, indem man die Tasten STRG+ALT+M nacheinander drückt und gedrückt hält. So: µµµµµµµµµµµµµµµµµµµ ! Wink Ob das beim Tablet auch geht, weiß ich nicht.

Vielen Dank für eure bisherigen Auskünfte. Endlosband hatte ich unter dieser Bezeichnung inzwischen auch gefunden. Ob solches aufgrund der Gleitschicht für normale Zwecke geeignet ist?

LG Holgi
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#8
Hallo Holgi,

die angegebenen Tasten hat diese kleine Mistding erst gar nicht. Also : MÜ, MÜ,MÜ......

Zum Thema:

Ich denke schon, dass das Band auch auf einer normalen Spule problemlos nutzbar ist. Möglicherweise wirkt sich die zusätzliche Gleitmittelschicht auf das Wickelverhalten aus.

Wenn das Band vorort ist, wirst du uns sicher deine Erfahrungen damit weitgeben.

Gruß
Tim
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#9
Joo, das kann ich wohl! ^^
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#10
cisumgolana,'index.php?page=Thread&postID=170977#post170977 schrieb:Und doch gab es bei BASF diese Aufkleber ab Werk.

Oha, danke für die Aufklärung. Mir ist in 28 Tonband-Jahren noch kein solches Band untergekommen. Für mich sah das eher nach einem Etikett aus dem privaten Computerdrucker aus, das wesentlich jünger ist als das Band selbst.
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#11
So, ich habe das ominöse Band inzwischen Smile .

Es war tatsächlich jungfräulich und ovp, und trägt auf dem Vorspannband etwas blass, aber lesbar den Aufdruck "LP 36".
Es sieht aus wie alle BASF-Bänder aus dieser Zeit, nämlich rehbraun, hat eine nur leicht (oder gar nicht?) kalandrierte Schicht und ist ansonsten optisch und haptisch eigentlich nicht von LP 35 von Ende der 1960er/Anfang der 70er zu unterscheiden. Es fasst sich auch nicht irgendwie "glatt" an (wg. der evtl. vorhandenen Gleitbeschichtung). Die Rückseite ist glänzend, wie beim LP 35.
Es ist mit grünem Vor- und rotem Abspannband ohne Schaltfolie konfektioniert und laut Zählwerk der Philips N4522 rund 1004 m lang.

Elektrisch und magnetisch kann ich keinen wirklichen Unterschied zu zeitgenössischem LP 35 ausmachen. Verglichen mit dem LPR 35, auf das meine Maschinen eingemessen sind, ergibt sich ein etwas niedriger liegender VM-Arbeitspunkt und ein etwa 3 dB geringerer Hinterbandpegel. Nach der Korrektur des Aufsprechpegels auf Gleichlauf mit Vorband darf man es natürlich nicht so hoch aussteuern wie das moderne LPR35, aber bis +3 oder 4 dB (bei der N 4522, die auf 250 nWb/m bei 0 dB Peak eingemessen ist) ist der Klirr noch erträglich.
Es klebt oder schmiert absolut nicht, das testweise nach einem kompletten Durchlauf für Köpfe und Führungen benutzte Wattestäbchen blieb nahezu weiß!

Da 25er Bänder ja sowieso selten sind, habe ich die 20 Euro nicht bereut, auch wenn es eher ein Anschauungsobjekt ist. Der mit 19 cm/s aufgenommene "Radio-Tatort" ist jedenfalls dropoutfrei und tadellos anzuhören. thumbsup

LG Holgi
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