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Nachdem ich meine N4418 über Jahre im Dornröschenschlaf gelassen hatte, ist es mir heute in den Sinn gekommen, sie wieder zu wecken.
Anfangs hat sie sich sehr gequält: Dauerbrummen, quietschender Motor, Laufwerksfunktion permanent auf Rücklauf.
Das hat sich alles gelegt, aber ein Problem ist hinzugekommen und geblieben: Nach einer gewissen Zeit rasten die Laufwerksfunktionen nicht mehr ein. Sprich: Nach ca. 5 Minuten Aufnahme oder Wieder gabe geht die alte Dame auf Stop und keine der Laufwerksfunktionen bleiben eingerastet. Nach ein paar Minuten kann ich sie wieder zum laufen bringen, bis sich das ganze in unregelmäßigen Zeitintervallen wiederholt.
Hat einer von euch einen Tip?
Gruß von
Rüdiger
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Hallo,
da werden möglicherweise einige Kondensatoren auf den LW-Boards "schwächeln" und der ein oder andere Transistor "hüftlahm" sein.
Evtl. gibt sich das noch, wenn Du die Maschine über einige Zeit an Spannung lässt (eingeschaltet natürlich).
Sollte es sich nicht geben, müsste man genauer sehen, was geht und was nicht geht und ein Messgerät zu Rate ziehen.
Auch wenn sich die Philips-Schaltpläne nicht gerade optimal lesen lassen, enthalten sie doch in aller Regel alle nötigen Angaben für
die jeweiligen Messpunkte.
edit no.2: ...die o.a. LW-Boards sind ja steckbar ausgeführt, eine Begutachtung und ggf. behutsame Reinigung der Kontakte wäre
sicher auch hilfreich.
Grundsätzlich empfehle ich, "wach geküsste Dornröschen" erst für einige Zeit an einem regelbaren Trenntrafo* bei niedriger Speisespannung
an den Wachzustand zu gewöhnen. Dazu belasse ich das eingeschaltete Gerät für einige Stunden (!) bei z.B. 50 V und erhöhe dann
langsam in mehreren Schritten (und dies jeweils wieder für mehrere Stunden). Zwischendurch schalte ich d. Gerät durchaus wieder ab...
...sollte näml. irgendwas zu schmoren anfangen, wäre es fatal, wenn dies in einem unbeobachteten Moment, zB nachts, passiert.
Die ganze Wiederbelebung kann dann durchaus 2 Tage dauern, bis ich das Gerät am Schluss mit 230V betreibe um mir dann ein
Bild über die Funktionen zu verschaffen.
Diese Vorgehensweise hilft dem ein oder anderen Kondensator (je nach Bauart) wieder auf die Sprünge und birgt zudem den Vorteil,
dass mir potenzielle "Knallfrösche" (...wie z.B. die Rifa-Endstörkond.) nicht sofort um die Ohren fliegen und die ganze Bude verpesten.
Oftmals kündigt sich das nämlich schon bei 50-100V Betriebsspannung durch verräterisches Knistern an (...neulich noch so gesehen/gehört im Netzteil
eines alten Uher-Verstärkers...). Da kann ich mir den Betrieb an voller Speisespannung sparen und den "Kandidaten" direkt tauschen, bevor
er stinkt.
Soweit meine Ansicht zum Thema.
Gruß
Peter
edit *: ...in meinen Augen ein unverzichtbares Hilfsmittel, wenn man sich mit elektrisch betriebenen Altertümchen beschäftigt!
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Hallo,
grundsätzlich ist die Sache mit dem Trenntrafo richtig, es sei denn man ist ein *No RisK - No Fun* Typ. Mir klingt das nach den Flip Flop Platinen, bei denen gern die Transistoren schwächeln. Man kann die Platinen tauschen und hat man denselben Effekt, könnte es an der Reihe liegen.
Aber auch hier kann ein Fehler vorliegen.
Gruss Andre
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Jo - genau diese kleinen Platinen meine ich mit "LW-Boards", die sorgen häufiger mal für Ärger in den Philipsen.
@Andre: "no risk, no fun" triffts gut. Der "Fun" besteht dann darin, stinkende Sauereien wegzumachen, wenn man das "Risk" eingegangen ist.
Gruß
Peter
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Erst mal vielen Dank für eure Antworten. Einen Trenntrafo besitze ich leider nicht. Mein Equipment bescränkt sich auf Lötkolben und ein 20 Jahre altes Fluke Multimeter.
Wahrscheinlich müßte das 4418 von Grund auf überholt werden, bis auf neue Riemen hat es noch alle Bauteile von 1972. Ich habe noch ein N4510, vielleicht sollte ich mal die Flip-Flops in die 4418 stecken?
Wie gesagt, meine Möglichkeiten sind beschränkt, deswegen auch Gefahr eines verfrühten Böllerknalls. Der Rifa am NT sah aber noch ganz gut aus, hatte zumindest keine Risse....
Gruß von
Rüdiger
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Hallo,
meines Wissens sind die FlipFlop-Karten der verschiedenen Philips-Modelle durch die Bank unterschiedlich, ein Tausch mit denen der 4510 also ohne genaue vorherige Prüfung auf
Identität nicht ratsam!
Vielleicht machst Du erstmal die Kontakte der FlipFlop-Kärtchen sauber und schaust, ob sich was getan hat. Die Wiederbelebung mit einem Trenntrafo kannst Du jetzt wahrsch.
ohnehin vergessen, da Du die Maschine ja schon einige Zeit am Netz (und in Betrieb) hattest - die wäre aber für die Zukunft (= beim nächsten "Dornröschen") angeraten.
(Also: ...gelegentlich in der Bucht mal nach einem Trenntrafo Ausschau halten - der Kauf, auch eines älteren Trafos, ist m.E. unbedenklich. Ich habe meinen für ca. 50,- "gezogen")
Gruß
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Hallo MX'er
selbst mit einem alten *FLUKE* sollte einiges möglich sein. Trenntrafo haste nich, also eh scho *No Risk-No Fun*. Der Lötclown spielt eh keine Rolle. mx1000,'index.php?page=Thread&postID=163286#post163286 schrieb:Ich habe noch ein N4510, vielleicht sollte ich mal die Flip-Flops in die 4418 stecken? Wie Peter sagt, würd ich mich nicht drauf verlassen. Ich bin noch nicht soweit mit 4416-4510..... arbeite aber dran.
mx1000,'index.php?page=Thread&postID=163286#post163286 schrieb:Der Rifa am NT sah aber noch ganz gut aus Gemessen wurde er aber nicht?
Jedes Gerät sollte vor Inbetriebnahme rein mechanisch i.O. sein auch wenn sich der Weg als Holzweg erweist.
Ich begründe das:
*Jedes mechanische Bauteil, was elektrisch angesteuert wird, kann durch Fehlfunktion der Mechanik zum Durchbrennen elektrisch involvierter Bauteile führen.*
Gruss Andre
PS: Den letzten Satz hab ich mal so erfunden.
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Was soll ein Trenntrafe, der eine regelbare Ausgangsspannung hat bei alten Geräten bringen?
Wenn das Gerät mit zu geringer Spannung betrieben wird, so arbeitet das Gerät außerhalb seiner Spezifikation und kann hierbei evt. Sogar Schaden nehmen. Hier sind Spannungsregler noch nicht funktionsfähig u.a. Das ist fast ein Brownout im Dauerzustand.
Ich rate von solchen Vorgehen bei Geräten mit Halbleiterelektronik gänzlich ab.
Thomas
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!
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Hallo Thomas,
von "Betrieb" kann bei stark verminderter Netzspannung ja nun wirklich keine Rede sein - hinter der Gleichrichtung täte sich bei 50%iger Versorgungsspannung ohnehin nichts, was sich in Gang setzen liesse (ausser der
Beleuchtung). Ich tippe ja auch nicht wild an den Geräteknöpfen herum - was soll sich auch tun? Das Gerät bleibt lediglich eingeschaltet - mehr soll auch nicht... Kaputt gegangen ist mir dabei bisher noch nichts.
Bei "ungebremstem" Einschalten länger stillgestandener Geräte hingegen schon - wobei dort zugegebenermassen schon vorher etwas im Argen gelegen haben mag.
However... ...so macht eben jeder seine eigenen Erfahrungen.
Gruß
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Auch wenn etwas OT: Gestern habe ich einige weitere Geräte aus dem mehrjährigen Schlaf gerissen und per Holzhammermethode gleich mehrere Stunden laufen lassen. Diese hatten die Zeit problemlos überstanden: Dual C844, Revox B226, Yamaha CDX 930, Nordmende RP 1351, Fine Arts T-907
Gruß von
Rüdiger
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Wie Peter sagt: How ever, sag ich: Dein Ding. Ich bin da auch ziemlich schmerzfrei und hau den 230er Saft auch gern auf 50 Jahre alte Schläfer, weil ich es nicht mag, dass gefühlte Bastelstunden später, der eine oder andere Kandidat sich doch überlastet fühlt. Sicher ist Peters Art richtig, denn Jens (esla) verfocht auch diese Vorgehensweise. Semih (makaramann) jedoch nicht und jetzt frag nicht, wie oft da die Meinungen diesbezüglich auseinandergingen.
Hast Du denn schon ein Ergebnis von Deinen Flip Flops oder sonst einen Fortschritt?
Gruss Andre
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Nein und ja. Ich habe auf meinem Dachboden nicht nur die 4510, sondern noch eine weitere 4418 entdeckt, die hoffentlich nach dem Schlag mit dem Knüppel anständig funktioniert.
Die Ausgangslage ist schon besser geworden, allerdings hat mich die "wichtigere" Arbeit überrannt. Wenn's hier weiter geht, gebe ich Bescheid.
Gruß von
Rüdiger
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Auch wenn's schon länger her ist, kann ich eine Erfolgsmeldung verkünden.
Ich hatte auf beiden Flip-Flop Modulen die Transistoren getauscht. BC327 hatte ich eingepflanzt, die nun ihren Einsatz haben. Jetzt läuft die olle Kiste wieder.
Gruß von
Rüdiger
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