Tonband-Ersatzteile aus dem 3D-Drucker
#1
http://www.heise.de/newsticker/meldung/3...13328.html

Wenn diese Geräte halten, was sie versprechen, könnten demnächst goldene Zeiten für alle anbrechen, die derzeit noch nach nicht mehr lieferbaren Grundig-Zwischenrädern, Philips-Verriegelungsklinken und ähnlichen Kunststoffteilen für ihre Bandgeräte suchen. Für den eigenen Ersatzteil-Bedarf lohnt sich so ein Drucker wohl nur in seltensten Fällen, aber ich bin mir sicher, daß früher oder später jemand das Kopieren solcher Teile als Geschäftsmodell entdeckt.
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#2
Gestern zufällig entdeckt, bei Conrad gibt es einen 3D-Drucker als Bausatz

http://www.conrad.de/ce/de/product/40963...atz-K8200/

da werden in Beispielen auch Kunststoffzahnräder gezeigt


MfG, Tobias
Strom kann erst fließen, wenn Spannung anliegt
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#3
Wobei der nur drucken kann, der von Pearl dagegen auch scannen und kopieren. Gerade für die Replikation von Kunststoffbauteilen dürfte der Nutzwert des letzten erheblich höher sein.

(Sofern das in der Praxis wirklich alles funktioniert, versteht sich.)
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#4
timo,'index.php?page=Thread&postID=159170#post159170 schrieb:Wenn diese Geräte halten, was sie versprechen, könnten demnächst goldene Zeiten für alle anbrechen, die derzeit noch nach nicht mehr lieferbaren Grundig-Zwischenrädern, [...]
Ich bin derzeit daran, einige häufig benötigten Teile per Serienfertigung in großen Mengen herstellen zu lassen, um den Einzelpreis so niedrig wie nötig zu halten. Wie Du schon sagst - ob die Anschaffung eines solchen 3D-Druckers für den Hobby-Tonbandler wirtschaftlich vernünftig ist, sei mal dahin gestellt. So ein Drucker kostet ja schließlich einiges und bei mir sind die verfügbaren Ersatzteile für einen Bruchteil dieses Geldes erhältlich und zudem präzise gefertigt, von der geeigneten und langzeitbeständigen Materialwahl ganz zu schweigen.
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#5
Manuel,'index.php?page=Thread&postID=159174#post159174 schrieb:bei mir sind die verfügbaren Ersatzteile für einen Bruchteil dieses Geldes erhältlich und zudem präzise gefertigt, von der geeigneten und langzeitbeständigen Materialwahl ganz zu schweigen.

Den Haken bei der Sache nennst Du ja im ersten Satz selbst: "... einige häufig benötigten Teile...". Viele andere eben nicht.

Zudem habe ich einige Zweifel daran, ob sich eine Serienfertigung anno 2013 wirklich noch rechnet. Welche Menge eines Kunststoffteils erlaubt einerseits marktfähige Abgabepreise, birgt aber andererseits nicht das Risiko, daß Du auf einem Großteil der hergestellten Teile sitzen bleibst?
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#6
Schon vor mehr als einem Jahrzehnt wurde so ein Drucker auf der CBit (~ 10.000 DM) gezeigt und es wundert mich, wie lange so etwas geniales braucht, bis sich immer mehr dafür interessieren. Conrad hatte schon zu DM-Zeiten mal einen groß beworben, lag glaube ich bei 1400 DM.

Angenommen, jemand aus dem Forum kauft sich einen Drucker für 700 €. Müßte jemand sein, der den auch entsprechend genau programmieren bzw. mit Daten versorgen kann, z.B. Michael Franz Rolleyes . Wenn er nun von jedem Forumsteilnehmer pauschal 20 € + Material nimmt, hat er den Drucker nach 35 Aufträgen raus. Oder 35 Leutz legen zusammen und einer kauft das Gerät. Ich bin mir sicher, dass da einige jubeln werden, wenn sie ihre Kunststoffzahnräder nachgebaut bekämen.

Es bleibt dabei nur eine Frage: ist der Kunststoff auch wirklich hart genug, um eben diese teilweise filigranen Bauteile wie Zahnräder von Kassettendeckschächten zu ersetzen?
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#7
highlander,'index.php?page=Thread&postID=159189#post159189 schrieb:Schon vor mehr als einem Jahrzehnt wurde so ein Drucker auf der CBit (~ 10.000 DM) gezeigt und es wundert mich, wie lange so etwas geniales braucht, bis sich immer mehr dafür interessieren.

Mich wundert noch mehr, daß es im Moment noch keine lauten Proteste gegen den Vetrieb gibt. Immerhin gibt's ja nicht wenige Firmen, die davon leben, kleines Plastikgedöns für viel Geld zu verkaufen. Wenn das in Zukunft jeder am heimischen Drucker selbst kopieren oder für ein paar Cent als Plagiat kaufen kann, dürfte das zu einer Pleitewelle führen.

Ich hätte eigentlich von Industrieverbänden einen Aufschrei erwartet. Kommt vielleicht noch, wenn der erste 3D-Drucker für 199 € bei Aldi steht. Wink
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#8
highlander,'index.php?page=Thread&postID=159189#post159189 schrieb:Es bleibt dabei nur eine Frage: ist der Kunststoff auch wirklich hart genug, um eben diese teilweise filigranen Bauteile wie Zahnräder von Kassettendeckschächten zu ersetzen?
Internetrecherchen ergeben, dass viele der Anbieter von Teilen, die mit dieser Technologie hergestellt werden, vorwiegend ABS-Kunststoffe verwenden. Da ABS-Kunststoff bekanntermaßen stabil, schlagfest und bruchsicher ist, sollte er für mechanisch beanspruchende Verwendungszwecke relativ gut geeignet sein.

Vor einigen Jahren habe ich mich mit dem Fused-Deposition-Modeling-Verfahren schon einmal beschäftigt. Erstaunlich ist, dass die Fertigungstoleranzen (mit professionellen Druckern) immer geringer werden und auch kleinere Teile passgenau hergestellt werden können.

Damals sah ich, wie eine Plastikgabel gespritzt wurde: die übereinandergespritzen Plastikwülste hatten zu der Zeit noch etwa den Durchmesser eines Streichholzes - mittlerweile kann wohl in Bereichen von bis zu 0,15 mm gearbeitet werden.

Ein Problem ist nach wie vor, dass die Oberflächenstruktur nicht besonders glatt ist, was sich nachteilig auf die Herstellung von Zahnrädern oder anderen mechanisch beanspruchten Teilen auswirken kann. Das liegt daran, dass die einzelnen Kunststofffäden nicht nebeneinander sondern quer übereinander verspritzt werden. Dabei entsteht ein rautenförmiges Muster, am einfachsten zu vergleichen mit dem Muster auf einer Eiswaffel.

Ausserdem steigen die Fertigungstoleranzen immer weiter an, je kleiner das gefertigte Objekt sein soll. Das liegt u. a. daran, dass der flüssige Kunststoff durch Düsen gespritzt wird, die natürlich einen gewissen Durchmesser haben müssen, um den zähflüssigen Kunststoff verarbeiten zu können.

Eventuell wird die Technik ja so ausgereift und erschwinglich, dass mittelfristig wirklich Ersatzteile im Hobbykeller gespritzt werden können. Ein Problem sehe ich dabei auch noch in der genauen Vermessung der Teile, was bei zunehmender Komplexität des Bauteils relativ schwierig werden könnte.

Präziser, aber für uns Hobbybastler wohl nie erschwinglich, ist wohl die Herstellung von Teilen durch selektives Laserschmelzen, bei dem das Objekt aus Pulverwerkstoffen "herausgeschmolzen" wird.

Mal sehen, ob wir diesen Thread in 2 bis 3 Jahren noch einmal hervorholen und die ersten Bilder selbstgemachter Ersatzteile zeigen Big Grin

Viele Grüße

Arnd
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#9
Im Shoppingsender Pearl.tv wurde gestern so ein 3D-Drucker vorgestellt.

Mir scheint das mehr eine Art Spielzeug zu sein. Man kann damit Figuren, Modellautos, Lego-Bausteine usw. drucken, es wird auch von gebrochenen Brillenbügeln oder dem eigenen Kopf oder den Kopf des Kindes gesprochen. Das geht also mehr in Richtung Albernheiten, zumindest bei der Präsentation. Vielleicht fällt den TV-Moderatoren kein besserer Verwendungszweck dafür ein.

Wenn ich an Präzisionsteile wie z.B. kleine Zahnrädchen für Kassettendecks denke, würde es mich wundern, wenn die Druckergebnisse dafür ausreichend sind. Müßte man erst mal ausprobieren. Zum Nachfertigen von gebrochenen Hebeln oder Drehknöpfen oder komplette Kabelfachdeckel würde es sich wohl ganz gut eignen. Nur wäre als nächstes Problem die passende Farbe. Ansonsten merkt man, dass am Gehäuse ein nachgedrucktes Teil angebracht wurde, was den anspruchsvollen Tonbandgerätebesitzer bestimmt stört.

Oder man wählt bewußt einmal andere Farben, um z.B. verschiedenfarbige BASF-Bandklammern auszudrucken. Es muß ja nicht immer rot sein.
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#10
Hier in den USA werden diese Drucker immer verbreiterter. Am interssantestens für uns Tonbandler sind die Firmen, die den Druck von Plastikteilen in gewünschten Farben anbieten. Hier werden hochwertige Drucker verwendet, die zum Teil bis zu $80,000 kosten, also außerhalb der Reichweite von Hobbyisten sind. Man kann da einen CAD-File hinschicken und bekommt pronto sein Teil zurück. Z. B.: http://www.shapeways.com/makerdiy?li=nav

Ich denke da zunächst einmal, wie hier schon vorgeschlagen, an Bedienteile. Ich habe z.B. Ein Nakamichi, dem eine der Bedientasten fehlt. Ich habe die Taste nirgendwo finden können. Ich würde ohne Zoegern $20-$25 zahlen, wenn ich so ein Teil gedruckt bekomme. Man muss halt "nur" den 3D-CAD File erstellen.

Die machen übrigens auch Metallteile, nicht nur Plastik. Ich selbst habe das noch nicht verwendet, hatte heute aber mehrere Teile in der Hand, die ein Bekannter bei solchen Online Firmen hat machen lassen. Sehr beeindruckend! Ich bin überzeugt, dass dies kurzfristig zur Wiederbelebung von defekten Audio-Geräten führen wird, die im Moment wegen nicht erhältlicher Ersatzteile vor sich dahinsiechen. Rosige Aussichten für Tandberg-Besitzer und vielleicht auch für mein CR-5 mit dem fehlenden Taster und mein RX-505 mit fehlender Kassettenfach-Klarsichtabdeckung!

Die für den Heimbedarf gebauten Kits unter $800 ("Makerbot", etc.) sind noch nicht ganz da - das ist mehr zum Spielen und Lernen - noch!
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#11
Neues vom 3D-Drucker-Markt:

heise.de: 3D-Drucker bei Reichelt, Conrad und Pearl

Interessant finde ich vor allem das zum Schluss erwähnte Angebot von UPS und Staples (leider noch nicht hierzulande), in deren Filialen 3D-Druck als Dienstleistung anzubieten.
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#12
highlander,'index.php?page=Thread&postID=159189#post159189 schrieb:Es bleibt dabei nur eine Frage: ist der Kunststoff auch wirklich hart genug, um eben diese teilweise filigranen Bauteile wie Zahnräder von Kassettendeckschächten zu ersetzen?
Mir bleibt eine zweite Frage: Auch bei 2D-Druckern muss ich erst am Bildschirm erstellen, was dann auf Papier ausgegeben wird. Was mache ich, wenn ich ein defektes und verformtes Bauteil mit komplizierter Oberfläche (mir fällt der richtige Begriff nicht ein, aber was ich meine, dürfte klar sein) habe, und Ersatz in 3D drucken will? Konstruktionszeichnungen wird man nur selten haben, und könnte der 3D-Drucker die umsetzen? Oder allgemeiner: Was muss ich an den Drucker schicken, damit er das Gewünschte ausgibt? Und wie sind die Abmessungstoleranzen?

Gruß, Anselm
Früher war mehr UHER. Cool Meine UHER-Erinnerungen
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#13
Bräuchte man nicht eine 3D-Scanner?
Aktuelle Bandmaschinen: TEAC A-3300 SX (aus 1. Hand) Heart, dazu: Pioneer RT 1011 L, Uher Variocord 263, Philips 4414, Grundig TK 545, Revox A77 2-Spur
dazu: Thorens TD 160 MkII Rolleyes , Grundig T 3000 und CT 905 etc.

Ehemalige Maschinen ;( : mehrere TEAC A-3300 SX, Revox B77 MkII, Revox A77 MK IV, Philips 4414, 4416, 4417, 4420, 4515 und Aristona (Philips) 9197, UHER 263 Variocord, 724 Stereo, Royal de luxe und SG 561, Sony TC 270, AKAI 4000 DS MK II (aus 1. Hand - nun bei Vattern), Akai X 201 D. Grundig TS 340 HIFI und TK 248
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#14
cih-2.4,'index.php?page=Thread&postID=159605#post159605 schrieb:Bräuchte man nicht eine 3D-Scanner?

Das Ding von Pearl kann ja scheinbar scannen und drucken.
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#15
Anselm Rapp,'index.php?page=Thread&postID=159604#post159604 schrieb:Oder allgemeiner: Was muss ich an den Drucker schicken, damit er das Gewünschte ausgibt?

Auf der Produktseite des im Heise-Artikel erwähnten 3D-Druckers K8200 von Vellemann werden "Blender, Sketchup, SCAD, Inventor, 3DMAX, …" als mögliche Applikationen zur Modellierung von 3D-Objekten erwähnt.

Ich kenne davon nur Blender aus eigener Erfahrung. Die Lernkurve ist sehr steil und hat auch mich in Sachen Computer durchaus leidensfähigen Menschen vor erhebliche Herausforderungen gestellt, bis ich für meine Zwecke einigermaßen brauchbare Ergebnisse erzielt habe. Damit eine Konstruktionszeichnung für ein feines Kunststoffteil präzise umzusetzen, würde ich mir nicht mal annähernd zutrauen.

Wobei Blender auch keine CAD-Software und somit für solche Anwendungsfälle wohl auch nicht erste Wahl ist.
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#16
3D-Drucker für Metall: http://video.golem.de/wissenschaft/12035...ucker.html
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#17
timo,'index.php?page=Thread&postID=159606#post159606 schrieb:
cih-2.4,'index.php?page=Thread&postID=159605#post159605 schrieb:Bräuchte man nicht eine 3D-Scanner?

Das Ding von Pearl kann ja scheinbar scannen und drucken.
das scannen lohnt aber nur mit Teilen, die noch NICHT kaputt sind....
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#18
Das sollte ja normalerweise nicht das Problem sein. Ein intaktes Gleichteil als Vorlage wird man ja meist irgendwo herkriegen.
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#19
timo,'index.php?page=Thread&postID=159198#post159198 schrieb:Mich wundert noch mehr, daß es im Moment noch keine lauten Proteste gegen den Vetrieb gibt. Immerhin gibt's ja nicht wenige Firmen, die davon leben, kleines Plastikgedöns für viel Geld zu verkaufen. Wenn das in Zukunft jeder am heimischen Drucker selbst kopieren oder für ein paar Cent als Plagiat kaufen kann, dürfte das zu einer Pleitewelle führen.

Aha, es geht los: http://heise.de/-2100247
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