Hallo zusammen,
auf einer Spule mit interessant zusammengestückeltem Band hab ich ein Band mit hell (oliv)grüner Rückseite gefunden. Auffällig war, dass das Band an sich nicht schmierte - mir dafür aber die Andruckrolle derart eingefärbt hat, dass ich sie danach zum Reinigen ausbauen musste, um sie wieder schwarz zu bekommen. Über das Alter des Bandes weiß ich nichts Genaues, es war zwischen LGR 30 geklebt.
Kann mir jemand weiterhelfen, was für ein Band das gewesen sein könnte?
Viele Grüße,
Thomas
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So ein Band hatte ich mit meiner A77 MKIII HS mitbekommen. Da stand Agfa drauf. Ich habe es weggeworfen. Wenn das durchgekaufen war, war immer eine Generalreinigung fällig. Ein Zweites ist nicht so schlimm. Ich schau zuhause mal nach, ob da mehr zum Bandtyp draufsteht.
Gruß,
Michael/SH
Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)
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Es dürfte sich um Signierband handeln. Hans-Joachim hatte das irgendwo hier schon mal angesprochen.
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Das war hier:
http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic...eadid=1033
Das Band ist eigentlich nur deshalb interessant, weil es den technischen Stand vor der HL-Zeit (HiFi-Low Noise) dokumentiert.
Andererseits stellt die Farbe ja jede Luftschlange in den Schtten.
Hans-Joachim
Danke fuers Tomaten-von-den-Augen-nehmen!
Ganz so arg wie bei Michael ging's meiner B77 danach zum Glueck nicht, passende Vorspannbaender hab ich leider auch nicht. Ich fand die Stückelung auf der Spule aber schon seltsam. In welchem Zeitraum war das PES 40 denn im Handel bzw. wurde es tatsaechlich benutzt?
Ich habe es gleich nach der Einfaerbung meiner Andruckrolle entsorgt. Sowas will man der Nachwelt nicht antun. Schwester, die Nierenschale!
Viele Gruesse,
Thomas
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PES40 erschien etwa 1958/59 auf dem Markt und wurde bis etwa 1980 hergestellt, um dann durch LGR40 (bläulich grüne Rückseite) ersetzt zu werden.
LGR30 ist ein Zeitgenosse des PES40, als der es ab etwa 1967 gefertigt wurde (ab 1972 ausschließlich in Polyesterversion als LGR30P).
PES40 fungierte vom Jahresende 1965 bis 1981 als Bezugsbandleercharge für Langspielbänder 19 cm/s (70 µs).
Hans-Joachim
Wenn das Band so lange hergestellt wurde und vermutlich eine entsprechende Verbreitung hatte, gab es da häufiger Probleme mit der färbenden Rückseite?
Chut goahn,
Thomas
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F. E. aus B. teilt mit, dass die Quellenlage zu diesem Band im Werksarchiv der BASF durchaus dürftig wäre, was bestenfalls bedeuten könne, dass es weitreichend klaglos gelaufen sei.
Übrigens waren auch die ersten Chargen LPR 35LH und DPR 26LH im Herbst 1971 mit einer wohl vergleichbaren gelbgrünen Rückseitenmattierung geliefert worden.
Hans-Joachim
Ich kann leider nichts Näheres zu "meinem" Band herausfinden, auch der Vorbesitzer erinnert sich nicht mehr, woher es kam. Schade, es wurde gerade bandhistorisch interessant. Zumal ich immer noch davon fasziniert bin, wie sehr nur die Rückseite abfärbt. Sind Dir andere Bänder bekannt, die eher mit der Rückseite Probleme machten?
Chut goahn,
Thomas
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Ich diene gerne mit den Kennlinienscharen und den sonstigen physikalischen Werten dieses Bandes, weiß aber nicht, ob dich das angesichts deiner oben beschriebenen Entscheidung noch interessiert.
Mein im letzten Mail kryptisch hinter dem Akrostichon FEB verborgener Gewährsmann gehört in der Sache zu den bestinformierten Zeitgenossen... Mehr kann man kaum wollen. Seine Aussage habe ich lediglich von den Hinweisen auf die Dia- und Filmfreunde befreit, die das PES40 ebenfalls gerne einsetzten.
Hans-Joachim
P.s.: Gerade habe ich nochmal nachgelesen und muss einräumen, dass ich dir eine wesentliche Sache vorenthalten habe:
"Die gelbe Rückseitenmattierung sorgte zwar für die gewünschten Wickeleigenschaften, allerdings um den Preis beträchtlichen (Rückseiten-)Abriebs und elektrostatischer Aufladung des Bandes, die beim schnellen Umspulen zu kräftigen Funkenüberschlägen und Knistern führten, besonders, wenn das Band auf die "in Mode" gekommenen Metallspulen gewickelt war und diese keine leitfähige Verbindung zum Chassis des onbandgeräts hatten. 'Entspannung' brachte hier ein neuentwickelter, leitfähiger schwarzer Rückguss, der kaum noch Staub anzog, gleich gute Wickeleigenschaften wie der gelbe Vorgänger aufwies und zudem ein Mattierungsmittel enthielt, mit dem sich die unumgängliche Rauigkeit der Rückseite reduzieren ließ, was wiederum dem Modulationsrauschen zugute kam. Leicht angehobene Aussteuerbarkeit und höhere Kopierdämpfung rundeten die Qualitäten dieses neuen Bandtyps ab, der seit Mitte 1973 als BASF Tonband LPR 35 LH professional und BASF Tonband DPR 26 LH professional verfügbar war."
Also: PES 40 war zumindest teilweise einer der Väter des LPR 35.
Dein P.S. erklärt manches, danke. Woher stammt das Zitat?
Gibt es irgendwo eine Art Bänder-Stammbaum, in dem Zusammenhänge wie "PES 40 -> LPR 35" erkennbar sind?
Kennlinienscharen... interessieren würde mich sowas schon, allerdings weiß ich nicht, wie weit ich da mit meinem Physik-LK- und etwas Nachrichtentechnik-Hintergrund komme. Allerdings würde ich schon gerne lernen, sowas richtig lesen und interpretieren zu können.
Chut goahn,
Thomas
Nachtrag: Inzwischen sind mir zwei weitere Bänder mit dem "Tarnband" in die Hände gefallen. Auf dem Vorspannband steht "BASF PES 40", damit sind dann alle Zweifel ausgeräumt.
Chut goahn,
Thomas
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´
In meinem Besitz findet sich ein BASF LPR35 mit der gelb- grünen Rückseite, die aber nicht auffällig abfärbt. Ich meine, einen ganzen Schwung solcher Bänder an Michael F. (BW) abgegeben zu haben. Ob es da Probleme mit Abfärbungen gibt, will ich nicht hoffen.
Braun hatte ebenfalls gelbliche Bänder, die zumindest Staub von der Rückseite im Gerät verteilten, aber keine klebenden Ablagerungen hinterließen.
Frank ( darklab )
Frank
Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.
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Die ersten Braun-Bänder mit gelber Rückseitenmattierung (RSM) stammten in der Tat von BASF. Es müssten sogar einmal Bänder mit schräg-streifenartig aufgebrachter (gelber) RSM gefertigt worden sein, aber darüber gibt es keine schriftlichen Unterlagen (mehr). Die gelben Rezepturen für die "Amateurbänder" wurden sehr schnell aufgegeben.
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die RSM von PES 40 nach einer anderen (womöglich älteren) Rezeptur gefertigt wurde - BASF hatte nämlich ein Studioband LR 56 (P) entwickelt - Agfa-Paralleltyp PER 555 - , das zur Unterscheidung von LGR (30) eine gelbe Rückseitenmattierung hatte. LR 56 war auf Grund seiner erhöhten Schichtdicke (allerdings nur in den Tiefen) um einige dB höher aussteuerbar als LGR und wurde deshalb u.a. für erste Studio-Mehrspuraufzeichnungen bei 38 cm/s eingesetzt.
Friedrich
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Morgen Forum,
auch wenn dieser Thread schom älteren Datums ist, noch eine Frage:
Ich habe bei meinen Studiobänder eines dabei, dass eine gelbe Rückseitenbeschichtung ohne irgend einen Aufdruck besitzt. Handelt es sich dabei um das genannte LR 56(P)
Grüße, Thomas!
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Ein "echtes" LR 56 müsste eine merklich erhöhte Tiefenaussteuerbarkeit haben, so um +10 dB über 320 nWb/m. Das hilft, Dir, Thomas, wahrscheinlich auch nicht weiter, denn für die Messung bräuchtest Du ein Klirrfaktormessgerät (oder ein Software-Äquivalent?). Allein auf die gelbe RSM ist kein Verlass. Ich vermute doch richtig, dass es sich um ein 6,3 mm breites Band handelt?
F.E.
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Hallo Friedrich,
ja, es ist 6,3 mm, die Quelle ist der WDR in Köln.
Gruß, Thomas!
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Da das Agfa-Pendant (oder besser wohl: sein Vorbild) zum LR 56, das PER 555, weiß rückseitenmattiert war und beim WDR wohl kaum obskure Bänder eingesetzt wurden (auch nicht als "Industriekopien", also z.B. von Schallplattenproduzenten gelieferte Musikaufnahmen), handelt es sich nach aller Wahrscheinlichkeit um LR 56.
Abgesehen von der besseren Tiefenaussteuerbarkeit haben diese Bänder viel mit den entsprechenden Bändern mit normaler Schichtdicke - also PER 525 bzw. LGR 30 (P) - gemeinsam.
F.E.
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Besten Dank, Friedrich!
Grüße, Thomas!
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